Sportdirektor Beiersdorfer ist Opfer des Machtkampfs und wird geschasst. Dem HSV droht eine schwierige Saison.

Beim HSV liegt alles in Scherben.

Und aus diesen Scherben lässt sich kaum herauslesen, dass der Klub im Frühjahr im UEFA-Cup- und DFB-Pokal-Halbfinale kurz vorm Olymp stand.

Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer muss nach dem Machtkampf mit dem Vorsitzenden Bernd Hoffmann gehen.

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Eine Entscheidung, um die der Aufsichtsrat nach langem Ringen wohl nicht mehr herum kam.

Stundenlange Friedensgespräche zwischen Beiersdorfer und Hoffmann brachten nichts.

Aufsichtsratschef Horst Becker hatte Sport1.de nach dem Abgang von Martin Jol noch gesagt: "Wir hätten nicht Dietmar Beiersdorfer geopfert für mehr Kompetenzen des Trainers".

Jol wollte im Idealfall in Doppelfunktion als Trainer und Sportdirektor arbeiten. Bekanntlich ist Jol zu Ajax Amsterdam gegangen, Bruno Labbadia gekommen.

Mit Dietmar Beiersdorfer als ordnender Hand hat sich der Verein in den vergangenen sieben Jahren stabil im internationalen Geschäft etabliert.

Trotz fünf Trainerwechsel blieben die Hanseaten auf Kurs, Hoffmann und Beiersdorfer standen für diese Kontinuität.

Dass es zwischen den beiden Persönlichkeiten immer wieder knirschte, war bekannt.

Beiersdorfer hat es sicher nicht gut getan, dass er in der Phase des Umbruchs keine neuen Stars für die kommende Saison präsentieren konnte.

Und seine Position verbesserte sich genauso wenig, als jüngst wichtige Spieler wie Mladen Petric und Paolo Guerrero Wechselabsichten in die Öffentlichkeit hinausposaunten.

Trotzdem: Letztlich hätte es erst gar nicht zu dieser Eskalation des Konflikts zwischen Hoffmann und Beiersdorfer kommen dürfen.

Als treibende Kraft ist der HSV-Vorstandschef zu sehen. Sollte eine mäßige Saison folgen, fällt das auf Hoffmann zurück.

Zugespitzt gesagt: Die Hamburger scheiterten am eigenen Erfolg. Die erfolgreichste Saison seit 26 Jahren weckte Riesenerwartungen bei Spielern und Bossen.

Wie man damit umgehen sollte, dafür gab es kein stimmiges Konzept, stattdessen folgte die Selbstzerstörung.

Wer auch immer Beiersdorfers Nachfolger wird: Jetzt muss einer die Scherben zusammenkehren.

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