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Oft auf der Bank: Hans Meyer ließ Marko Marin häufig zu Spielbeginn draußen © getty

Nach dem Abschied von Trainer Hans Meyer hält Gladbach-Sportdirektor Eberl ein Umdenken seines Dribbelkünstlers für möglich.

Von Matthias Becker

München/Mönchengladbach - Einen Tag nach der bösen Trainer-Überraschung treibt Borussia Mönchengladbach die Zukunftsplanungen voran.

Am Donnerstag verabschiedete sich Retter Hans Meyer von der Borussia und hinterlässt eine Lücke, die Sportdirektor Max Eberl erst einmal schließen muss. (Meyer weg - Marin überrascht)

Den Fluch der Trainerlosigkeit versucht Eberl aber sogleich in einen Segen umzudeuten, was den Kampf um Marko Marin angeht.

Nach Meyers Abgang hofft der Sportdirektor der "Fohlen", Marin vielleicht doch noch am Niederrhein halten zu können.

Unter Meyer nicht immer erste Wahl

"Vielleicht sind die Dinge mit einem neuen Trainer ja anders", sagte Eberl.

Dribbelkünstler Marin verband mit Meyer nicht unbedingt tiefe Zuneigung. Der Coach setzte das Talent immer wieder auf die Bank.

Er attestierte Marin Schwächen in der Defensivarbeit und ließ ihn in Auswärtspartien deshalb sieben Mal zu Spielbeginn draußen. (DATENCENTER: Marko Marins Einsatzstatistik)

Marin: "Von meiner Seite alles gesagt"

Auch das, verbunden mit der sportlichen Perspektive, gilt als Grund für Marins Wechselwillen.

"Ich habe meine Entscheidung nach dem letzten Spieltag Herrn Eberl mitgeteilt. Damit ist von meiner Seite aus alles gesagt", erklärte Marin im Gespräch mit Sport1.de.

Das klingt nicht nach einem Verbleib in Mönchengladbach, auch wenn der 20-Jährige eingesteht, nicht mit dem Meyer-Abschied gerechnet zu haben:

"Für mich kommt seine Entscheidung überraschend. Meine letzten Trainingseinheiten im Klub, bevor ich zur U 21-Nationalmannschaft ins Trainingslager zur Vorbereitung auf die Europameisterschaft abgereist bin, hat Meyer noch geleitet und er hat auch schon über die neue Saison gesprochen."

Verhandlungen noch ohne Ergebnis

Doch deutet der Abgang von Meyer tatsächlich schon auf ein Umdenken von Marin hin? Dieser soll sich mit Werder Bremen ja schon über einen Wechsel einig sein.

Die Borussia, die für den Jung-Nationalspieler angeblich zehn Millionen Euro Ablöse fordert, bestätigt zwar erste Verhandlungen mit den Norddeutschen.

Man habe aber "keine Basis für einen Wechsel gefunden", sagte Eberl.

Marin, der bei den "Fohlen" noch einen Vertrag bis 2010 besitzt, will sich gegenüber Sport1.de gar nicht mehr zu dem Thema äußern: "Das ist nun die Sache der verhandelnden Vereine."

Hoffnung auf Kontinuität

Marin hin oder her - die Verpflichtung eines neuen Trainers bereitet Eberl noch mehr Kopfzerbrechen.

Und dabei hegt er vor allem die Hoffnung endlich eine langfristige Lösung zu präsentieren. Schließlich waren in Mönchengladbach seit 2003 sieben Trainer tätig.

"Wir müssen endlich eine Kontinuität finden, einen Weg und einen Plan verfolgen, mit dem wir uns über Jahre hinweg identifizieren können", erklärte Eberl, der zu den gehandelten Nachfolgekandidaten wie Friedhelm Funkel oder Michael Frontzeck keine Stellung nahm.

Bremen als Vorbild

Für die Zukunft schwebt dem Sportdirektor vor, dass der Verein den Rahmen schafft und der Trainer daraus eine Spielkultur entwickelt:

"Das ist wie bei Werder Bremen ein Prozess über Jahre hinweg, das muss unser Vorbild sein"

Ein Vorbild, das ihm aber womöglich schon bald seinen wertvollsten Spieler abspenstig macht.

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