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Marko Marin bereitet sich derzeit auf die U-21-EM in Schweden vor © getty

Der neue Gladbach-Coach hat den Jung-Nationalspieler noch nicht aufgegeben. Ein Vier-Millionen-Euro-Mann soll kommen.

Mönchengladbach - Gladbachs neuer Trainer Michael Frontzeck hat Marko Marin nicht aufgegeben.

Er wolle den Nationalspieler noch "bearbeiten" und vom Bleiben überzeugen, kündigte der Coach auf der Jahreshauptversammlung der "Fohlen" an, bei der er sich den Fans vorstellte (Frontzeck neuer Gladbach-Trainer) .

Marin steht vor einem Wechsel zu Werder Bremen, um die zehn Millionen Euro Ablöse stehen im Raum.

Der 20-Jährige hatte zuvor angekündigt, dass Frontzecks Verpflichtung ihn nicht umstimmen werde: "Ich habe mich für Werder entschieden, ein neuer Trainer ändert nichts an diesem Entschluss."

Gegenwind für Königs

Klub-Chef Rolf Königs bekam auf der Jahreshauptversammlung heftigen Gegenwind zu spüren.

Der Unternehmer wurde von einem Vereinsmitglied auf der knapp fünfstündigen Sitzung in der Südkurve des Borussia-Parks sogar zum Rücktritt aufgefordert.

"Die fünf Jahre ihrer Präsidentschaft waren sportlich ein Desaster. Denken Sie nicht langsam darüber nach, ihren Stuhl zu räumen?", fragte ein Mitglied.

Königs wird die Hauptschuld an der keineswegs überzeugenden Vorstellung der "Fohlen" in den vergangenen Jahren und speziell in der abgelaufenen Saison gegeben.

Bonhof verteidigt seinen Chef

Der fünfmalige Deutsche Meister hatte erst im Endspurt unter Ex-Trainer Hans Meyer den Klassenerhalt unter Dach und Fach gebracht.

Für Borussia-Chef Königs legte sich "Vize" Rainer Bonhof ins Zeug.

"Wenn im nächsten Jahr keine Besserung eingetreten ist, können Sie mir diese Frage stellen. Sie werden aber sehen, dass wir in der neuen Saison eine wesentlich bessere Mannschaft auf dem Platz haben werden als in der letzten Saison", sagte der Weltmeister von 1974.

Keine Illusionen

Gut verkaufte sich dagegen der neue Coach Frontzeck beim Versuch, Vorbehalte gegen seine Person auszuräumen 107125(DIASHOW: Einmal Gladbach und zurück).

Einem Zwischenrufer, der starke Zweifel am neuen Borussia-Trainer geäußert hatte, entgegnete der Ex-Nationalspieler: "Die Mannschaft wird schon gut sein, da mach dir keine Gedanken. Ich möchte es denen zeigen, die nicht so erfreut sind über meine Nominierung."

Sportdirektor Max Eberl machte zudem deutlich, dass sich die Borussia keinen Illusionen hingeben werde.

"Wir sind nicht naiv und sind nicht dumm, wir wissen, dass wir auch drin geblieben sind, weil wir Glück gehabt haben, weil die Konkurrenz mitgespielt hat", sagte der Ex-Profi.

Vier Millionen für Bobadilla

Damit die Mannschaft für die neue Spielzeit gerüstet ist, sollen noch drei neue Spieler kommen, die von Eberl als "Eckpfeiler" gepriesen wurden.

Dazu dürfte der argentinische Stürmer Raul Bobadilla vom Schweizer Super-League-Klub Grasshopper Zürich zählen.

Dessen Verpflichtung für angeblich rund vier Millionen Euro Ablöse steht unmittelbar bevor.

Schwarze Null in den Bilanzen

Gladbach hat derweil im Geschäftsjahr 2008 eine schwarze Null geschrieben.

Wie der Klub mitteilte, erwirtschaftete die Borussia einen Umsatz in Höhe von 59,5 Millionen Euro. Unter dem Strich blieb dabei ein Gewinn von exakt 13.762 Euro übrig.

"Wir sind gesund, aber nicht reich", sagte Gladbachs Geschäftsführer Stephan Schippers.

Für das Jahr 2009 rechnet der Klub mit einem Gesamtetat von 60 Millionen Euro. Dabei ist der Verein noch auf der Suche nach einem neuen Hauptsponsor.

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