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Marcelo Moreno Martins wechselt von Schachtjor Donezk zu Werder Bremen © imago

Vor dem DFB-Pokalfinale gegen Bayer Leverkusen wird Werder Bremen erstmals auf dem Transfermarkt aktiv. Ein Angreifer kommt.

Aus Berlin berichtet Martin van de Flierdt

Berlin - Manchmal gibt es Liebe auf den zweiten Blick.

Schon vor einem Jahr war Marcelo Moreno Martins das Objekt der Begierde von Werder Bremen.

Doch damals holte sich der Pokalfinalist bei dem bolivianischen Nationalstürmer einen Korb.

Der heute 21-Jährige wechselte vom brasilianischen Topklub Cruzeiro Belo Horizonte für 15 Millionen Dollar zu Schachtjor Donezk. Teurer war nie ein Fußballer aus dem Andenstaat.

Umdenken bei Moreno

Obwohl Werder auch im UEFA-Cup-Finale gegen die Ukrainer mit 1:2 nach Verlängerung den Kürzeren gezogen hat, hat es sich Moreno nun anders überlegt.

"Eigentlich waren wir vor einem Jahr sehr weit, aber dann habe ich mich für Donezk entschieden. Ich freue mich sehr, dass Werder mir eine zweite Möglichkeit gibt", sagte der Angreifer.

In bislang zwölf Spielen für seine Landesauswahl hat er sieben Treffer erzielt - unter anderem den 1:0-Führungstreffer beim legendären 6:1-Erfolg in der WM-Qualifikation Anfang April gegen Diego Maradonas Argentinier.

Zunächst ausgeliehen

"Wir freuen wir uns, dass es mit Marcelos Verpflichtung nun mit etwas Verspätung geklappt hat", ließ sich Werders Sportdirektor Klaus Allofs in einer Pressemitteilung zitieren.

Moreno kommt zunächst leihweise für ein Jahr nach Bremen, doch Werder hat ein Vorkaufsrecht, um ihn anschließend für vier weitere Spielzeiten unter Vertrag zu nehmen.

Gute Nachrichten von der Personalfront also vor dem DFB-Pokal-Finale gegen Bayer Leverkusen (ab 19.30 Uhr LIVE).

Zweiter Klassestürmer vonnöten

Denn dass die Bremer für höhere Ziele einen zweiten Klassestürmer des Formats von Claudio Pizarro dringend benötigen, wurde in der zu Ende gehenden Saison sehr deutlich.

Wenn nun auch Pizarro an der Weser bliebe, wäre dies ein weiteres wichtiges Zeichen für die Bremer Perspektive.

Hätte Moreno bei Schachtjor eine ähnlich wichtige Rolle gespielt, wie ihm nun in Bremen zugetraut wird, dann wäre er aber wohl kaum bei Werder gelandet.

Keine Chance gegen die Brasilianer

Doch Trainer Mircea Lucescu setzte eher auf die Brasilianer Jadson, Fernandinho, Ilsinho und Luiz Adriano, für Moreno blieb deshalb auch im UEFA-Cup-Finale von Istanbul nur ein Platz auf der Bank.

Der Torschützenkönig der Copa Libertadores 2008 (acht Treffer) war daher nur zweimal für Donezk erfolgreich.

An den Qualitäten des Sohnes eines brasilianischen Vaters hat Trainer Thomas Schaaf dennoch keine Zweifel:

Athletisch und technisch stark

"Mit Marcelo Moreno Martins bekommen wir einen athletischen jungen Stürmer, der technisch sehr versiert ist. Ich bin überzeugt, dass er unser Angriffsspiel weiter beleben wird." Das DFB-Pokalfinale wird der Neuzugang sich übrigens noch nicht anschauen können. Er reiste über Frankfurt gleich weiter in sein Heimatland.

Denn auf seine Nationalmannschaft warten die WM-Qualifikationsspiele gegen Venezuela (6.Juni) und in Chile (10. Juni).

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