vergrößernverkleinern
Diego wechselte 2006 für rund sechs Millionen Euro aus Porto nach Bremen © getty

Der Werder-Spielmacher wechselt für 24,5 Millionen Euro zur "Alten Dame". Die Ablöse könnte sich sogar noch einmal erhöhen.

Von Mathias Frohnapfel

Turin - Juventus Turin hat am Dienstag den Transfer des brasilianischen Spielmachers Diego vom Bundesligisten Werder Bremen für 24,5 Millionen Euro bestätigt.

Der 24-Jährige erhält einen Fünfjahresvertrag beim Renommierklub.

Diego sagte nach den erfolgreichen Vertragsgesprächen:

"Ich bin sehr froh und stolz, Teil eines so prestigeträchtigen Klubs zu werden. Davon habe ich schon als Kind geträumt."

Werder könnte bis zu 27 Millionen Euro erzielen

Die Ablösesumme wird in drei Raten gezahlt: bis 1. Juli 2009 sind 14,0 Millionen, bis 1. Juli 2010 5,5 Millionen und bis 1. Juli 2011 5,0 Millionen Euro fällig.

Hinzu kämen weitere 2,5 Millionen Euro Zusatzzahlung im Falle des Erreichens besonderer sportlicher Ziele.

Somit könnte Werder 27 Millionen Euro für Diego, der noch einen Vertrag bis 30. Juni 2011 bei Werder besaß, einstreichen.

Nur in diesem Fall wäre Diego der teuerste Bundesliga-Transfer aller Zeiten. Bisheriger Rekordmann ist Owen Hargreaves von Bayern München, der beim Transfer zu Manchester United 25 Millionen Euro gekostet hatte.

Allofs: "Finanziell wichtig, Spieler zu verkaufen"

"Das ist natürlich kein freudiger Moment für uns", sagte Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs bei der Verkündung des Deals in den Katakomben des Weserstadions.

"Wir verlieren einen Spieler, der unser Spiel erheblich beeinflusst hat. Es war ein Glücksfall für uns und die ganze Liga, einen solchen Spieler drei Jahre bei uns zu haben."

2006 war Diego für rund sieben Millionen Euro von der Ersatzbank des FC Porto nach Bremen gekommen.

"Für uns ist es finanziell immer wieder wichtig, Spieler zu verkaufen", meinte Allofs, "es macht uns aber auch stolz, dass es uns immer wieder gelingt, Spieler auszubilden."

Kommt Marin als Diego-Ersatz?

Der Gladbacher Marko Marin soll bei Werder gemeinsam mit Mesut Özil helfen, Diego zu ersetzen.

Marin hat laut Allofs den Gladbachern bereits mitgeteilt, dass Werder an ihm interessiert sei.

Nun geht es um die weiteren Details. "Wir werden in den nächsten Tagen in Erfahrung bringen, welche Ablöse sich Gladbach vorstellt", sagte Allofs (zum Artikel: Marin vor Wechsel zu Werder)

Diego: "Große Ziele mit Juventus"

Diego (Spielerporträt) freut sich auf seinen neuen Arbeitgeber.

"Juve ist der beste Klub der Welt. Sie haben seit zwei Jahren Interessse an mir gezeigt. Jetzt haben sie ein professionelles Angebot vorgelegt, das hat mir zugesagt."

Auch die neue Herausforderung in Italien reizt ihn.

"Nach den Erfahrungen in Portugal und der Bundesliga kann ich mich in einem Fußball auf allerhöchstem Niveau messen", berichtete er. "Es ist genau der richtige Moment in meiner Karriere, um so einen wichtigen Schritt zu machen."

Zuversichtlich zeigte sich der Brasilianer, was die hochgesteckten Erwartungen in Turin anbetrifft:

"Ich bin überzeugt, mit Juve große Ziele zu erreichen."

Im Moment konzentriert er sich aber auf das DFB-Pokalfinale am Samstag. "Ich möchte die Werder-Fans auf die beste Art und Weise verlassen, denn auch durch sie bin ich in den vergangenen Jahren gewachsen, um mir jetzt diese Chance in Turin zu verdienen."

Blanc preist Diegos Stärken

Juves Geschäftsführer Jean-Claude Blanc erklärte gegenüber der "Gazzetta dello Sport", weshalb die Bianconeri nicht locker gelassen haben, ehe sie endlich Diego verpflichten konnten.

"Er ist aufgrund seiner technischen Fähigkeiten eine Verstärkung und ein fundamentaler Spieler für unser Team. Wir haben immer davon gesprochen, junge Spieler und Stars in einem Team zusammenzubringen. Diego ist die Synthese daraus."

Blanc führte an, dass der Spielmacher trotz seiner 24 Jahre bereits über enorm viel Erfahrung verfüge. "Ich bin sicher, dass sein Beitrag wichtig sein wird, um Juve mit Blick auf die nächsten Ziele weiter voranzubringen."

Auch der Turiner Sportdirektor Alessio Secco gab sich äußerst zufrieden nach dem Diego-Coup. Mit dem Vertragsabschluss werde ein monatelanges Bemühen erfolgreich zu Ende geführt.

"Diego ist ein einzigartiger Spieler", betonteSecco, "und um ihn nach Turin zu bringen, mussten wir mit den größten Klubs Europas konkurrieren. Seine Verpflichtung erlaubt es, mit verschiedenen Spielformen zu experimentieren."

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel