Trotz der erfolgreichen Saison wird Hertha-Manager Dieter Hoeneß nach 13 Jahren zum Rücktritt gedrängt. Dafür gibt es viele Gründe.

Manchmal wird eine Ära beendet und auf den ersten Blick versteht keiner, warum.

Hertha BSC hat in der abgelaufenen Saison eine der besten Spielzeiten seiner Vereinsgeschichte hingelegt.

Mit besseren Leistungen in den letzten beiden Spielen wäre die Champions-League-Teilnahme sicher gewesen, sogar die erste deutsche Meisterschaft seit 1931 war möglich.

Und das mit einer eher durchschnittlich besetzten Mannschaft und einem Verein, der angesichts von mehr als 33 Millionen Euro Schulden keine großen Sprünge machen kann.

Doch über diese Erfolge redet kein Mensch mehr in der Hauptstadt. Thema war zuletzt nur noch die Trennung von Dieter Hoeneß.

Am Sonntagabend wurde dann endlich der lange erwartete Schlussstrich gezogen und Hoeneß nach fast 13 Jahren an der Hertha-Spitze zum vorzeitigen Rückzug gedrängt.

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Der Grund ist einfach: Alles, was beim einstigen Berliner Alleinherrscher über Jahre als Stärke galt, wurde am Ende gegen ihn ausgelegt.

Seine hemdsärmelige und manchmal autoritäre Art, ohne die Hertha niemals von einem abgehalfterten Zweitligisten zu einem etablierten Europacup-Kandidaten geworden wäre.

Seine Alleingänge bei Spielertransfers und anderen wichtigen Entscheidungen sowie seine Einmischung ins sportliche Tagesgeschäft, was alles jahrelang selbstverständlich war.

Und nicht zuletzt seine extrovertierte Außendarstellung, durch die die "Alte Dame" nach der Bundesliga-Rückkehr erst ein markantes Gesicht bekam.

Nun aber war die Zeitenwende erreicht. Weil Erfolgscoach Lucien Favre sich nicht länger reinreden lassen wollte und deshalb mit seinem Abgang drohte.

Und weil Hoeneß' einstiger enger Freund, Präsident Werner Gegenbauer, die Zeit für einen Wechsel an der Führungsspitze endlich gekommen sah.

Der Manager aber war nicht bereit, einen Schritt zurückzugehen. Entweder ganz oder gar nicht lautete immer seine Devise - am Ende fiel die Entscheidung einmütig gegen ihn.

Die Bilanz nach dem Ende seiner Ära fällt zwiespältig aus:

Sein großes Ziel, einmal mit der Meisterschale durchs Brandenburger Tor zu fahren, hat er nicht erreicht. Zudem hat Hoeneß maßgeblichen Anteil an der hohen Verschuldung der Hertha.

Dennoch hinterlässt er große Fußspuren. Gut möglich, dass sich schon bald einige nach dem starken Mann zurücksehnen, den sie jetzt vom Hof gejagt haben.

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