Leverkusen und Hamburg freuen sich über ihre neuen Trainer. Trotzdem bleiben Zweifel, ebenso wie bei den anderen Rückkehrern.

Die Bundesliga ist immer wieder für Überraschungen gut.

Diesmal waren es die Leverkusener, die völlig überraschend den selbst erklärten Trainer-Rentner Jupp Heynckes aus dem Hut zogen.

Bayer durchschlug damit einen gordischen Knoten: Denn einerseits war eine weitere Zusammenarbeit mit Bruno Labbadia praktisch unmöglich geworden.

Zu viel machte der Ex-Profi nach der überzeugenden Hinrunde falsch. Er fand kein Mittel gegen die sportliche Talfahrt und stieß zudem Spielern und Verantwortlichen mehrfach öffentlich vor den Kopf.

Gleichzeitig wollten die Leverkusener aber selber das Heft des Handelns behalten und den Coach nicht kostenlos an den Europacup-Teilnehmer Hamburger SV abgeben.

So gelang es Leverkusen vermutlich mit dem Hinweis auf den abgegrasten Trainer-Markt, noch eine ordentliche Ablöse herauszuholen - während man sich gleichzeitig bereits mit Heynckes einig war.

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Trotzdem kann auch der HSV zufrieden sein, denn er bekam seinen Wunschkandidaten für ungefähr die Summe, die er von Ajax Amsterdam für Martin Jol erhalten hatte.

Die Lösung sieht nun für beide Seiten nach einer Win-Win-Situation aus. Allerdings bleiben auch Zweifel.

Labbadias Bilanz im letzten halben Jahr bei Bayer war alles andere als eine Empfehlung.

Und Heynckes war vor seinem Aushilfsjob beim FC Bayern zuletzt bei Schalke und Mönchengladbach gescheitert und hatte sich daher keinesfalls freiwillig zurückgezogen.

Nun können "Don Jupp" und der zuletzt als "Problembär Bruno" verspottete Labbadia zeigen, dass sie es besser können.

Gleiches gilt für die anderen Rückkehrer: Michael Skibbe, in den vergangenen zwölf Monaten zuerst in Leverkusen und dann bei Galatasaray Istanbul entlassen, soll bei Eintracht Frankfurt für Aufbruchstimmung sorgen.

Ähnlich große Hoffnungen liegen auf Michael Frontzeck in seiner Heimatstadt Mönchengladbach, obwohl der neue Coach zuletzt mit Aachen und zum großen Teil auch mit Bielefeld abgestiegen ist.

Das "Recycling" im Trainerbereich zeigt aber auch, dass das Reservoir in Deutschland offenbar begrenzt ist.

Und der Kreis der kompetenten ausländischen Kandidaten ist aufgrund der zwingend nötigen Sprachkenntnisse ebenfalls sehr klein.

So erhält fast jeder seine zweite Chance. Und denjenigen, die noch in der Warteschleife grummeln, bleibt der 1. FC Köln als letzte Hoffnung.

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