Lionel Messi verdient alle Würdigungen, die er nach Barcelonas Triumph bekommt. Aber sie würde auch noch anderen gebühren.

"Messi-as!" "Messi-ker!" "Messi-merisierend!"

Alle mehr oder weniger gelungenen Wortspiele müssen nach diesem Champions-League-Finale herhalten, um den Matchwinner des FC Barcelona zu würdigen.

Die Aufmerksamkeit, die der Argentinier jetzt bekommt, ist hochverdient - ohne Frage.

Aber trotzdem: es wäre grundfalsch, wenn man von diesem Finale nur das unwirklich anmutende Kopfballtor des kleingewachsenen Angreifers in Erinnerung behält.

Messi ist Barcelonas umjubelter Superstar - was schon eine ironische Note hat, so unscheinbar und verhuscht wie dieser Messi ist, wenn er gerade nicht auf dem Platz steht.

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Doch an diesem Abend war er nicht mal der herausragende Akteur in Barcelonas begnadetem Künstlerkollektiv.

Xavi und Andres Iniesta, die wie einst ihr jetztiger Trainer "Pep" Guardiola im Mittelfeld die Bälle verteilen und laufen lassen, haben ihn sogar noch überragt.

Die beiden katalanischen Eigengewächse sind Spieler von der Sorte, die von der breiten Masse der Fans, Medien und Sponsoren gern übersehen werden.

Spieler, die es nicht auf Titelblätter von Lifestyle-Magazinen schaffen, Spieler die in dieser kommerzialisierten Branche Fußballstars statt Medienstars bleiben werden.

Aber dieser Abend in Rom war auch ihre große Stunde.

Da passt es ins Bild, dass es zugleich die bitterste war für Cristiano Ronaldo, den unumschränkten Fußball- und Medienstar von Manchester United.

Ronaldo wird selten übersehen, das stellt er nicht nur durch seine Leistung auf dem Platz, sondern auch durch seine extrovertierte Art außerhalb sicher.

Weil Ronaldo auf viele wie das Klischeebild des eitlen Sportlergockels aus amerikanischen High-School-Filmen wirkt, zieht er nun alle Häme auf sich.

Auch das wiederum ist nicht wirklich fair, da Ronaldo gar kein schlechtes Spiel gemacht hat.

Er ist letztlich nur gescheitert ist an der übergroßen Erwartungshaltung, dieses Finale mit seiner Klasse zu prägen.

Messi hat das im Gegensatz zu Ronaldo geschafft. Aber er hatte eben auch seine stillen Helfer.

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