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Felix Magath holte als Trainer mit Bayern und Wolfsburg den Titel © getty

Der Ex-Interimscoach ist sauer auf Magath. Doch der neue Schalker Coach denkt lieber an Transfers. Ein Bremer gefällt ihm.

Von Mathias Frohnapfel

München - Die ersten Ausrufezeichen hat Felix Magath beim FC Schalke bereits gesetzt:

Sein Trainerteam übernimmt ab sofort die Macht auf Gelsenkirchen, für die ehemaligen "Eurofighter" Mike Büskens, Youri Mulder und Oliver Reck ist kein Platz mehr (zum Artikel: Magath räumt auf)

Magaths drei goldene Regeln heißen hier wie zuvor in Wolfsburg und beim FC Bayern: Disziplin, Disziplin, Disziplin.

Magath kritisiert "zu viele Rote Karten"

"Die Mannschaft hat einfach zu viele Rote Karten gesehen. Offenbar hat es da schon an Disziplin gefehlt", bemängelt der neue S04-Trainer in der "Sport Bild".

Und schießt zugleich einen Pfeil auf die Ex-Nationalspieler Jermaine Jones und Kevin Kuranyi ab, "die einfach die Nationalmannschaft verlassen".

Wie er sich das Gebilde Schalke 04 vorstellt, umreißt Magath ebenfalls.

Er verlangt absolute Identifikation der Spieler mit Team und Verein und fordert: "Wir brauchen eine klare Hierarchie in der Mannschaft. Den Kapitän bestimme ich Ende der Vorbereitung."

Doch mit seiner Linie ist Magath auch bereits angeeckt.

Büskens: "Man war nicht offen"

Verärgert hat der bisherige Co- und Interimstrainer Michael Büskens auf seine Demission reagiert.

"Es ist schon komisch, dass man von Anfang an nicht offen zu Youri Mulder, Oliver Reck und mir war", sagte Büskens.

"Die Übereinkunft mit Felix Magath gab es ja schon vor unserem ersten Spiel als erneute Interimstrainer in Bielefeld. Es wäre daher nur ein Gebot der Fairness und Ehrlichkeit gewesen, uns schon vor Wochen zu sagen, dass es für uns nicht weitergeht."

Massive Kritik an Schalke

Kritische Worte fand Büskens auch für die "Knappen", die ihn und sein Team nicht ausreichend geschützt hätten.

"Gerade in unserer zweiten Amtszeit ging es hoch her, als sich führende Personen des Klubs massiven Beleidigungen der Fans ausgesetzt sahen", berichtete der ehemalige Schalker Trainer.

"Von einem Verein wie Schalke 04, der zu den größten in Deutschland zählt und für den Werte wie Tradition, Volksnähe und Identifikation wichtig sind, hätte ich mir einen offeneren Umgang gewünscht - mit dem gesamten Trainerteam."

Er selbst habe ja noch einen bis zum 30. Juni 2010 laufenden Vertrag als Assistenztrainer und danach eine Anstellung auf Lebenszeit.

Keine Ausbildung bei Magath

Seine Planung sei eigentlich gewesen, Felix Magath beim Training über die Schulter schauen wollen.

"Das wäre für mich der nächste Ausbildungsschritt in meiner Trainerkarriere gewesen. Daher habe ich auch das Angebot, wieder die zweite Mannschaft zu übernehmen, abgelehnt."

Für Magath ist unterdessen dieses Thema bereits Vergangenheit. Allerdings wählte er diplomatische Worte zum Abschied von Mulder und Co.

"Solche Maßnahmen zu treffen und dann auch auszusprechen, ist nie leicht, zumal man allen bisherigen Mitarbeitern gute Arbeit bescheinigen muss."

Tönnies: "Schmerzgrenze auch bei Neuer"

Nun konzentriert sich Magath voll auf die Kaderplanung für die neue Saison.

Dabei dürfte er nicht gerne gehört haben, dass Aufsichtsratschef Clemens Tönnies zum ersten Mal einen möglichen Wechsel von Keeper Manuel Neuer zum FC Bayern andeutet.

"Auch bei Manuel Neuer gibt es eine kaufmännische Schmerzgrenze. Er ist Schalker durch und durch", sagte Tönnies der "Sport Bild".

"Dennoch gibt es einen Punkt, wo wir sagen, dass er, wenn er denn wolle, gehen darf."

Neuer selbst ist aktuell bei der U-21-EM im Einsatz und schweigt aktuell zum Thema. Vor dem Turnier hatte er sich aber klar zu Schalke bekannt.

Interesse an Claudio Pizarro

Schalke scheint seinerseits an Claudio Pizarro (derzeit Leihspieler bei Werder, noch unter Vertrag bei Chelsea) interessiert. Für Magath "ein guter Mann" und "interessanter Spieler".

Er bestätigte, dass er weiter mit dem Brasilianer Rafinha plant. Ein millionenschwerer Verkauf stehe nicht zur Debatte.

"Wir verkaufen keine Leistungsträger. Rafinha ist ein Spieler, den wir für die Zukunft brauchen."

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