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Geht er - bleibt er? Manuel Neuer sitzt zwischen allen Stühlen © getty

Obwohl die Bayern ihr Angebot für Schalkes Keeper auf 18,5 Millionen Euro nachgebessert haben sollen, schaltet Magath mehr denn je auf stur.

Von Christian Paschwitz

München - Die sich ständig widersprechenden Aussagen rücken den Wechselpoker in ein immer seltsameres Licht:

Jetzt soll Schalkes Neu-Coach Felix Magath im "Fall Manuel Neuer" plötzlich wieder ein Machtwort gesprochen haben. Er will den Wechsel des Keepers zum FC Bayern angeblich doch um jeden Preis verhindern.

"Es ist ja schön, dass Manuel jetzt bei der Nationalelf war und da vielleicht was gehört hat. Aber es gibt keinen neuen Stand", wird Magath in der "Bild" zitiert. "Es gibt auch keine Eventualitäten oder Schmerzgrenzen."

Und weiter: "Manuel Neuer hat bei Schalke einen Vertrag bis 2012. Er wird in der nächsten Saison für Schalke 04 spielen. Mehr gibt es nicht zu sagen."

Was läuft da mit Wiese?

Ähnlich hatte sich Magath ("Er ist ein Super-Torwart. Wir brauchen ihn selbst!") bereits vor wenigen Tagen über den gebürtigen Gelsenkirchener geäußert.

Kurz darauf allerdings hatte der 04-Coach laut "Sport Bild" sein Interesse an Werder Bremens Schlussmann Tim Wiese bekundet. Weil Magath inzwischen offenbar selbst alles andere als davon überzeugt ist, mit Neuer in die neue Saison zu gehen.

Zumal die Bayern für den 23-Jährigen nun angeblich 18,5 Millionen Euro Ablöse plus Schlussmann Michael Rensing bieten, wie die "Recklinghäuser Zeitung" erfahren haben will.

Dem Bericht zufolge haben die Bayern ihr erstes Angebot in Höhe von neun Millionen Euro damit deutlich verbessert.

Wohl auch, weil sie sich von sich Rene Adler einen Korb einhandeln würden. "Den kriegst du nicht, Leverkusen hat den Bayer-Konzern im Rücken", so Manager Uli Hoeneß in der "tz".

Rummenigge bringt Schalke in Erklärungsnot

Bayern-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge untermauerte nun noch einmal das Münchner Begehren an Neuer.

Und spielt den Ball süffisant zurück zu den Königsblauen und Neuer, der am Dienstag beim 7:2 gegen die Vereinigten Arabischen Emirate sein Debüt für die deutsche Nationalmannschaft gegeben und eine gute Leistung gezeigt hatte. (zum Artikel)

"Ich glaube schon, dass der Spieler Interesse hat, zum FC Bayern zu kommen", so Rummenigge. Nun sei es "eine Entscheidung, die Schalke zu fällen hat."

Tönnies dementiert weiter

Frü dessen Aufsichtsratschef indes ist dieser Prozess bereits abgeschlossen: "Wir lassen uns von den Bayern nicht das Gesicht wegreißen. Ich sehe den Fall zu 100 Prozent wie Felix Magath."

Ohnehin glaubt Clemens Tönnies nach wie vor nicht an die Wechselabsichten Neuers, der einen solchen nach seiner Länderspiel-Taufe allerdings befeuert hatte (zum Artikel: Neuer flirtet mit Bayern)

"Ich weiß nichts von einem Angebot und habe mich auch gerade noch einmal bei unserem Vereinsvorsitzenden Josef Schnusenberg erkundigt, ob bei ihm etwas eingegangen wäre", so Clemens Tönnies im "RevierSport".

Neuers Berater widerspricht

"Auch er hat mir gesagt, dass es kein Angebot gibt. Manu hat zuletzt gesagt, dass er sich zu 100 Prozent zu Schalke 04 bekennt. Das glaube ich ihm und gehe davon aus, dass er bei uns bleibt."

Dem widerspricht dagegen Neuers Berater Thomas Kroth: Es liege eine offizielle Anfrage vor, jetzt sei Schalke am Zug. "Natürlich, da macht der Manuel ja keinen Hehl draus, ist es klar, dass sich ein Spieler Gedanken macht, wenn der FC Bayern anfragt", so Kroth im "Münchner Merkur". "Aber es liegt derzeit nicht an ihm."

Womöglich spielen die Schalker bewusst auf Zeit, um die Ablösesumme für Neuer noch weiter in die Höhe zu treiben.

Denn: Laut dem Klubmagazin "Schalker Kreisel" drücken 04 Schulden von 136,6 Millionen Euro.

Machtwort nur Ablenkungsmanöver?

Auf Einnahmen ist der Verein also stärker denn je angewiesen, zumal man in der kommenden Saison auch nicht international vertreten ist.

Finanziell käme ein Neuer-Verkauf da gerade recht - und Magaths neues Machtwort einem Ablenkungsmanöver gleich...

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