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Timo Rost kam 2001 von Austria Wien zu Energie Cottbus © imago

Im Interview mit Sport1.de spricht der Ex-Nürnberger und jetzige Cottbus-Kapitän Rost über Energies Erfahrung im Abstiegskampf.

Von Christian Stüwe

München - Alte Liebe rostet nicht: Wenn Timo Rost mit Energie Cottbus im ersten Relegationsspiel (ab 17.30 Uhr LIVE) auf den Zweitliga-Dritten 1. FC Nürnberg trifft (Nürnberg und Cottbus vor Nervenschlacht), pochen in der Brust des waschechten Franken zwei Herzen.

"Das ist ein geiles Spiel für mich, weil es gegen meinen Heimatverein geht", sagt Energie-Kapitän Rost (Spielerportrait), der als 15-Jähriger in Nürnbergs Jugendabteilung wechselte.

Nun kämpft Rost mit den Lausitzern ausgerechnet gegen den Club ums nackte Überleben. Doch einen Heimat-Bonus lässt er nicht gelten.

Im Interview mit Sport1.de spricht Rost über die Erfahrung der Lausitzer im Abstiegskampf, die Favoritenrolle und er verrät, warum es kein Nachteil ist, zunächst zu Hause anzutreten.

Sport1.de: Herr Rost, in den Relegationsspielen geht es gegen den 1. FC Nürnberg, Ihren alten Verein. Eine ganz besondere Situation?

Timo Rost: Das ist ein geiles Spiel für mich, weil es gegen meinen Heimatverein geht. Aber ich bin Profi. Wer mich kennt weiß, dass ich als Kapitän von Energie Cottbus alles geben werde.

Sport1.de: Sind Sie nach dem Sieg gegen Leverkusen und dem damit verbundenen Erreichen des Relegationsplatzes (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle) selber überrascht von den Comeback-Qualitäten Ihrer Mannschaft?

Rost: Überrascht eher weniger, aber sehr erfreut. Aus dem Grund, weil wir immer dann zu phänomenalen Leistungen in der Lage sind, wenn wir eigentlich schon totgesagt sind. Diesmal war es wirklich sehr, sehr knapp. Deswegen habe ich mich sehr gefreut, dass wir uns alle noch mal so zusammengerissen haben.

Sport1.de: Woher kommt diese besondere Fähigkeit der Mannschaft?

Rost: Energie Cottbus spielt immer gegen den Abstieg. Wir haben da viele erfahrene Spieler in unseren Reihen. Wenn Spieler vieler verschiedener Nationalitäten in einer Mannschaft sind, ist es schwer, die alle unter einen Hut zu bringen. Aber das haben wir immer wieder geschafft. Auch jetzt wieder. Und deshalb sind wir zurückgekommen.

Sport1.de: Sie gehen mit einem 3:0-Sieg gegen Leverkusen in die Relegation. Gibt das Erfolgserlebnis noch einmal richtig Auftrieb?

Rost: Das Stadion wird einem Hexenkessel gleichen. Wir müssen jetzt versuchen, die Nerven zu behalten, aber auch den Elan und die Euphorie mitzunehmen.

Sport1.de: Sehen Sie sich als Bundesligist in der Favoritenrolle?

Rost: Ganz ehrlich, mich und meine Mannschaft interessiert das überhaupt nicht, wer jetzt Favorit ist und wer nicht. Es sind zweimal 90 Minuten zu spielen es sind zwei sehr schwierige Spiele. Wir machen uns keinen Kopf über die Favoritenrolle. Wir wissen, was auf dem Spiel steht und so wollen wir die Spiele auch angehen.

Sport1.de: Zwei Spiele innerhalb von vier Tagen, es geht in den Abstiegs-Playoffs um alles oder nichts. Ist das nicht maßgeschneidert für den ?Fight Club? Energie Cottbus?

Rost: Ich glaube schon, dass das uns liegt. Weil wir auch die Erfahrung in der Mannschaft haben. Ich warne aber davor, Nürnberg auch nur ein bisschen zu unterschätzen. Wenn wir das machen, haben wir schon verloren.

Sport1.de: Wo sehen Sie die Stärken des 1. FC Nürnberg?

Rost: Ganz klar in der Offensive. Mit Marek Mintal kommt der Torschützenkönig der Zweiten Liga. Er hat auch schon in der Bundesliga bewiesen, dass er sein sehr guter Stürmer ist. Wir müssen höllisch auf die Offensive des Clubs aufpassen. Allerdings glaube ich auch, dass sie in der Defensiv verwundbar sind.

Sport1.de: Ist es ein Nachteil, zuerst zu Hause ran zu müssen?

Rost: Definitiv nein. Wir haben am Samstag einen Hexenkessel in Cottbus gehabt. Und ich habe am Montag gesehen, wie der Kartenvorverkauf für das Relegationsspiel gestartet ist. Von daher ist es sehr gut für uns, zuerst zu Hause zu spielen.

Sport1.de: Bereiten Sie sich speziell auf die Spiele vor?

Rost: Ja. Wir sind am Dienstag in ein Trainingslager in der Nähe von Berlin gefahren. Um einfach abzuschalten, den Kopf frei zu bekommen und uns voll und ganz auf die beiden Spiele zu konzentrieren.

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