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Franck Ribery weiß angeblich selber noch nicht, wo er nächste Saison spielt © getty

Der Franzose kokettiert auch öffentlich mit einem Wechsel zu Real. Möglich machen könnte den Deal ein spektakuläres Tauschgeschäft.

Von Matthias Becker und Martin Volkmar

München - Ein Abgang von Franck Ribery aus München rückt offenbar näher.

"Ich ziehe Real vor", soll der Bayern-Star laut der spanischen Sportzeitung "Marca" erklärt haben.

Etwas zurückhaltender, aber doch offen für einen Wechsel nach Madrid zeigte sich Ribery am Sonntag im französischen Fernsehen.

Auf die Frage, wo er nächste Saison spielen werde, antwortete der Franzose:

"Ehrlich gesagt, weiß ich das im Moment auch nicht. Aber das ist eine Frage, über die ich mir im Moment sehr viele Gedanken mache."

Kein Wechsel nach England

Einen Wechsel nach England, wo Chelsea und Manchester United interessiert ist, schloss er dagegen aus: "Denn da ist das selbe Klima wie in Deutschland."

Nun müssten sich also noch Real und Bayern einigen.

"Ribery ist einer der Besten der Welt. Mein Berater Zidane hat viel von ihm geschwärmt - und wir berücksichtigen seine Meinung sehr", bekräftigte Madrids Präsident Florentino Perez am Wochenende.

60 Millionen Euro Ablöse zu viel für Real

Doch die 60 Millionen Euro, die die Münchner angeblich als Ablöse haben wollen, sind dem spanischen Rekordmeister dem Vernehmen nach zu viel.

Daher könnte es laut Medienberichten zu einem spektakulären Tauschgeschäft kommen:

Real könnte einen Transfer Riberys in die spanische Hauptstadt mit seinen eigenen Mittelfeldspielern Wesley Sneijder und Rafael van der Vaart oder Arjen Robben "verrechnen".

Ein Spielertausch mit Sneijder, der Real 2007 immerhin 27 Millionen Euro kostete, und van der Vaart (für 15 Millionen Euro aus Hamburg gekommen) oder Robben (für 36 Millionen Euro von Chelsea geholt) könnte nur noch einen "kleineren" zu zahlenden Millionenbetrag übrig lassen.

Sneijder ist van Gaals Wunschspieler

Sneijder ist nach Informationen aus den Niederlanden der absolute Wunschspieler des neuen Bayern-Coachs Louis van Gaal.

Der Holländer soll dies auch den Verantwortlichen beim Rekordmeister bei seinem Aufenthalt in München in der vergangenen Woche mitgeteilt haben.

Zweiter Kandidat wäre demnach Robben, an dem die Bayern schon vor zweieinhalb Jahren dran waren.

Van der Vaart hingegen, an dem auch Ajax Amsterdam interessiert sein soll, will laut eigener Aussage nicht wechseln.

Van der Vaart will in Madrid bleiben

"Ich will bei Real bleiben, ich bin da noch nicht fertig. Ich denke auch nicht, dass ich damit ein Risiko mit Blick auf die WM eingehe", meinte der ehemalige HSV-Kapitän nach dem Sieg des Nationalteams in Island.

Dagegen wird der kroatische Mittelfeldspieler Danijel Pranjic vom niederländischen Ehrendivisionär SC Heerenveen an die Isar wechseln. (Bayern schnappt sich Pranjic)

Und auch die Zeichen, dass die Bayern ihrem neuen Trainer weitere Wünsche erfüllen werden, mehrten sich in den vergangenen Tagen.

Zunächst bekundete Real-Boss Perez öffentlich sein Interesse an Ribery, und erklärte, mit seinen "Freunden" Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge über einen Transfer reden zu wollen. (Ribery-Poker: Real geht in die Offensive)

Hoeneß sagte daraufhin, wenn Perez reden wolle, müsse er sich in ein Flugzeug setzen und nach München kommen. Eine klare Absage hört sich anders an.

Auch Heynckes bei Ribery skeptisch

Auch Ex-Coach Jupp Heynckes zeigt sich skeptisch, das Bayern Ribery halten können.

"Ich würde ihn nie abgeben, nicht mal für 100 Millionen Euro. Aber ich kenne die Mechanismen", sagte der neue Trainer von Bayer Leverkusen der "Süddeutschen Zeitung".

"Wenn er gehen will, muss man sich an einen Tisch setzen und reden. Da wird sich der FC Bayern anstrengen müssen, damit er ihm bieten kann, was er haben will: Ein so guter Spieler möchte halt auch mal Europas Fußballer des Jahres werden."

Ein weiteres Zeichen für den FC Bayern - und ein mögliches Tauschgeschäft unter Freunden.

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