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Louis van Gaal peilt seine dritte unterschiedliche nationale Meisterschaft an © SPORT1

Was wird neu, was wird anders in der Saison 2009/10? Der Bundesliga-Report beleuchtet die Klubs im Umbruch. Teil 3: FC Bayern.

Von Mathias Frohnapfel

München - In der vergangenen Saison kam die Revolution von oben. Und ging gründlich daneben.

Jürgen Klinsmann, als großer Reformer beim FC Bayern angetreten, scheiterte. Jetzt soll es Louis van Gaal besser machen. Der Niederländer nimmt am 1. Juli seinen Dienst in München auf.

Er gilt als akribischer Arbeiter, als einer, der schon mal mit den Stars aneinander rasseln kann, wenn auf dem Platz nicht alles nach seinem Willen läuft.

Doch nicht nur durch van Gaal dürfte sich einiges ändern an der Säbener Straße.

Im dritten Teil des Bundesliga-Reports wirft Sport1.de einen Blick auf die Situation beim FC Bayern. In der wegweisenden Spielzeit geht es um nicht weniger als die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Klubs und die Vormachtstellung in Deutschland.

"Philosophie passt auf A4-Blatt"

In seiner Zeit bei Ajax Amsterdam gewann Louis van Gaal dreimal den nationalen Titel, den UEFA-Cup (1994) und die Champions League (1995).

"Meine Philosophie ist in all den Jahren dieselbe geblieben. Die Grundsätze haben auf einem A 4-Blatt Platz, sie basieren auf einfachen Lebensweisheiten", skizziert van Gaal seinen Stil.

Seiner Strenge und Härte wegen hat ihn die niederländische Presse bereits mit dem Attribut "Diktator" versehen.

Fragezeichen hinter Ribery

Christian Nerlinger tritt ebenfalls Anfang Juli seinen Job als Sportdirektor an. Zudem wollen sechs neue Spieler beim Rekordmeister durchstarten. Die Verpflichtung von Danijel Pranjic (SC Heerenveen) ist indes noch nicht gesichert.

Und ob Franck Ribery tatsächlich weiterhin ein Roter bleibt, ist aktuell so ungewiss wie die Aussicht auf regenfreie Tage auf Sylt im August. (zum Artikel: "Bayern: Ribery steht nicht zum Verkauf")

"Uli wird mich fit machen"

Nerlinger übernimmt schon in knapp zwei Wochen als Sportdirektor einen Teil der Aufgaben von Uli Hoeneß. Dabei lässt sich im Moment noch nicht an den FC Bayern denken, ohne zugleich das Gesicht des einflussreichen Managers vor Augen zu haben.

Hoeneß wird noch als Manager bis zum 1. Januar 2010 wirken, ehe er vom Vorstand in den Aufsichtsrat wechseln wird. Bis zum Jahresende wollen Hoeneß und Nerlinger gemeinsam arbeiten. "Da wird mich Uli noch mal richtig fit machen", erklärte Nerlinger auf der vereinseigenen Homepage.

Hoffnung auf "sehr guten Fußball"

Seine Arbeitsweise beschreibt er so: "Ich möchte öffentlich nie irgendwo einen Spieler kritisieren müssen, das werde ich immer in einem Vier-Augen-Gespräch tun."

Dass die Zusammenarbeit mit dem neuen Trainer funktionieren wird, davon ist Nerlinger überzeugt. "Louis van Gaal wird von uns bedingungslos unterstützt, wir werden sehr guten Fußball sehen."

Toni soll weiter in München stürmen

Das entsprechende Spielermaterial besitzt der Trainer auf jeden Fall. Für 30 Millionen Euro haben die Münchner Nationalstürmer Mario Gomez vom VfB Stuttgart geholt. Hinzu kommt für den Angriff Ivic Olic (Hamburger SV). Auch Torjäger Luca Toni scheint in München bleiben zu wollen.

"Luca bleibt zu 100 Prozent beim FC Bayern", sagte Tonis Berater Tullio Tinti der "tz".

Im Mittelfeld werden Alexander Baumjohann (Gladbach) und Anatoly Timoschtschuk (St. Petersburg) die Münchner verstärken. Für die Abwehraufgaben sind bereits Linksverteidiger Edson Braafheid (Twente Enschede) und Andreas Görlitz (KSC) eingeplant.

Trio auf Verkaufsliste

Derweil haben Tim Borowski, Andreas Ottl und Christian Lell laut "kicker" vom Verein mitgeteilt bekommen, dass sie zum Verkauf stehen. 93065(DIASHOW: Die Baustellen des FC Bayern)

Görlitz kehrt nach zwei Jahren als Leihgabe in Karlsruhe an die Säbener Straße zurück.

Der Defensivspezialist trainierte am Mittwoch bereits gemeinsam mit Keeper Michael Rensing und Torwarttrainer Walter Junghans.

Sonderschichten für Rensing

Es war allerdings eher ein kurzes Hallo-Sagen statt eines harten Training an der neuen, alten Wirkungsstätte. Görlitz wird am Donnerstag in den Urlaub reisen. Michael Rensing fährt indes Extraschichten, will nach seiner Fingerverletzung topfit in den Konkurrenzkampf ums Bayern-Tor gehen.

"Ich fange früher an, damit ich in der Vorbereitung voll durchstarten kann", sagte Rensing. Dass er unter Klinsmann hinter Jörg Butt zur Nummer 2 degradiert wurde, will Rensing schnellstmöglich rückgängig machen.

Perfektionist Louis van Gaal

Ein Arbeitseifer, der dem neuen Trainer gefallen dürfte. Ein Disziplinfanatiker ist van Gaal gewiss.

Bestimmte Passfolgen hat der ehemalige Coach des FC Barcelona und der niederländischen Nationalmannschaft seine Teams x-fach üben lassen, alles musste perfekt sein.

Wie Felix Magath möchte er möglichst viel Macht auf sich vereinen. Mit dem Außenseiter AZ Alkmaar holte van Gaal im Mai den Titel in der Ehrendivision. In München soll die Titelsammlung weiter wachsen.

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