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Wechselte 2006 für 8 Millionen Euro von Anderlecht zum HSV: Vincent Kompany (M.) © getty

Der Belgier muss für sein Peking-Abenteuer blechen. Prasnikar sitzt fest im Sattel, Ribery tänzelt wieder. Bundesliga-Splitter.

München - Der Hamburger SV hat seinen ehemaligen Abwehrspieler Vincent Kompany vor dessen Wechsel zu Manchester City im vergangenen Monat offenbar zu einer vereinsinternen Rekord-Geldstrafe verdonnert.

Nach Angaben der "Bild" wurden vom letzten Gehalt des Belgiers 100.000 Euro einbehalten. Der HSV wollte dies nicht kommentieren.

Kompany war mit seinem damaligen Arbeitgeber aneinandergeraten, da er entgegen vorheriger Absprachen verspätet vom olympischen Turnier in Peking nach Hamburg zurückkehrte.

Der HSV hatte mit dem belgischen Verband vereinbart, dass der Profi nach den ersten beiden Vorrundenspielen wieder in die Hansestadt reisen muss.

Verbales Nachspiel

Kompany fügte sich dieser Abmachung zunächt nur widerwillig und vergaß zum geplanten Abflugtermin dann auch noch seinen Pass, was die Rückkehr um einen weiteren Tag verzögerte.

Das Tischtuch zwischen dem Verein und dem 22-Jährigen schien daraufhin zerschnitten.

Kompany wurde für rund acht Millionen Euro nach Manchester verkauft und trat zuletzt verbal gegen HSV-Boss Bernd Hoffmann nach, indem er dem Vorstandsvorsitzenden mangelnde Qualitäten in der Menschenführung und fehlende Fußballkenntnis vorwarf.

Sport1.de hat weitere Splitter aus der Bundesliga zusammengestellt:

Prasnikar erhält Freifahrtschein

Trainer Bojan Prasnikar muss trotz des Fehlstarts in der Bundesliga nicht um seinen Arbeitsplatz bei Energie Cottbus fürchten.

Präsident Ulrich Lepsch will nicht an der zu Saisonbeginn ausgestellten Job-Garantie für den Slowenen rütteln.

"Ich kann das auch gern jeden Tag wiederholen. Er bleibt auch bei einem Abstieg", sagte der Energie-Boss im "kicker".

Stattdessen nahm der 49-Jährige nach dem miserablen Start mit nur einem Punkt aus drei Spielen (kein Tor) die Mannschaft in die Pflicht.

Die Diskussionen über System und Fitness innerhalb des Teams sei da wenig hilfreich, erklärte Lepsch: "Ich habe das Gefühl, dass die Spieler nach Alibis suchen."

Manager Steffen Heidrich bat unterdessen die beiden Streithähne Gerhard Tremmel und Timo Rost zum Rapport.

Tremmel hatte öffentlich an die Einstellung der Mitspieler appelliert, woraufhin Kapitän Rost ebenfalls medienwirksam seinem Mitspieler einen Rüffel erteilte.

"Es war ein gutes Gespräch. Es ist wichtig, dass wir alle an einem Strang ziehen", sagte Rost der "Lausitzer Rundschau".

Seeler erwartet Champions-League-Quali

Nach den erheblichen Transferausgaben der vergangenen Wochen erwartet DFB-Ehrenspielführer Uwe Seeler vom Hamburger SV in der laufenden Saison die Qualifikation für die Champions League.

"Wenn ich die Einkäufe sehe, gibt es eine gewisse Verpflichtung, zumindest die Qualifikation für die Champions League zu schaffen", sagte das HSV-Idol in der "Bild":

"Man hat sich selbst unter Druck gesetzt. Der HSV muss das Ziel jetzt höher stecken."

Die Hamburger hatten in die Verpflichtungen von Nationalspieler Marcell Jansen, der beiden Brasilianer Alex Silva und Thiago Neves sowie des kroatischen EM-Teilnehmers Mladen Petric zuletzt insgesamt geschätzte 27 Millionen Euro investiert.

Durch die Abgänge von Rafael van der Vaart und Vincent Kompany nahm der HSV allerdings auch knapp 25 Millionen Euro ein.

Ribery wieder im Training

Bayern München kann auf eine baldige Rückkehr seines Mittelfeld-Stars Franck Ribery hoffen.

Der Franzose nahm am Donnerstag zum ersten Mal seit seinem bei der EM 2008 erlittenen Syndesmosebandanriss wieder am Mannschaftstraining der Münchner teil.

"Wir arbeiten jeden Tag mit viel Elan an Franck. Er kommt immer besser in Schwung und fühlt sich immer stabiler", sagte Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann.

Der Ex-Bundestrainer rechnet schon "Ende des Monats" wieder mit einem Einsatz des 25-Jährigen.

Bei optimalem Verlauf könnte Ribery demnach am 6. Spieltag beim Auswärtsspiel in Hannover wieder zum Kader des Double-Gewinners gehören.

Ismael holt zum Gegenschlag aus

Nach dem völlig verkorksten Saisonstart von Hannover 96 (null Tore, ein Punkt) nimmt Verteidiger Valerien Ismael, dem eine Mitschuld an der sportlichen Talfahrt angelastet wird, Stellung.

Der 32-jährige Franzose, der von Trainer Dieter Hecking vor dem Stuttgart-Match vergangene Woche aus dem Kader gestrichen wurde, kann die Vehemenz der Kritik an seiner Person nicht verstehen:

"Es hat mich einfach aus der Bahn geworfen. Die Brutalität der Kritik hat mich überrascht", sagte Ismael im "kicker" und zeigte sich auch selbstkritisch:

"Gegen Schalke war ich richtig schlecht, aber gegen Cottbus habe ich defensiv ordentlich gespielt. Was danach von außen kam, hat mich überrolt."

Ein Patentrezept aus der sportlichen Krise hat ismael aber auch nicht: "Wir brauchen einfach ein wenig Geduld und Zeit. Alle müssen jetzt mitziehen. Die Mannschaft voran, dazu der Verein, die Fans."

Schwaben-Duo angeschlagen

Doppeltes Verletzungspech für den VfB Stuttgart:

Während sich Spielmacher Yildiray Bastürk am Mittwoch im Mannschaftstraining einen Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel zuzog, konnte Verteidiger Mathieu Delpierre aufgrund einer leichten Kapsel- und Bänderverletzung am rechten Sprunggelenk lediglich eine Laufeinheit absolvieren.

Ob die beiden für die Bundesliga-Partie gegen 1899 Hoffenheim nach der Länderspielpause am 13. September wieder zur Verfügung stehen werden, ist noch offen.

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