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Christoph Daum war bereits von 2003 bis 2006 bei Fenerbahce Istanbul tätig © imago

Es ist amtlich: Christoph Daum verlässt Köln mit sofortiger Wirkung. Fenerbahce Istanbul lockt mit einem Gehalt von 3,5 Millionen Euro.

Köln - Schock am Rhein - jetzt ist er amtlich:

Christoph Daum hat seinen Vertrag beim 1. FC Köln gekündigt und steht vor einem Wechsel zum türkischen Erstligisten Fenerbahce Istanbul.

Der erste Bundesliga-Meister bestätigte, dass Daum den Verein verlassen wird und von einer Ausstiegsklausel Gebrauch gemacht hat.

Hintergrund: Daums Vertrag beim Geißbock-Klub lief normalerweise noch bis 30. Juni 2010. Allerdings konnte der Fußballlehrer zum 31. Mai vorzeitig seinen Kontrakt in Köln kündigen. Diese Möglichkeit nutzte der ehemalige Stuttgarter Meister-Trainer nun.

Overath bedauert Abgang

"Es tut uns sehr leid, dass Christoph Daum vom FC weggeht", ließ Klubpräsident Wolfgang Overath in einer Pressemitteilung verlauten.

Und weiter: "Christoph hat sich im Telefonat für die gute Zusammenarbeit bedankt und betont, dass er das ihm vorliegende Angebot aufgrund der herausragenden sportlichen und finanziellen Rahmenbedingungen nicht ablehnen konnte. Wir danken ihm für seine Verdienste für den 1. FC Köln. Er hat hier sehr gute Arbeit geleistet."

Daum, der nach seiner ersten Amtszeit in Köln von 1986 bis 1990 im Jahr 2006 zum FC zurückgekehrt war und den Klub im zweiten Anlauf 2008 in die Bundesliga zurückgeführt hatte, wird in Istanbul wohl die Nachfolge des spanischen Europameister-Trainers Luis Aragones antreten.

Nachfolger von Aragones?

Dessen Vertrag wurde laut Medienberichten nach nur einem Jahr aufgelöst. Bereits am Montagabend wurde die Trennung vom spanischen Fußballlehrer laut der Sportzeitung "El Mundo Deportivo" vollzogen.

Aragones war nach dem EM-Triumph mit Spanien durch das 1:0 im Endspiel von Wien gegen Deutschland im vergangenen Jahr zu Fener gewechselt.

Daum hatte bereits von 2003 bis 2006 für den Istanbuler Klub gearbeitet und den Klub zweimal zur türkischen Meisterschaft geführt.

3,5 Millionen Euro netto?

Der 55-jährige soll 3,5 Millionen Euro netto pro Saison in Istanbul verdienen.

Dabei war die Person Daum Kernstück eines langfristigen Plans, der den Traditionsklub wieder zum Erfolg vergangener Zeiten führen solte. Daum wollte eigentlich eine schlagkräftige Truppe um den Liebling der Kölner, Lukas Podolski aufbauen.

Stattdessen nun der Abgang, der Klubmacher und Fans vor den Kopf stieß. Wohl auch wegen seiner Plötzlichkeit.

"Christoph Daum hat Wolfgang Overath um 19 Uhr angerufen und gesagt: 'Ich bin weg!'", plauderte Kölns Vize-Präsident Jürgen Glowacz im "Express" aus dem Nähkästchen.

Manager Meier enttäuscht

Die Enttäuschung am Rhein ist groß:

"Christoph Daum hat mich am Montagabend angerufen. Ich hatte damit nicht gerechnet, werde jetzt nachschauen, ob die Kündigung per Fax auf der Geschäftsstelle eingegangen ist", zitiert die "Bild" Manager Michael Meier.

Und weiter: "Wir müssen professionell damit umgehen."

Kontaktaufnahme am Freitag

Fenerbahce soll die Bemühungen um Daum gestartet haben, nachdem der Klub von Interesse des Lokalrivalen Galatasaray erfahren hatte.

Am Freitag hat es laut "Bild" eine erste Kontaktaufnahme zu Daum gegeben.

Einen Tag darauf sei demnach Präsidenten-Sohn Ali Yildirim nach Mallorca geflogen, wo Daum seinen Urlaub verbringt.

"Poldi" nicht genug?

Die angebliche Motivation für Daums Abgang: Der Kauf seines Wunschsspielers Lukas Podolski soll für den Trainer nicht ausreichend gewesen sein.

Die Möglichkeiten scheinen bei Fenerbahce weitaus größer zu sein. So soll sich Daum die besten Spieler der Türkei holen dürfen und darüber hinaus noch international auf "Shopping-Tour" gehen dürfen.

Die "Bild" berichtet etwa von Interesse am Leverkusener Tranquillo Barnetta.

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