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Lucio wechselte 2004 von Bayer Leverkusen zum FC Bayern München © getty

Der Brasilianer reagiert trotzig auf das Gerücht, er sei bei Bayern nicht mehr gefragt. Er hätte kein Problem mit einem Wechsel.

Von Martin Hoffmann

München - Tim Borowski, Andreas Ottl, Breno - die Streichliste des FC Bayern, die jüngst nach außen gedrungen ist, bietet nicht viele Überraschungen.

Eine aber sehr wohl darunter: Abwehrrecke Lucio, der Kapitän der brasilianischen Nationalelf, soll beim Rekordmeister nicht mehr zwingend erwünscht sein.

Und die Reaktion des 31-Jährigen auf dieses Gerücht klingt auch nicht nach einem unbedingten Wunsch, in München zu bleiben.

"Wenn der neue Trainer mich nicht mehr benötigt, wechsle ich problemlos zu einem anderen Verein", ließ Lucio im Interview mit der "tz" wissen (93065DIASHOW: Die Baustellen des FC Bayern München).

Die "Bild am Sonntag" hatte berichtet, die Zukunft Lucios beim FC Bayern sei fraglich.

Braafheid der Nachfolger?

Es gibt Anzeichen, dass Neu-Coach Louis van Gaal tatsächlich ohne den Weltmeister von 2002 plant.

Angeblich hat der Niederländer durchblicken lassen, dass er Lucio nicht mehr für die beste Wahl hält.

Nicht umsonst hat er die Verpflichtung seines Landsmanns Edson Braafheid forciert, der genau auf Lucios Position einsetzbar ist .

Der Neuzugang hat im Konkurrenzkampf mit Lucio den Vorteil, dass er direkt in die Vorbereitung einsteigen kann, während Lucio noch mit dem Confed-Cup beschäftigt ist (115098DIASHOW: Die Neuzugänge des FC Bayern München).

Zu viele Offensiv-Ausflüge

Auch bei den Oberen des FC Bayern sollen zuletzt leise Zweifel an dem Brasilianer aufgekommen sein.

Zu viele Gegentore habe die von ihm organisierte Abwehr zugelassen heißt es - und zu oft habe sich Lucio wieder zu seinen berüchtigten Offensivausflügen hinreißen lassen.

Eine Angewohnheit, die gerade dem Disziplin- und Taktikfanatiker van Gaal kaum gefallen kann.

Letzte Chance auf einen Zahltag

Lucio hat bei Bayern noch einen Vertrag bis 2010. Ein sofortiger Wechsel wäre also die letzte Gelegenheit, noch eine Ablösesumme zu kassieren.

Und die dürfte hoch sein, zumal Lucios Marktwert immer noch im zweistelligen Millionenbereich liegen soll.

Dass Lucio selbst prinzipiell lieber in einem Land mit wärmerem Klima - wie Spanien oder Italien - leben will, hat er auch oft genug betont.

Zwingend will er nach eigenen Angaben nicht weg: "Klar will ich bleiben", sagt er: "Aber wenn der Coach denkt, andere seien besser, spiele ich keine Sekunde mehr für Bayern."

Einen Mangel an Interessenten fürchtet Lucio jedenfalls nicht: "Mit Sicherheit kann man mich woanders gut gebrauchen."

Appell an Rummenigge und Hoeneß

Konkrete Angebote scheint es auch schon zu geben: "Ich habe da ein paar Sachen gehört, aber im Moment kann ich nicht darüber reden."

Er werde sich aber mit seinem Berater austauschen, sobald er wieder in Brasilien sei.

Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge hätten ihn noch nicht auf das Thema angesprochen.

Sollten sie ihn aber wirklich loswerden wollen, "wäre es besser, sie würden frühzeitig mit mir reden".

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