Beim FC Bayern herrscht Unruhe. Im Mittelpunkt: Lukas Podolski.

Eines steht nach dem öffentlichen Schlagabtausch zwischen Vereinsführung und "Sorgenkind" unverrückbar fest: Der FC Bayern und Lukas Podolski - das hat nie gepasst und es wird nie passen.

"Poldi" nerven die Aussagen von Uli Hoeneß und Jürgen Klinsmann nur noch. In gleich fünf Zeitungsinterviews beschwerte er sich über die seiner Meinung nach verfehlte Kritik der Vorgesetzten.

Seine verbale Gegenwehr gipfelte in der erstmals in dieser Deutlichkeit geäußerten Reue über seinen Wechsel nach München 2006.

Podolski solle aufhören, über seine Reservistenrolle zu jammern, hatte Hoeneß gefordert. Klinsmann hatte ergänzt, der Edeljoker müsse "Gas geben", wenn er einen Stammplatz erobern wolle.

Sie hatten auf sein Verständnis gehofft, auf sein Kämpferherz gepocht und ihn an der Ehre gepackt. Aber - und das ist das größte Problem - der 23-Jährige versteht und akzeptiert es nicht.

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Der Grund: Ihm fehlt die Rückendeckung, das Vertrauen, das er uneingeschränkt braucht, um erfolgreich zu sein. Seitdem bekannt wurde, dass sich die Bayern um Mario Gomez bemühen, war der Bruch perfekt. Auch gute Gespräche mit Klinsmann konnten diesen nicht kitten.

Aktuell stört ihn, dass selbst ein formschwacher Klose bei Klinsmann einen Vertrauensvorschuss genießt und ihm vorgezogen wird.

Intern wird dem Linksfuß vorgeworfen, nicht ausreichend genug nach hinten mitzuarbeiten und sich allgemein taktisch undiszipliniert zu verhalten.

Beim Training mit der Nationalmannschaft muss sich Podolski momentan wie im Urlaub fühlen - auf der Flucht vor dem tristen Alltag.

Das allein zeigt: Nur eine Luftveränderung, sprich ein Transfer in der Winterpause, kann seine Entwicklung noch retten.

Nach der Länderspielpause kann er sich bei einem Interessenten schon mal umsehen: Bayern tritt am 13. September beim 1. FC Köln an, seiner "alten Liebe".

Eine ähnlich herzliche Beziehung wird die Ehe Podolski-FC Bayern nicht mehr.

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