vergrößernverkleinern
Bruno Labbadia kam 2008 von Greuther Fürth nach Leverkusen © getty

Angeblich perfekt: Leverkusens Trainer soll an die Alster. Trotz des Zoffs mit Bayer wurde aber hart um Labbadia gerungen.

Von Martin Hoffmann

München - Die neueste Umdrehung des Trainerkarussells scheint vollendet: Bruno Labbadia verlässt Bayer Leverkusen und heuert beim Hamburger SV an.

Die "Bild"-Zeitung meldet den Deal bereits als perfekt, andere Medien übereinstimmend als annähernd so weit. Labbadia soll womöglich am Freitag schon als Erbe von Martin Jol an der Alster präsentiert werden (113025DIASHOW: Das Trainerkarussell der Bundesliga).

Labbadia war schon vor einem Jahr heißer Kandidat, als der HSV einen Nachfolger für Huub Stevens gesucht hat.

Die Hamburger Oberen konnten sich jedoch nicht auf den ehemaligen Stürmer des Klubs einigen.

Feilschen um eine Ablöse

Durch die Verwerfungen in Leverkusen kam der 43-Jährige nach Jols plötzlichem Abflug zu Ajax Amsterdam wieder ins Spiel.

Labbadia lag mit Vorstand und Mannschaft nicht mehr auf einer Wellenlänge ("Er behandelt uns wie Kinder"), hatte vor dem DFB-Pokalfinale in einem Zeitungsinterview massiv Kritik an den Zuständen bei Bayer geübt.

Nach der Pleite gegen Bremen schien Labbadias Kündigung dann ausgemachte Sache, es kam vielleicht deshalb anders, damit dem interessierten HSV eine Ablösesumme abgepresst werden konnte.

Labbadia ist bei Leverkusen noch bis 2010 unter Vertrag.

Ein Kampf aus Trotz?

Laut "Bild" soll Leverkusen noch heftig um Labbadia gerungen haben - angeblich aus Trotz darüber, wie sich die Spieler öffentlich gegen ihn stellten.

Möglicherweise aber auch deshalb, weil Labbadias schonungslose Bestandsaufnahme vor dem Pokalfinale rein inhaltlich bei vielen im Verein gut angekommen sein soll.

Dafür sprechen Berichte über eine Intervention von keinem geringeren als Bayer-AG-Vorstand Werner Wenning.

Intervention des Bayer-AG-Chefs

Der soll Labbadia bekniet haben zu bleiben, ihm sogar zusätzliche Kompetenzen als Manager angeboten haben.

Pikant: Leverkusen hat mit Michael Reschke bereits einen Manager. Der ist mit Labbadia heillos zerstritten.

Letztlich aber soll auf beiden Seiten der Trennungswunsch überwogen haben.

Bei Leverkusen, weil das Verhältnis Labbadias zur Mannschaft als nicht mehr zu kitten galt, bei Labbadia wegen des Willens zu einem unbelasteten Neuanfang.

Favre nur ein Ablenkungsmanöver?

Was aus Labbadias Sich für Hamburg spricht: Der dortige Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer ist ein Vertrauter, die beiden haben in den Achtzigern gemeinsam in Hamburg gespielt.

Beim HSV waren neben Labbadia zuletzt noch andere Kandidaten genannt worden: Der praktisch in jeder Trainerdiskussion präsente Mirko Slomka, Bernd Schuster, auch Herthas Lucien Favre.

Der Berliner Coach gilt nun im Nachhinein wahlweise als Plan B oder als Ablenkungsmanöver der Hamburger.

Bei Leverkusen werden als potenzieller Labbadia-Nachfolger Morten Olsen und - klar: Mirko Slomka gehandelt.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel