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Luca Toni wechselte 2007 vom AC Florenz zum FC Bayern © imago

Dank Gomez braucht Bayern den Stürmerstar nicht mehr. Ihn loszuwerden wird allerdings aus mehreren Gründen kompliziert.

Über den FC Bayern berichtet Martin Hoffmann

München - Es war der spektakulärste Transfer-Doppelpack in der Geschichte des FC Bayern.

Für 36 Millionen Euro holte der Rekordmeister 2007 Luca Toni und Franck Ribery an die Isar - zwei Weltstars, die Bayern ein neues, ein international strahlendes Gesicht geben sollten.

Die beiden sollten Bayern in eine neue Ära führen. Zwei Jahre später scheint es, als wäre diese Ära schon vorbei.

Bei beiden stehen die Zeichen auf Abschied. Bei Ribery, weil man ihn wohl nicht halten kann. Bei Toni, weil man ihn nicht mehr halten will (Bayern kämpft um Ribery - Toni kann gehen).

Deutliche Signale

Der Wechsel von Mario Gomez zu den Bayern scheint Toni überflüssig zu machen.

Dass sie den Italiener loswerden wollen, sagen die Bayern nicht direkt - aber die Signale sind deutlich.

Auch wenn es letztlich am neuen Coach Louis van Gaal hängt: Manager Uli Hoeneß und Präsident Franz Beckenbauer haben beide schon erklärt, dass sie kaum mit fünf Stürmern in die neue Saison gehen.

"Man wird schauen, was noch übrig bleibt", so Beckenbauer.

Gomez entspricht Tonis Typ

Die Aussagen sind klar auf Toni gemünzt, dem der neu verpflichtete Gomez vom Typ her am ähnlichsten ist.

Beide sind körperbetonte Stoßstürmer, anders als der eher aus dem Spiel kommende Miroslav Klose oder das noch schmächtige Nachwuchstalent Thomas Müller.

Es ist Toni, mit dem Gomez konkurrieren würde - ein Duell mit klaren Vorteilen für den jüngeren und technisch stärkeren Gomez.

Die Bayern erwarten deshalb offenbar, dass Toni von sich aus die Segel streicht. Es stellt sich allerdings die Frage: Bekommen die Bayern ihn überhaupt los?

Über dem Zenit und teuer

Einen Interessenten für Toni zu finden ist nämlich aus mehreren Gründen schwierig.

Toni ist soeben 32 geworden und geht nicht mehr als Perspektivspieler durch.

Sein Leistungszenit scheint auch überschritten: Die Torquote der ersten Bundesliga-Saison (24 Tore in 31 Spielen) konnte er im zweiten Jahr (14 in 25) nicht halten, international ist sein Ruf speziell durch die missratene EM 2008 beschädigt.

Hinzu kommt: Toni ist teuer. Er müsste bei Bayern aus seinem noch bis 2011 laufenden Vertrag herausgekauft werden. Und Tonis aktuelles Gehalt - angeblich fünf Millionen netto pro Jahr - können nicht allzu viele Klubs finanzieren.

Wenig Interessenten bekannt

Aus all diesen Gründen ist Toni bei Europas Spitzenvereinen nicht sehr begehrt, über ernstes Interesse anderer Klubs ist so gut wie nichts bekannt.

Der AC Mailand soll sich einmal um Toni bemüht haben, was aber auch schon mehr als ein Jahr her ist.

Bleibt das Dauerthema einer Rückkehr zum AC Florenz. Ob der aber eine Rückkehr des "verlorenen Sohns" aktuell stemmen kann, ist ungewiss.

Nicht auszuschließen also, dass die Bayern auf Toni sitzen bleiben - und sich mit ihm als teuren Bankdrücker die Querelen einhandeln, die gerade Hoeneß so sehr vermeiden will.

Ribery: Für 50 Millionen "höchstens ein Bein"

Das neueste Gerücht in Bezug auf Ribery: Die englischen Tageszeitungen "The Times" und "The Independent" melden, dass es den Franzosen für 46 Millionen Euro zu Real Madrid ziehen würde - anstatt zu Chelsea, wie die "Sun" vermeldet hatte (93065DIASHOW: Alle Wechselgerüchte zum FC Bayern).

Hoeneß bekräftigt in der "Bild" allerdings, dass es keine offizielle Anfrage für den Franzosen gebe.

Selbst wenn: "Bei 50 Millionen Euro hebe ich nicht mal den Telefonhörer ab, denn dafür kriegt man höchstens ein Bein von Ribery."

Chelsea schnappt Zhirkov weg

Im Sack scheint Chelsea aber einen Spieler zu haben, den auch die Bayern gern gehabt hätten: Juri Zhirkov.

Laut der russischen Zeitung "Twoj Den" hat der 25-jährige Rechtsverteidiger von ZSKA Moskau sich mit dem FC Chelsea auf einen Vier-Jahres-Vertrag geeinigt.

21,5 Millionen Euro lassen sich die Blues den Russen offenbar kosten.

Srna erklärt sich bald

Damit läuft es weiter auf den Kroaten Darijo Srna von Schachtjor Donezk hinaus.

Der will sich nach dem WM-Qualifikationsspiel am 6. Juni gegen die Ukraine zu seiner Zukunft erklären.

Derzeit sagt er nur: "Es gibt viele Anfragen."

Schweinsteiger verstimmt

Srnas potenzieller Partner auf rechts, Bastian Schweinsteiger, ist derweil verstimmt über Uli Hoeneß öffentliche Brandmarkung als "Mitläufer" (Hoeneß warnt Schweinsteiger).

"Ich würde mir wünschen, dass wir bei Bayern mehr miteinander anstatt übereinander sprechen", ärgert er sich in der "Bild"-Zeitung: "Der andere Weg macht mich traurig und ich verstehe ihn nicht."

Ihm sei zwar klar, dass Hoeneß ihn mit der provokativen Äußerung motivieren wollte.

Aber: "Meine Leistung war nicht so schlecht, wie sie manche machen. Und mit 24 Jahren habe ich ja noch einige Entwicklungsstufen vor mir."

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