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Michael Skibbe hat 22 Jahre Trainererfahrung - er begann 1987 bei der Schalker U17 © getty

Frankfurts Coach Michael Skibbe erklärt bei Sport1.de seine Entscheidung für die Eintracht und seine Ziele beim Traditionsklub.

Von Felix Götz

München - Michael Skibbe ist zurück in der Bundesliga.

Der frühere Bundesliga-Trainer soll Eintracht Frankfurt nach dem Ende der Ära Friedhelm Funkel einen neuen Schub geben.

Gute Kontakte und ein "sehr gutes Verhältnis zu Heribert Bruchhagen" gaben für den 43-Jährigen den Ausschlag. (Skibbe übernimmt in Frankfurt)

Die wichtigste Aufgabe wird nach dem Abgang von Michael Fink und Junichi Inamoto die Zusammenstellung des Kaders sein. (Bruchhagen fordert "Hurra-Fußball")

Das Trainerteam könnte um Edwin Boekamp, mit dem der neue Coach bereits in Dortmund und zuletzt bei Galatasaray Istanbul zusammengearbeitet hat, erweitert werden.

Im Interview mit Sport1.de spricht Skibbe über seine Arbeit am Bosporus und bei Bayer, vergleicht die beide Mentalitäten und erklärt was zukünftig von der Eintracht zu erwarten ist.

Sport1.de: Herr Skibbe, was gab letztlich den Ausschlag für Eintracht Frankfurt?

Michael Skibbe: Ich bin sehr froh, dass ich wieder in der Bundesliga bin und freue mich sehr auf die Aufgabe bei der Eintracht. Den Auschlag für Frankfurt gab, dass ich bereits über zwei Jahrzehnte hinweg ein sehr gutes Verhältnis zu Heribert Bruchhagen habe. Er kann meine Arbeit sehr gut beurteilen.

Sport1.de: Unter Friedhelm Funkel hat die Eintracht zuletzt etwas stagniert. Wo möchte Frankfurt mittelfristig hin? In den UEFA-Cup?

Skibbe: Frankfurt hat unter Funkel nicht stagniert, sondern sich in der Bundesliga etabliert. Jetzt wird der nächste Schritt sein, dass wir ein, zwei oder auch drei Plätze weiter vorne landen und vor allem viel mehr Punkte holen. Aber wir müssen sehen, dass wir vom UEFA-Cup weit entfernt sind.

Sport1.de: Gibt es vom Vorstand eine konkrete Zielvorgabe?

Skibbe: Wir sind jetzt erstmal dabei, den Kader weiter zusammen zu stellen. Wir verlieren mit Fink und Inamoto wichtige Spieler, für die wir erstmal zwei bis drei neue Spieler finden müssen. Vor Ende Juli oder Anfang August wird es also von der Eintracht keine Zielausgabe geben.

Sport1.de: Was für einen Eindruck haben sie von der jetzigen Mannschaft? Wo gilt es noch nachzulegen?

Skibbe: Dadurch dass eben durch Fink und Inamoto zwei Stammspieler weg sind, gilt es vor allem im Mittelfeld noch Verstärkungen zu finden.

Sport1.de: Ist schon klar, wer Co-Trainer werden wird?

Skibbe: Jein. Klar ist, dass alle Trainer, die unter Funkel gearbeitet haben noch ein weiteres Jahr Vertrag haben. Da ich alle persönlich kenne und schätze, habe ich überhaupt kein Problem damit, mit ihnen weiter zusammenzuarbeiten. Es kann allerdings sein, dass wir noch Edwin Boekamp als weiteren Co-Trainer dazuholen, mit dem ich schon in Dortmund und in Istanbul zusammengearbeitet habe. Das ist aber noch offen. (113025DIASHOW: Das Trainerkarussell der Liga)

Sport1.de: In den vergangenen zwölf Monaten wurden Sie in Leverkusen und in Istanbul zwei Mal entlassen. Wie haben Sie das weggesteckt?

Skibbe: Das ist im Fußball so und damit darf man sich nicht allzu lange beschäftigen. Ich habe Leverkusen übernommen, als der Klub im hinteren Mittelfeld stand und kam mit Bayer in den UEFA-Cup. Und das war in einer Phase, als Bayer Spieler wie Voronin oder Berbatov verkaufen musste. Diese Zeit war bei weitem erfolgreicher, als sie hin und wieder gemacht wird.

Sport1.de: Fühlen Sie sich nach der abgelaufenen Saison von Bayer bestätigt, dass Sie dort nicht viel falsch gemacht haben?

Skibbe: In dieser Saison war die Hinrunde sehr gut. Und zumindest im Pokal war Bayer auch in der Rückrunde gut. Ich habe das Pokal-Spiel gegen den FC Bayern gesehen. Da hat Leverkusen super gespielt und für die Bayern war es bis zur 70. Minute fast eine Vorführung. Diese Mannschaft hat enormes Potenzial. Und man muss auch sagen, dass dieses Team in ganz weiten Teilen von Michael Reschke und mir zusammengestellt wurde. Ich freue mich immer, wenn Bayer gut spielt, weil ich mich da zwar nicht mehr als Trainer, aber schon in meiner Arbeit bestätigt sehe. (Skibbe: "Ich war zumeist erfolgreich")

Sport1.de: Sie waren in der Türkei und in Deutschland Trainer. Ist der Fußball in beiden Ländern zu vergleichen, oder sind die Türken wesentlich heißblütiger?

Skibbe: Die deutschen Fans sind genauso intensiv und auch genauso heißblütig wie die Türken. Aber die deutschen Vorstandschaften sind viel rationaler und viel vernünftiger, als das in der Türkei der Fall ist - zumindest bei Galatasaray ist das so. Man lässt sich dort von viel mehr Dingen beeinflussen als in Deutschland.

Sport1.de: Mit Caio haben Sie in Frankfurt einen Problemfall. Wie wollen Sie den Brasilianer auf Vordermann bringen?

Skibbe: Ich habe sehr oft mit südamerikanischen Spielern zusammengearbeitet. Mit Lincoln in Istanbul, mit Vidal in Leverkusen und mit Dede und Evanilson in Dortmund. Da habe ich meine Erfahrungen gemacht, die ich hoffentlich auch bei Caio gut einbringen kann. Er ist ein ausgesprochen großes Talent und hat enorme fußballerische Fähigkeiten. Ich möchte mich gemeinsam mit ihm bemühen, dass wir das aus ihm herausholen.

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