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Im Mai holte der VfL Wolfsburg zum ersten Mal die Deutsche Meisterschaft © getty

Was wird neu, was wird anders in der Saison 2009/10? Der Bundesliga-Report beleuchtet die Klubs im Umbruch. Teil 5: VfL Wolfsburg.

Von Mathias Frohnapfel

München - Bisweilen sind es kleine Dinge, die große Veränderungen ankündigen.

Beim VfL Wolfsburg steht dafür der Laktattest, mit dem der neue Trainer Armin Veh sich über den Fitnesszustand seiner Spieler einen ersten Überblick verschaffen möchte.

Unter Vorgänger und Meistermacher Felix Magath waren solche Tests verpönt.

Der eigenwillige Erfolgscoach stachelte seine Spieler lieber mit hartem Konditionstraining und mittlerweile legendär gewordenen Bergläufen an.

Wolfsburg muss aussortieren

Doch wenn am Montag um 15.30 Uhr das erste Training für die "Wölfe" ansteht, wird der Laktattest nur die erste von zig Veränderungen sein. (Der Sommerfahrplan des VfL Wolfsburg)

Viele VfL-Profis müssen indes zittern, ob sie in der neuen Saison überhaupt noch das grün-weiße Trikot überziehen dürfen.

Aktuell gehören 40 (!) Spieler zum Kader.

Im fünften Teil des Bundesliga-Reports wirft Sport1.de einen Blick auf die Situation beim Meister in Wolfsburg.

Veh mit großer Machtfülle

Armin Veh nimmt beim VfL wie Vorgänger Felix Magath die Rolle des Trainers, Sportdirektors und Geschäftsführers wahr.

Sein Zwei-Jahres-Vertrag gibt ihm die gleiche Machtfülle wie zuvor seinem Vorgänger.

Ob Veh allerdings wie Magath allen Aufgaben gleichermaßen gerecht werden kann, ist fraglich.

Außerdem: Kann er den Kader nach dem Titelgewinn auf Spannung halten?

In Stuttgart ist Veh das zumindest nach der überraschenden Meisterschaft 2007 nicht geglückt. Nur über den UI-Cup erreichten die Schwaben in der Folgesaison den UEFA-Cup.

Ringen um Dzeko dauert an

Was den Kader betrifft, ist die dringlichste Frage, ob Edin Dzeko den "Wölfen" erhalten bleibt.

Bisher setzt der Starstürmer alles daran, nach Italien zum AC Mailand, seinem erklärten Lieblingsklub, zu wechseln. Der VfL wehrt all diese Ansinnen ebenso vehement an.

Nicht einmal für 50 Millionen Euro, so Aufsichtsratsvize Stephan Grühsem, sei Dzeko zu haben. Doch der AC Milan bohrt weiter, hofft darauf, dass der Spieler selbst auf einen Wechsel drängt und sich womöglich doch durchsetzt.

Indes scheint mit dem Stürmer Grafite bereits alles klar zu sein.

Der Bundesliga-Torschützenkönig der vergangenen Saison (28 Treffer) will in Wolfsburg bleiben. Es geht es jetzt wohl nur noch um die Vertragslaufzeit.

Grafite würde gerne bis 2013 verlängern.

Sechs Leihspieler kehren zurück

Womöglich könnte Wolfsburg wie in den Vorjahren ein verhaltener Start in die Saison drohen, so viel Bewegung dürfte in den Kader geraten. 114836(Diashow: Die Neuzugänge des VfL Wolfsburg)

Die zuletzt ausgeliehenen Daniel Baier (FC Augsburg), Alexander Laas (Arminia Bielefeld), Vlad Munteanu (Arminia Bielefeld), Sergiu Radu (1. FC Köln), Mahir Saglik (Karlsruher SC) und Jonathan Santana (San Lorenzo/Argentinien) kommen zurück.

"Ich will Gas geben und versuchen, diese Chance zu nutzen", sagt Laas und steht damit stellvertretend für die ganze Riege der ehemaligen Leihspieler.

Das Problem: Wolfsburg streckt sich in der neuen Saison nach hohen Zielen, will seine Position in der Bundesliga behaupten, auch in der Champions League eine gute Figur machen.

Huntelaar und Petric im Blick

Für die Rückkehrer stellt das angesichts der eingespielten Konkurrenz eher eine Bürde denn eine Chance dar.

Die Ambitionen des Meisters lassen sich allein schon aus den Namen ablesen, die aktuell in Niedersachsen als Verstärkungen gehandelt werden.

Der niederländische Stürmer Klaas Jan Huntelaar wird ebenso mit dem VfL in Verbindung wie der Argentinier Javier Saviola (beide Real Madrid).

In der Bundesliga strecken die "Wölfe" ihre Fühler gen Hamburg aus, haben Stürmer Mladen Petric im Blick.

Ein Angebot von neun Millionen Euro soll vorliegen.

Der HSV sperrt sich aber. "Es steht fest, wir wollen ihn nicht verkaufen", sagte HSV-Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer sagte "kicker":

VfL steckt sich hohe Ziele

Auffällig ist, bei wie vielen hochkarätigen Namen der VfL Wolfsburg derzeit aktuell als Interessent auftaucht.

So sollen die Wolfsburger nach italienischen Medienberichten an Simone Perrotta vom AS Rom und an Tim Borowski interessiert sein. Ein weiteres Indiz für das neue Selbstverständnis beim Klub aus der VW-Stadt.

Der Vorstandsvorsitzende des Konzerns, Martin Winterkorn, bestätigte erst kürzlich die weitere Ausrichtung: "Wenn wir bei Volkswagen etwas machen, dann machen wir es langfristig. Wir wollen den VfL Wolfsburg oben halten."

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