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Jürgen Klinsmann trainierte von Sommer 2008 bis zum 27. April 2009 die Bayern © getty

Die Bayern ringen mit dem Ex-Trainer noch immer über die Vertragsauflösung. Auch sonst wirkt einiges seltsam an Klinsmanns Abgang.

Von Mathias Frohnapfel

München - "Sie wollen mich nicht mehr Meister werden lassen!"

Mit dieser SMS soll sich Jürgen Klinsmann nach seiner Entlassung laut "Sport Bild" von Kapitän Mark van Bommel verabschiedet haben.

Eine persönliche Verabschiedung an der Säbener Straße oder anderswo gab es dagegen nicht. Zum Klub bestehe nur noch Kontakt über seinen Anwalt - bislang erfolglos.

"Wir haben keine Einigung erzielt", verriet Manager Uli Hoeneß. Statt einer Millionen-Abfindung zahle man "das Gehalt einfach weiter".

Bayern zahlen Gehalt weiter

Der Vorteil: Sollte Klinsmann einen neuen Job finden, könnte der Vertrag ohne Entschädigung aufgelöst werden. Angeblich soll Klinsmann bei den Münchnern ein Jahressalär von unter fünf Millionen Euro beziehen.

Philipp Lahm hat indes angekündigt, sich nun vom früheren Bundestrainer verabschieden zu wollen. "Damals war es der falsche Zeitpunkt. Jetzt werde ich mich mal bei ihm melden."

Klinsmann kann sich derzeit in aller Ruhe nach einem neuen Job umsehen.

Beim Trainerkarussell, das in den vergangenen Wochen die Bundesliga kräftig durchwirbelte, war allerdings der Name Jürgen Klinsmann in den Spekulationen kaum gefallen.

Dabei wären der Hamburger SV oder auch Bayer Leverkusen durchaus renommierte Adressen gewesen.

Den Job bei Bayer, einer Mannschaft mit vielen jungen Nationalspielern, bekam ausgerechnet Jupp Heynckes. Der hatte nach Klinsmann als Interimscoach die Münchner übernommen und zum zweiten Platz geführt.

München als Wohlfühlfaktor

Ohnehin dürfte es Klinsmann zu höheren Aufgabe ziehen. Ein Klub in der Premier League könnte den Schwaben reizen genauso wie auch die Aufgabe als Nationaltrainer eines Fußballverbandes.

Bis es soweit ist, dürfte der 44-Jährige jedoch noch in München wohnen bleiben. Sein Gehalt könnte womöglich auch an einer Residenzpflicht gekoppelt sein.

Klinsmann hatte zuletzt München als "wundervolle Stadt" gelobt und berichtet, dass es ihm und seiner Familie in Süddeutschland sehr gut gefalle.

Ruhepause geplant

"Wir fühlen uns hier absolut wohl. Da reißen wir die Kinder nach einem Jahr nicht wieder heraus", erklärte er weiter.

Eine neue Anstellung peilt Klinsmann nach eigener Aussage für die kommende Saison nicht an.

Allerdings sagte er auch: "Man weiß, dass im Fußball viele Dinge passieren können. Dennoch ist es jetzt wichtig, mich erst einmal ein bisschen zurückzuziehen und zu überlegen, was für ein Schritt kommen könnte."

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