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Zorcs Vertrag hat sich bereits nach Erreichen des UEFA-Cups 2008 bis 2010 verlängert © getty

BVB-Sportdirektor Michael Zorc spricht mit Sport1.de über die Verpflichtung von Sven Bender, Trainer Klopp und die Kaderplanung.

Von Mathias Frohnapfel

München - Die Personalplanung bei Borussia Dortmund steht zu weiten Teilen.

Damit ist der Klub einigen Konkurrenten weit voraus - wie dem Hamburger SV, der bislang noch gar keinen Neuzugang vermelden konnte.

Und jetzt hat es der BVB noch geschafft, den Rohdiamanten Sven Bender vom TSV 1860 München loszueisen.

Die Stimmung bei den Schwarzgelben ist entsprechend gut, auch wenn im Bundesliga-Finale die Qualifikation zum internationalen Geschäft um Haaresbreite verpasst wurde.

Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc schildert im Sport1.de-Interview die Kaderplanung für die neue Saison und spricht ein Machtwort in Sachen Stürmer Alexander Frei (direkt zum zweiten Teil des Interviews).

Zudem geht er vorm BVB-Trainingsstart am Sonntag (der Sommerfahrplan des BVB) auf die Transferstrategie ein und verrät, warum man Trainer Jürgen Klopp beinahe für einen waschechten Kumpel aus dem Ruhrpott halten könnte. 115099(DIASHOW: Die Neuzugänge des BVB)

Sport1.de: Herr Zorc, die Borussia hat mit Sven Bender eines der begehrtesten Talente des deutschen Fußballs von 1860 München geholt. Die "Löwen" bekommen im Tausch Antonio Rukavina. Sind Sie ein wenig stolz auf den Deal?

Michael Zorc: Stolz ist nicht das richtige Wort, aber es ist ein Doppeltransfer, der Sinn macht. Sven passt sehr gut in unser Konzept, ich kenne ihn noch aus der Zeit, als er gegen unsere B-Jugend Deutscher Meister geworden ist. Wir glauben, dass er riesiges Potenzial hat.

Sport1.de: Es heißt, die Borussia hat auch noch Geld verdient.

Zorc: Es gibt kein Geld, es ist ein richtiger Tausch. Die Spieler wurden mit dem gleichen Wert angesetzt. Es ist so, dass sich bei uns einiges auf der rechten Seite getan hat, Patrick Owomoyela hat zu alter Stärke zurückgefunden und er ist daher natürlich gesetzt. Wir haben außerdem junge Spieler aus der eigenen Reihe dahinter, so dass das für uns Sinn gemacht hat.

Sport1.de: Den Abschluss mit dem Mainzer Markus Feulner haben Sie gleichfalls relativ früh sicher gemacht. Gehörte das zur Strategie, denn aktuell explodieren ja die Preise?

Zorc: Markus Feulner hat über einen langen Zeitraum der Zweiten Liga seinen Stempel aufgedrückt. Er war aus meiner Sicht der beste Zweitligaspieler der abgelaufenen Saison und da er frei war, durfte man nicht zu lange warten. Und der Trainer kennt ihn ja auch sehr, sehr gut, deshalb haben wir relativ schnell zugeschlagen.

Sport1.de: Sie haben von BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke ein Kompliment für Ihre Arbeit bekommen. Das tut wahrscheinlich gut, nachdem es ja nach dem Ende der Vorsaison 2007/2008 auch andere Stimmen gab.

Zorc: Wenn die Ergebnisse nicht so sind, muss man sich in meiner Position der Kritik stellen und damit auseinandersetzen. Das gehört zum Job dazu. Das Positive jetzt nimmt man dann auch gerne mit.

Sport1.de: Wie wichtig ist es für den BVB, diesen Mittelweg zu gehen, einerseits junge Talente einzubauen und andererseits zu versuchen, das internationale Geschäft zu erreichen?

Zorc: Wir sind gut aufgestellt, mit Hans-Joachim Watzke als Geschäftsführer und Trainer Jürgen Klopp. Jürgen Klopp steht dafür, dass er Spieler weiterentwickelt. Wir sehen uns noch lange nicht am Ende unserer Entwicklung. Wir sind kein Klub, der auf dem Transfermarkt großartig mit Summen zuschlagen kann. Deshalb ist diese Strategie, selbst Spieler zu entwickeln und auszubilden, die einzig richtige für uns.

Sport1.de: Nach einem Jahr gemeinsamer Arbeit: Ist das Duo Sportdirektor Zorc/Trainer Klopp nun immer besser aufeinander eingestellt?

Zorc: Wir haben vom ersten Tag sehr gut harmoniert und gut miteinander gearbeitet. Mit der Zeit wächst das Vertrauen immer weiter.

Sport1.de: Hat die Vertragsverlängerung mit Jürgen Klopp aus dem Frühjahr einen zusätzlichen Schub gegeben?

Zorc: Wir haben die Vertragsverlängerung des Trainers ganz bewusst gemacht, nachdem wir sieben Spiele nicht gewonnen hatten. Zwei Tage danach kam der erste Sieg. Der Zeitpunkt wurde damals ja hinterfragt, für uns war das nie eine Frage. Weil Hans-Joachim Watzke und ich sehr schnell gemerkt haben, dass Jürgen Klopp für uns ein Glücksgriff ist und wir uns vorstellen können, sehr langfristig mit ihm zusammenzuarbeiten.

Sport1.de: Die Fans scheinen zu schätzen, wie sich der Trainer mit dem Verein identifiziert.

Zorc: Er ist da sehr authentisch. Er spielt den Leuten nichts vor und passt deshalb sehr gut in unsere Region. Wenn man nicht wüsste, dass er aus dem Schwarzwald kommt, dann könnte man glauben, er wäre aus dem Ruhrgebiet. Diese Glaubwürdigkeit kommt hier sehr gut an.

In Teil 2 des Interviews spricht Michael Zorc über Alexander Frei, den Kampf um die Mittelfeldplätze und weitere Transferplanungen

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