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MATTHIAS GINTER (ab 90.): Kommt für seinen verletzten Dortmunder Teamkollegen noch zu einem Kurzeinsatz. Ohne Bewertung
Die Spieler des 1. FC Nürnberg bejubeln das 3:0 und können fast für die Bundesliga planen © getty

Der 1. FCN siegt verdient beim Relegations-Hinspiel in Cottbus. Boakye sorgt mit seinem Doppelpack für deutliche Verhältnisse.

Cottbus - Der 1. FC Nürnberg hat die Rückkehr in den erlauchten Kreis der deutschen Fußball-Elite dicht vor Augen.

Der Zweitliga-Dritte gewann das Hinspiel des ersten Relegationsduells seit 18 Jahren bei Energie Cottbus deutlich mit 3:0 (1:0) und hat sich damit eine glänzende Ausgangsposition für den direkten Wiederaufstieg in die Bundesliga geschaffen.

Im Rückspiel am Sonntag kann der neunmalige Deutsche Meister gegen den Bundesliga-16. vor wahrscheinlich 46.780 Zuschauern im ausverkauften WM-Stadion auch mit einer knappen Niederlage den siebten Aufstieg der Klubgeschichte perfekt machen.

Energie dagegen droht der zweite Abstieg nach 2003.

Glückliche Führung durch Boakye

Der 1:0-Führungstreffer für den Club durch Angreifer Isaac Boakye in der 13. Minute war in der Entstehung und gemessen am Spielverlauf glücklich. Sein eigentlich harmloser Schuss aus 22 Metern wurde vom Cottbuser Ivan Radeljic unhaltbar vor Torhüter Gerhard Tremmel abgefälscht.

In der 55. Minute machte Sturmpartner Christian Eigler mit einem Heber über Tremmel alles klar für die in der zweiten Hälfte besseren Nürnberger. Boakye erzielte eine Minute vor dem Ende gar das 0:3.

Tremmel ringt nach Worten

"Das frühe Tor hat uns unheimlich geholfen. Dass es dann drei Tore werden, ist überragend. So ein Ergebnis birgt natürlich auch Gefahren, aber ich glaube, dass wir den Sack zumachen können", sagte Club-Trainer Michael Oenning.

Energie-Keeper Tremmel war entsetzt: "Es ist schwierig, nach so einem Desaster Worte zu finden. Die Aussichten sind nun ganz schlecht."

Kampfspiel im Stadion der Freundschaft

Vor 22.528 Zuschauern im ausverkauften Stadion der Freundschaft entwickelte sich das erwartete Kampfspiel mit vielen Zweikämpfen und Emotionen auf beiden Seiten. Die Cottbuser begannen ungewohnt stürmisch und versuchten anfangs, mit Pässen in die Spitze das Mittelfeld schnell zu überbrücken.

Dadurch kamen sie früh zu Torchancen wie beim Schuss des Chinesen Jiayi Shao, den Nürnbergs Torhüter Raphael Schäfer nur mit viel Mühe über die Latte lenkte (7.).

Mitten in die Drangphase der Hausherren fiel jedoch die 1:0-Führung für den Club.

Mintal in erster Hälfte abgemeldet

Die Cottbuser waren vom Rückstand nur kurz geschockt und drückten den Zweitligisten in die Defensive, doch es fehlte oft die Konzentration im Abschluss. Zudem musste in der 34. Minute Stürmer Emil Jula verletzt für Ivica Iliev ausgewechselt werden.

Nürnberg verlegte sich fast ausschließlich auf Konter. Zweitliga-Torschützenkönig Marek Mintal, um den sich abwechselnd Energie-Kapitän Timo Rost und Mariusz Kukielka kümmerten, kam in der ersten Halbzeit nicht wie gewohnt zur Entfaltung.

Cottbuser Widerstand gebrochen

Nach dem Seitenwechsel suchten die Gäste etwas mehr die Offensive und wurden prompt mit dem 2:0 durch Eigler belohnt. Danach schien der Widerstand der Lausitzer, die kaum noch Akzente nach vorne setzten, gebrochen.

Die Fans quittierten die Leistungmit "Prasnikar-raus"-Rufen. Bei den Cottbusern fiel erneut Torjäger Dimitar Rangelow (neun Bundesligatreffer) wegen einer Bänderdehnung aus.

Club-Trainer Michael Oenning vertraute der gleichen Startformation, die am letzten Spieltag der Zweiten Liga gegen 1860 München 2:1 gewonnen hatte.

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