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Philipp Lahm (r.) gehörte unter Jürgen Klinsmann nicht zum Mannschaftsrat der Bayern © getty

Der Nationalspieler nutzt die Asienreise zu einer Generalabrechnung mit seinem Ex-Trainer - und setzt Bayern unter Erfolgsdruck.

München - Philipp Lahm hat als erster aktueller Spieler des FC Bayern massive Kritik an der Arbeit von Jürgen Klinsmann geübt.

"Meiner Meinung nach haben wir in dieser Saison genau ein gutes Spiel gemacht, das war das 3:0 in Bochum. Abgesehen von den letzten fünf Spielen unter Jupp Heynckes natürlich", sagte Lahm auf der Asienreise der Nationalelf im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung".

Trotz der Taktik-Kritik von Spielern wie Kapitän Mark van Bommel und Ze Roberto habe Klinsmann nichts geändert. "Die Mannschaft hat alles versucht, die Probleme selber in den Griff zu bekommen", so Lahm.

"Dass wir so viele Gegentore bekommen haben, liegt ja nicht daran, dass die Verteidiger plötzlich nicht mehr Fußball spielen können. Wir hatten einfach keine Ordnung auf dem Platz."

Klinsmann sei bei der WM 2006 ein guter Trainer gewesen, "aber er braucht die richtigen Leute im sportlichen Umfeld um sich herum". 2831(DIASHOW: Klinsmanns Karriere)

Champions-League-Perspektive - oder weg

Zugleich setzte der Nationalspieler seinen Verein unter Druck.

Sollte man künftig nicht um den Titel in der Champions League mitspielen können, "muss ich mich irgendwann anderweitig umschauen".

Die beste Zeit eines Fußballers "dauert nicht zehn Jahre".

Van Gaal "wichtigster Transfer"

Die Verpflichtung von Louis van Gaal (Van Gaal kommt mit seinem Wunschzettel) ist für Lahm ein richtiges Signal.

"Der absolut wichtigste Transfer ist der Trainer", meinte Lahm: "Der Trainer wird viel mehr herausholen aus ihr als im vorigen Jahr. Wenn die Taktik stimmt, ist mehr gewonnen als durch viele Transfers." 93065(DIASHOW: Bayerns Transfer-Baustellen)

Das gelte auch auf der Torwartposition. "Wir haben zwei sehr gute", sagte Lahm über Jörg Butt und Michael Rensing.

Heynckes empfiehlt Butt und Rensing

Heynckes hat ebenfalls eine Empfehlung für das aktuelle Torwart-Duo ausgesprochen.

"Ich würde mit Butt und Rensing weitermachen. Zwischen ihnen und Neuer oder Adler sehe ich keinen großen Qualitätsunterschied", sagte der verabschiedete Übergangscoach der "Abendzeitung".

Rensing hätte man "im ganzen Verein noch mehr stärken müssen", meinte er.

Konzept nicht umgesetzt?

Auch Beckenbauer und Hitzfeld setzten sich kritisch mit Klinsmanns Arbeit auseinander.

"Man sollte nicht übersehen, dass der Jürgen auch sehr positive Signale gesetzt hat. Doch es nützt alles nichts, wenn du ein Konzept hast, das auf dem Papier wunderbar aussieht, du es aber nicht umsetzen kannst", sagte Bayern-Präsident Beckenbauer bei "dfb.de".

Der "Kaiser" glaubt aber trotz Klinsmanns gescheitertem Projekt in München: "Langfristig wird er sich durchsetzen."

Hitzfeld: Zu viel Detailarbeit

Hitzfeld sieht die Gründe von Klinsmanns Scheitern auch in dessen zu großer Detailarbeit.

"Besser als ein vielköpfiges Trainerteam einzuarbeiten, wäre gewesen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: eine Mannschaft zu formen und Spiele zu gewinnen", sagte der Schweizer Nationalcoach und Klinsmann-Vorgänger in München der "Welt".

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