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Mario Gomez schoss in 121 Bundesliga-Spielen 63 Tore für Stuttgart © imago

Der Stuttgarter Nationalstürmer wechselt zur neuen Saison zum Rekordmeister. Die Münchner wollen nun auch Schalkes Manuel Neuer.

Von Martin Hoffmann

München - Der Wechsel von Mario Gomez zum FC Bayern ist perfekt.

Am Dienstagmittag meldete der deutsche Rekordmeister Vollzug.

"Der FC Bayern ist sehr glücklich, dass sich Mario Gomez für unseren Klub entschieden hat", erklärte Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge.

"Mario ist ein erstklassiger Stürmer, der in den zurückliegenden drei Jahren jeweils um die 20 Tore in der Bundesliga erzielt und bewiesen hat, dass er einer der besten Torjäger Deutschlands ist. Wir freuen uns auf ihn."

Teuerster Spieler der Bundesliga-Geschichte

Der 23-Jährige vom VfB Stuttgart soll die angeblich vertraglich fixierte Ablösesumme von 30 Millionen Euro kosten und wäre damit der teuerste Spieler der Bundesliga-Geschichte.

Über die Laufzeit gibt es noch keine Details, angeblich soll Gomez einen Vierjahres-Vertrag erhalten.

Beide Vereine müssen noch die endgültigen Wechselmodalitäten klären. "Fakt ist aber: Wenn der FC Bayern unsere Bedingungen akzeptiert, wird der Transfer in den nächsten Tagen vonstatten gehen", sagte VfB-Manager Horst Heldt.

"Freue mich auf Bayern"

Gomez selber zeigte sich erleichtert über die schnelle Einigung. "Ich freue mich ebenfalls auf den FC Bayern München", sagte der Nationalstürmer.

"Ich will mit diesem Klub in der kommenden Saison in der Meisterschaft voll angreifen und ich freue mich sehr auf die Spiele in der Champions League."

Und weiter: "Ich hatte eine super Zeit beim VfB und bin sehr dankbar für alles, was ich hier erleben durfte. Diesen Schritt zu gehen, fällt mir nicht leicht."

Auch Schalkes Neuer soll kommen

Als nächste Objekt der Begierde steht nun Manuel Neuer von Schalke 04 im Fokus der Bayern.(93065DIASHOW: Bayerns Wechselkandidaten).

"Es gibt nur einen Torhüter, der uns derzeit interessiert. Das ist Manuel Neuer von Schalke 04", erklärt Hoeneß in aller Offenheit in der "Sport Bild".

Der Klub habe Schalke 04 auch schon "von unserem Interesse informiert".

Allerdings verweigerte der neue Trainer Felix Magath kategorisch eine Freigabe. "Er ist ein Super-Torwart. Wir brauchen ihn selbst", sagte Magath der "Bild".

Donezker Srna ein weiterer Kandidat

Auch das Interesse am Donezker Rechtsverteidiger und Kapitän Darijo Srna haben die Bayern bestätigt.

"Er hat uns allen ausnahmslos gefallen", erklärte Rummenigge.

Wesentlich weiter ist der Klub bei Gomez. Am Montag hatte dessen Berater Uli Ferber Stuttgarts Manager Horst Heldt offenbar mitgeteilt, dass es seinen Schützling zum Rekordmeister zieht.

"Wir haben es zweimal geschafft, Mario zu halten. Jetzt hat er sich für einen Wechsel entschieden. Das ist sehr schade", meinte Heldt.

"Aber Mario Gomez hat Großartiges für den VfB geleistet und auch in dieser Saison wieder einen maßgeblichen Anteil zum Erfolg der Mannschaft beigetragen."

Begründeter Bayern-Optimismus

Die Bayern-Bosse hatten sich zuvor bereits auffällig überzeugt von einem Wechsel gezeigt.

"Ich habe mich am Sonntag weit aus dem Fenster gewagt, als ich gesagt habe, dass ich sehr optimistisch bin, dass der Wechsel klappt", erklärte Manager Uli Hoeneß in der "tz" zu Gomez:

"Wer mich kennt, weiß, dass ich so etwas nur sage, wenn es dafür auch Gründe gibt."

Einen Grund für Hoeneß' Optimismus: Gomez hat in seinem bis 2012 laufenden Vertrag bei Stuttgart eine auf die Bayern gemünzte Ausstiegsklausel, die bis zum 31. Mai gezogen werden kann (VEREINSSEITEN: Alles zum FC Bayern).

Für 30 Millionen Euro kann er gehen - bisher war nur bekannt, dass er das bei einem Angebot aus dem Ausland darf.

Rummenigge hatte der "Bild" die Existenz dieser Vereinbarung bestätigt: "Alle Seiten wollen Planungssicherheit. Wir werden nun die letzten Details besprechen und dann den VfB Stuttgart offiziell informieren, dass wir die Klausel ziehen."

Muss ein anderer Stürmer gehen?

Nun lautet die nächste Frage: Geht dafür ein anderer Stürmer?

Uli Hoeneß hat zuletzt immer mantrahaft wiederholt, dass er nur mit drei etablierten Stürmern plus dem jungen Thomas Müller in die neue Saison gehen will, um sich "Theater" zu ersparen.

Mit Gomez, Luca Toni, Ivica Olic und Miroslav Klose hätte man nach der Rechnung einen Angreifer zu viel.

Rummenigge will Toni halten

Der naheliegende Streichkandidat wäre Toni, der ein ähnlicher Spielertyp ist wie Gomez und zuletzt nicht mehr den Glanz seiner Debütsaison bei Bayern versprühte.

Rummenigge aber will nichts von einem Toni-Verkauf wissen: "Wir werden Luca Toni sicher nicht sagen, dass er gehen soll."

Man wolle "größtmögliche Qualität aufbauen - und nichts abbauen".

Rummenigge wiederholte auch noch einmal die offizielle Position, dass es für die offenbar wechselwilligen Franck Ribery und Philipp Lahm keine Freigabe gebe.

Auf die Meldung Riberys Ehefrau Wahiba wäre in Madrid bereits auf Häusersuche antwortet Rummenigge: "Frau Ribery kann Häuser kaufen, wo immer sie will."

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