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Lukas Podolski (l.) bekommt Zuspruch von Franz Beckenbauer © imago

Franz Beckenbauer mischt sich in die Diskussion um Bayerns unzufriedenen Stürmer Lukus Podolski ein und gibt ihm Rückendeckung.

München - Rückendeckung für Lukas Podolski von Franz Beckenbauer:

Natürlich hat der Präsident des FC Bayern qua Amt gewisses Verständnis für die Kritik von Manager Uli Hoeneß am Stürmer.

Zugleich aber betont der "Kaiser", dass er von den Fähigkeiten und dem Potenzial des Nationalstürmers überzeugt sei. Und stärkt dem Youngster damit den Rücken.

"Ich glaube an Lukas Podolski und weiß, dass er absolut das Zeug dazu hat, sich hier auch gegen Klose und Toni durchzusetzen", sagte Beckenbauer der "tz". Er sei froh, dass der 23-Jährige in München geblieben sei, erklärte er weiter.

"Nicht aufgeben"

Podolski, der hinter Toni und Klose bei Trainer Jürgen Klinsmann genauso wie bei seinem Vorgänger Ottmar Hitzfeld nur dritte Wahl ist, dürfe trotz der schwierigen Situation nicht aufgeben

"Es geht natürlich nicht, dass sich ein Spieler oft beschwert und schlechte Laune hat", sagte Beckenbauer, fügte aber hinzu: "Ich verstehe natürlich auch den Lukas. In Köln hatte er diesen harten Konkurrenzkampf nicht, aber er soll sich hier einfach durchsetzen. Er ist ein toller Stürmer und hat das Zeug dazu, hier ein Großer zu werden."

Hoeneß hatte zuvor eine unmissverständliche Mahnung an den ehemaligen Kölner gerichtet: "Lukas muss sich jetzt auf seinen Job beim FC Bayern konzentrieren und aufhören, in der Ecke zu jammern, schlecht gelaunt zu sein und über seine so schwierige Situation zu lamentieren."

Hoeneß attackiert Köln

"Es gibt schwierigere Schicksale auf der Welt, als beim FC Bayern zu spielen." Podolski, der nach der WM 2006 für zehn Millionen Euro vom 1. FC Köln an die Isar gewechselt war und noch bis 2010 unter Vertrag steht, hatte sich zuletzt mehrfach öffentlich über seine Rolle als Reservist beklagt.

Worüber sich Hoeneß dann erregt hatte - und zudem den früheren Arbeitgeber des 23-Jährigen attackierte: "Der Verein, wo er gerne hinginge, ist der 1. FC Köln. Aber die mauern ja. Die wollen immer viel Geld kassieren, wenn sie dem FC Bayern Spieler verkaufen und nichts zahlen, wenn sie einen zurückholen," hatte Hoeneß in der TV-Sendung "Blickpunkt Sport" erklärt.

"Wenn die vor sechs Wochen gekommen wären, hätten wir uns vielleicht damit beschäftigt. Aber wenn die Kölner nichts zahlen, dann muss sich Lukas damit abfinden, dass er beim FC Bayern bleibt."

"Er muss hungrig bleiben"

Fakt ist dennoch: Podolski fühlte sich beim FC Bayern nicht genug geliebt, kommt nur sporadisch zum Einsatz und verliert auf der Bank augenscheinlich den Spaß am Fußball.

Zumal der erhoffte Schwung durch Neucoach Klinsmann ausblieb. "Poldi" wurde trotz guter Leistungen zum Stürmer Nummer drei hinter Luca Toni und Miroslav Klose degradiert.

Auch Klinsmann betont: "Lukas hat die Herausforderer-Rolle. Er muss hungrig bleiben."

Rückendeckung von Löw

Derzeit zieht es der EM-Star vor, zu schweigen. Rückendeckung erhält er derweil vom Bundestrainer.

"Ich setze zu 100 Prozent auf Poldi! Ich weiß auch von Jürgen Klinsmann, dass er große Stücke von ihm hält. Lukas ist mit seinen Fähigkeiten, seiner Erfahrung und seiner positiven Art ein wichtiger und starker Spieler", sagte Joachim Löw der "Bild".

"Auch wenn er zuvor bei den Bayern nur auf der Bank gesessen hat, bringt er sich in der Nationalelf immer voll ein. Er ist ein Garant für gute Leistungen. Das imponiert mir unheimlich. Und auch Bayern wird ihn diese Saison noch brauchen."

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