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So möchte Madrid ihn bald sehen: Franck Ribery (l.) tut Barcelona weh © getty

Madrids neuer Präsident Florentino Perez wirbt offen um den Franzosen und möchte "seine Freunde Rummenigge und Hoeneß" überzeugen.

Von Martin Volkmar

München - Real Madrid geht im Werben um Bayern Münchens Superstar Franck Ribery in die Offensive.

Erstmals hat der neue Präsident Florentino Perez öffentlich sein Interesse am Franzosen bekundet.

"Es wäre eine große Genugtuung, Ribery in der nächsten Saison bei uns zu haben", sagte Perez der französischen Sportzeitung "L'Equipe".

"In den nächsten Tagen" will der 62-Jährige daher Gespräche mit dem deutschen Rekordmeister führen.

"Werde Kontakt mit meinen Freunden aufnehmen"

"Ich werde Kontakt mit meinen Freunden Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß aufnehmen und sie fragen, was sie mit Ribery vorhaben", erklärte der Vereinsboss.

"Ich werde ihnen sagen, dass wir Ribery verpflichten wollen. Ich möchte mit ihnen darüber diskutieren, wie ein Wechsel zu Real möglich ist."

Nun könnte Bewegung in die anhaltenden Gerüchte um einen Abgang Ribery aus München kommen. Uli Hoeneß reagierte jedenfalls alles andere als abweisend auf die Offerte.

"Wenn der Herr Perez mit uns über einen Wechsel sprechen will, dann bin ich sicher, wird er sich in ein Flugzeug setzen und zu uns kommen", sagte der Manager der "tz".

Bis jetzt hatten die Bayern-Bosse lediglich eine "lose Anfrage" von Manchester United bestätigt und ansonsten immer wieder die Unverkäuflichkeit betont. 110436(DIASHOW: Die Bundesliga-Wechselbörse)

"Wir verhandeln nicht. Ribery geben wir nicht her", hatte Hoeneß noch Pfingsten erklärt.

"Wenn ich höre, dass es für Kaka ein Angebot über 125 Millionen Euro gab, dann hat Ribéry einen Marktwert von mindestens 100 Millionen Euro. Aber ich möchte nicht von einer Schmerzgrenze sprechen. Denn wir wollen Franck halten."

Kahn schließt sich den kritischen Stimmen an

Allerdings mehren sich die Stimmen bis hinein in den Aufsichtsrat, die das Verhalten Riberys und vor allem seiner Berater zunehmend kritisch sehen. Der 26-Jährige besitzt noch einen Vertrag bis 2011.

Auch nach Ansicht von Oliver Kahn bringt das dauerhafte, öffentliche Interesse von Top-Klubs deutlich zu viel Unruhe in den Verein.

"Ribery ist für den Verein nicht ungefährlich", sagte der frühere FCB-Kapitän der "tz". "Solche Sachen muss man sensibel beobachten. Sonst wird einem so ein Spieler eher zum Problem, als dass er weiterhilft."

Daher könnte sich auch im Bayern-Vorstand die Meinung durchsetzen, Ribery für eine rekordverdächtige Ablöse an Real abzugeben und zudem ein oder zwei dort unzufriedene Stars mit dem Franzosen zu verrechnen.

Sneijder und van der Vaart als Ersatzkandidaten

Das Interesse des neuen Trainers Louis van Gaal an Wesley Sneijder als Ribery-Ersatz ist verbürgt, auch über den Ex-Hamburger Rafael van der Vaart wird bei den Münchnern nachgedacht.

Die Madrilenen hingegen sind schon seit längerem an Ribery interessiert, für den sich der einstige Mitspieler und heutige Perez-Berater Zinedine Zidane stark gemacht hat.

Der Grund für das Interesse des spanischen Rekordmeisters ist einfach. "Er ist aktuell einer der besten Fußballer des Planeten", meinte Perez. Und die gehören nach seiner Ansicht zu den "Königlichen":

"Ich habe das Ziel, eine Mannschaft mit den besten Spielern der Welt und den besten Spielern Spaniens aufzubauen. Dafür werde ich die Banken um Kredite bitten und das Marketing weiterentwicklen. Innerhalb von drei Jahren sollte das Ganze sehr rentabel sein."

250 Millionen Euro für Kaka und Co.

Rund 250 Millionen Euro will Perez investieren, um die Superstars wieder nach Madrid zu locken, wie es ihm schon in seiner ersten Amtszeit zu Beginn des Jahrtausends mit Zidane, Ronaldo, Luis Figo oder David Beckham gelang.

Noch höhere Priorität als Ribery hat daher aktuell Mailands Mittelfeld-Ass Kaka. "Wenn er Milan verlässt, dann wird er zu Real gehen", zeigte sich Perez zuversichtlich, seinen ersten Mega-Deal in Kürze als perfekt zu melden.

Gut möglich, dass Ribery der zweite wird.

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