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Uwe Seeler bestritt 72 Länderspiele für die deutsche Nationalelf © getty

Das HSV-Idol ruft im Vorstandszoff zwischen Beiersdorfer und Hoffmann zu Besonnenheit auf. Dann sei auch die Meisterschaft drin.

Hamburg - Klub-Idol Uwe Seeler hat ein Ende des Machtkampfes zwischen dem Vorstandsvorsitzenden Bernd Hoffmann und Sportchef Dietmar Beiersdorfer beim Hamburger SV (Machtkampf entbrannt) gefordert.

"Beide sind erwachsene Menschen. Sie sollten sich im Interesse des Vereins einigen, und es sollte ihnen dabei nur um die Sache gehen", sagte der Ehrenspielführer der Nationalmannschaft.

Dass der Aufsichtsratsvorsitzende Horst Becker zwischen Hoffmann und Beiersdorfer vermitteln muss, hält Seeler nicht zwangsläufig für bedenklich.

"Wenn etwas angespannt ist, ist die Einschaltung eines Vermittlers manchmal genau der richtige Weg."

"Dann werden wir Meister"

Er hoffe, dass schnell eine Lösung gefunden werde, und glaube daran, dass eine weitere Zusammenarbeit zwischen Hoffmann und Beiersdorfer möglich sei.

"Die beiden sind ganz unterschiedliche Typen, aber das ist kein Nachteil. Umso mehr können beide dem Verein geben. Sie sollen sich in der Mitte treffen - und dann werden wir deutscher Meister."

"Fehlende Leidenschaft"

Hintergrund des Streits in der Chefetage der Hanseaten ist angeblich eine unterschiedliche Bewertung der vergangenen Saison.

Während Beiersdorfer mit dem Erreichen der Europa League zufrieden war, äußerte sich Hoffmann mehrfach enttäuscht über das Verpassen von drei möglichen Titeln und bemängelte öffentlich "fehlende Leidenschaft".

Außerdem soll es unterschiedliche Auffassungen über die Transferpolitik geben. Bislang hat der HSV noch keinen Zugang zur neuen Saison verpflichtet.

Situation "nicht so dramatisch"

"Die Situation wurde hochgepusht. So dramatisch ist das alles gar nicht", beschwichtigte Becker in der Sonntagsausgabe der Hamburger "Morgenpost". "Wir setzen uns am Montag zusammen und wollen erst einmal beide Seiten hören."

Bislang habe er nur die Sicht Beiersdorfers zur Kenntnis genommen.

"Er hatte Redebedarf, das sollte auch nicht öffentlich werden. Keine Ahnung, wie das passiert ist", meinte Becker weiter. Er ist von einer weiteren Zusammenarbeit der Streithähne überzeugt: "Die Dinge werden angesprochen und ausgeräumt."

Trochowski pro Beiersdorfer

Auch Piotr Trochowski äußerte sich gegenüber der "Hamburger Morgenpost" zu den aktuellen Differenzen: "Dass beide sich nun mit dem Aufsichtsrat zusammensetzen, kann nur gut sein, wenn dann vernünftig über alles geredet wird."

Der Nationalspieler schlug sich indirekt auf die Seite von Beiersdorfer, von dem er eine "sehr hohe Meinung" habe. "Er hat mich nach Hamburg geholt, sich schon die Jahre davor sehr um mich bemüht. Mein Wunsch ist es, noch lange mit ihm zusammen zu arbeiten."

Und zwar beim HSV! Trochowski betonte nämlich, dass er weiter an der Elbe bleiben werde. "Ich bleibe beim HSV. Das steht fest und dabei bleibt es auch."

Trotzdem wünsche er sich nach wie vor "mehr Wertschätzung innerhalb des Vereins".

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