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Karl-Heinz Rummenigge ist seit 2002 Vorstandsvorsitzender der FC Bayern München © imago

Karl-Heinz Rummenigge möchte Ribery halten und Manuel Neuer verpflichten. Ottmar Hitzfeld wirft Real Wettbewerbsverzerrung vor.

Von Felix Götz

München - Während sich Franck Ribery im Urlaub in Spanien erholt, geht das Rätselraten um die Zukunft des Franzosen munter weiter. (Ribery nach Barcelona?)

Der Vorstandschef des FC Bayern, Karl-Heinz Rummenigge, bestätigte nun, dass so ziemlich alle großen europäischen Klubs den Wirbelwind auf dem Wunschzettel haben.

"Chelsea hat sich gemeldet, auch Manchester United und Barcelona", sagte Rummenigge gegenüber der "Bild".

Einige dieser Vereine hätten den deutschen Rekordmeister mit konkreten "Summen konfrontiert", so der 53-Jährige.

"Wollen, dass Franck bleibt"

Heißester Bewerber um Ribery bleibt Real Madrid (Real ist "noch lange nicht fertig"). Im Gegensatz zu Manager Uli Hoeneß, der "wenn sie bereit sind ganz verrückte Dinge zu tun", mit sich reden lassen würde, will Rummenigge den Mittelfeldspieler keinesfalls abgeben.

"Es wird immer der Eindruck vermittelt, Bayern München würde den Preis hochtreiben und dann bei einer bestimmten Summe bereit sein, Franck abzugeben. Ich sage es noch mal mit klaren Worten: Wir wollen, dass Ribery bleibt. Dazu bin ich fest entschlossen", so der frühere Stürmer.

Und Rummenigge weiter: "Auch wenn Zinedine Zidane sagt, er verhandele mit Ribery, dann kostet mich das ein müdes Lächeln."

25 Millionen und zwei Stars?

Obwohl sich Rummenigge ziert, will die spanische Zeitung "Marca" erfahren haben, dass Real seine Offerte auf 25 Millionen Euro plus die beiden niederländischen Nationalspieler Wesley Sneijder und Rafael van der Vaart erhöht hat.

Noch in dieser Woche sei mit einem Abschluss des Transfers zu rechnen. Die Sportzeitung "AS" will wissen, dass Ribery nur nach Madrid wechseln möchte. Sie zitiert ihn mit den Worten "Madrid - oder gar nichts".

"Das ist mir zu absurd"

Selbst bei abenteuerlichen Summen, wie sie die "Königlichen" in letzter Zeit bekanntlich des Öfteren bieten (Perez macht Träume real), kann sich der Bayern-Boss nicht vorstellen, einzuknicken.

Rummenigge pocht auf den Vertrag bis 2011, den Ribery zu respektieren habe. Vielmehr sind dem 95-maligen Nationalspieler die unglaublichen Summen, die derzeit geboten und bezahlt werden, ein Dorn im Auge.

"Was wir jetzt erleben, lässt mich mit Sorge in die Zukunft schauen. Rechnen sie allein mal die 94 Millionen Euro für Ronaldo plus die kolportierten 11,5 Millionen Netto-Gehalt - das wird mir zu absurd."

Hitzfeld: Real ist unseriös

Aus diesem Grund suchte Rummenigge auch bereits das Gespräch mit UEFA-Präsident Michel Platini. Mit der klaren Forderung: "Es müssen neue Regeln in Sachen Financial Fairplay her."

Auch der ehemalige FCB-Trainer Ottmar Hitzfeld stört sich an der Vorgehensweise von Real Madrid.

"Real macht wieder mehr Schulden, als sie schon haben. Das finde ich etwas unseriös. Wenn sich Vereine maßlos überschulden können, ist das Wettbewerbsverzerrung", so der Schweizer Nationaltrainer in der "tz".

Ribery passt nicht zu Real

Selbst aus rein sportlicher Sicht hat Hitzfeld große Zweifel daran, ob Ribery überhaupt zum spanischen Hauptstadtklub passen würde.

"Ob das überhaupt passt mit Ronaldo und Kaka? Das kann ich mir nicht vorstellen."

Während sich Hitzfeld nach wie vor Gedanken um den FC Bayern macht, hat Rummenigge im Übrigen nicht nur in Sachen Ribery eine etwas andere Auffassung als Hoeneß, sondern auch beim Thema Neuverpflichtungen.

Neuer ist weiter ein Thema

Hatte Hoeneß kürzlich noch verkündet, dass der FC Bayern die Transfertätigkeiten abgeschlossen hätte, hat der Vorstandchef zwei ganz bestimmte Spieler weiter im Visier.

Der eine ist der Rechtsverteidiger vom FC Chelsea - Jose Bosingwa. Der zweite Spieler ist Manuel Neuer, der derzeit mit der U-21-Nationalmannschaft bei der EM in Schweden weilt.

"Ich gehe davon aus, dass man sich nach der Rückkehr von Felix Magath aus dem Urlaub noch mal mit dem Thema auseinandersetzen wird. Ich würde Neuer noch nicht endgültig zu den Akten legen", so Rummenigge gegenüber der "Bild".

Schalke will Neuer halten

Während Neuer selbst verlauten ließ, dass "Bayern die Nummer eins" sei, hat der FC Schalke zuletzt mehrfach deutlich gemacht, dass ein Verkauf von Neuer nicht in Frage komme. (Neuer abgehakt - Rensing Nummer eine?)

Also könnte es doch sein, dass Michael Rensing eine neue Chance vom neuen Trainer Louis van Gaal erhalten wird? Der 25-Jährige ist jedenfalls heiß.

Während seine Kollegen noch zwei Wochen Urlaub haben, hat Rensing das Training bereits wieder aufgenommen.

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