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Mario Gomez schoss in 121 Bundesliga-Spielen 63 Tore für Stuttgart © getty

Der Stürmer begründet seine Entscheidung für den Wechsel nach München - der noch teurer sein könnte als bislang angenommen.

Von Martin Hoffmann

München - Als allererstes entschuldigte sich Mario Gomez.

"Ich bin noch halb im Schlaf und relativ fertig", teilte er den Reportern in Schanghai auf der Pressekonferenz vor dem Länderspiel gegen China (Fr., ab 14 Uhr LIVE) mit.

Kein Wunder: Zehn Stunden Flugreise hatte der Stürmer in den Knochen - dazu einen anschließenden Fiebertest, mit dem die chinesischen Behörden ermittelten, ob die Passagiere Symptome der Schweinegrippe haben.

Dass er dann noch gefühlt genauso lang den Ausführungen der DFB- und DFL-Oberen über den sportlichen und wirtschaftlichen Wert der Asienreise lauschen musste - mitsamt ausladender chinesischer Übersetzung -, half wohl auch nicht direkt gegen die Müdigkeitsgefühle.

"Keinen Grund" fürs Ausland

Aber da musste er durch, schließlich wartete jeder gespannt auf Gomez ersten öffentlichen Auftritt nach Bekanntgabe seines Wechsels vom VfB Stuttgart zum FC Bayern (Perfekt: Gomez zum FCB).

Warum Bayern? Warum ist er nicht in Stuttgart geblieben oder ist ins Ausland gegangen? Das waren die drängenden Fragen.

Und Gomez war noch fit genug für klare Antworten.

"Ich habe keinen Grund gesehen und ich hatte auch keine Lust, ins Ausland zu gehen", hielt Gomez fest.

Internationaler Titel im Visier

"Die Bundesliga ist sehr attraktiv, und Bayern kann international mithalten", befand der 23-Jährige.

Er wolle in seiner Karriere "den nächsten Schritt" gehen - und den sieht er in München: "Ich will international etwas gewinnen und in der Meisterschaft voll angreifen."

Die Konkurrenz im Bayern-Sturm fürchte er nicht: "Die ist mir bewusst und die habe ich auch gesucht. Ich will mich nicht nur in den Spielen beweisen, sondern auch Tag für Tag im Training."

"Interesse nie abgebrochen"

Stuttgart zu verlassen, sei "keine leichte Entscheidung" gewesen. Aber: "Ich bin ein Sportler, der erfolgreich sein will. Die Chance sehe ich in Bayern besser als in Stuttgart."

Gomez berichtete in der Pressekonferenz von Angeboten aus England und aus Italien, die er auch deshalb abgelehnt hätte, weil die Bayern schon so lange um ihn geworben hatten.

Das Interesse wäre "nie abgebrochen - auch nicht nach der verkorksten EM oder der schwierigen Hinrunde".

Entscheidung erst nach Saisonfinale

Gomez beteuerte allerdings, dass er den Entschluss zu Gunsten der Bayern erst nach dem Saisonfinale - in dem die Bayern Stuttgart im direkten Duell um die unmittelbare Champions-League-Qualifikation besiegten - gefasst hätte.

"Die Entscheidung habe ich von Samstagabend bis Dienstag getroffen", so Gomez. Nach der Asienreise werde dann der Vertrag unterschrieben.

Er sprach von den vielleicht "wichtigsten Stunden meiner Karriere".

Noch mehr als 30 Millionen?

Auf die Bayern könnten beim Gomez-Deal noch größere Kosten zukommen als die 30 Millionen Euro von denen bisher die Rede war (110902DIASHOW: Rekordtransfers der Bundesliga).

Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, dass die festgeschriebene Ablösesumme in Gomez? Vertrag für einen Wechsel zu Bayern angeblich noch höher ist.

Eine andere Variante, die kursiert, ist, dass die in der Klausel fixierten 30 Millionen nur die Mindestsumme sind und die Stuttgarter den Bayern eine noch höhere Ablöse abhandeln könnten.

Gemunkelt wird auch von einer erneuten Zahlung an Stuttgart, sollte Gomez weiterverkauft werden.

Nachfolgekandidat Helmes

Heißester Kandidat auf Gomez' Nachfolge in Stuttgart scheint Patrick Helmes zu sein (110436DIASHOW: Helmes zum VfB? - Die Wechselbörse).

Der VfB soll nach übereinstimmenden Medienberichten schon ein Gespräch mit Gerd vom Bruch, dem Berater des Leverkuseners geführt haben.

Helmes hat bei Bayer Vertrag bis 2013, allerdings könnte ihm Leverkusen bei einer Niederlage im Pokalfinale gegen Bremen keine Teilnahme am internationalen Geschäft bieten.

Bayer-Boss Wolfgang Holzhäuser aber will Helmes nicht abgeben: "Wir haben nicht zwei bis drei Jahre eine Mannschaft aufgebaut, um sie dann wieder auseinanderbrechen zu lassen."

Alternative aus Frankreich

Ein anderer Kandidat bei Stuttgart ist der Franzose Andre-Pierre Gignac vom FC Toulouse.

Der 24-Jährige hat in der vergangenen Saison 24 Tore erzielt und hat im April sein Debüt für das Nationalteam gefeiert. Sein Marktwert soll bei 12 Millionen Euro liegen.

Schalkes Kevin Kuranyi und Hoffenheims Demba Ba, die beide keine Freigabe bekommen, sollen kein Thema beim VfB mehr sein.

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