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Lukas Podolski spielte in seiner Profi-Karriere nur für den FC Bayern und Köln © getty

Der Stürmer strahlt bei seiner Vorstellung bis über beide Ohren. Druck verspürt er kaum und mitreden darf er auch schon.

Köln - Da stand es nun, das "Gesicht", das "Idol" des 1. FC Köln, und strahlte über das ganze Gesicht.

Im Blitzlichtgewitter der Fotografen und im Scheinwerferlicht der TV-Kameras reckte Lukas Podolski den rechten Daumen nach oben.

Beim ersten offiziellen Auftritt nach 1089 Tagen oder drei Jahren im harten Exil München präsentierte sich der Nationalstürmer voller Energie.

"Ich freue mich, dass ich wieder in der Heimat bin. Morgen gehts los, ich kann es kaum erwarten", sagte der 24-Jährige auf einer eigens für ihn angesetzten Pressekonferenz im WM-Stadion.

"Es ist geil, wenn man hier spielt"

Am Donnerstag ist ab 18.00 Uhr Trainingsauftakt - wegen des zu erwartenden Andrangs auch in der Arena. Das neue Trainergespann Zvonimir Soldo/Michael Henke oder Neuzugang Sebastian Freis werden da wohl nur Staffage sein.

"Ich hoffe, dass viele ins Stadion kommen. Da kann ich mich dann bei den Fans bedanken. Ich habe eine ganz besondere Beziehung zu diesem Verein und den Menschen. Es ist geil, wenn man hier spielt", sagte der Publikumsliebling.

Aus Bergheim in der Nähe von Köln stammt der Straßenfußballer, der immer noch wie ein Zehnjähriger wirkt, der die Pille in die Mitte geworfen haben will, damit der Kick endlich losgeht. Mehr Identifikation mit Heimat und Klub kann ein Mensch eigentlich nicht ausstrahlen.

Podolski dankt Bayern

Deswegen platzte Manager Michael Meier, der zunächst gar nicht durch die Fotografen-Traube aufs Podium kam, vor Stolz fast aus dem Anzug.

"Lukas ist das Gesicht des Vereins. Und das nicht nur auf dem Platz, sondern auch daneben. Ich kann auch nur noch meinen Dank an Bayern richten. Es kommt ein lebendes Idol, ein aktives Idol nach Köln."

Artig schloss sich Podolski an, er bedankte sich bei Uli Hoeneß.

Der Manager des deutschen Rekordmeisters Bayern München, wo Podolski drei "schwere Jahre" erlebte, machte nach schwierigen Verhandlungen mit seiner Zustimmung am 19. Januar die Rückkehr von "Prinz Poldi" in die Domstadt mit möglich.

Eine Ablösesumme von zehn Millionen Euro wurde fällig, für vier Jahre unterschrieb der Spieler.

Der Transfer ist refinanzierbar

"Das war für den 1. FC Köln ein ordentlicher Schluck aus der Pulle. Aber es ist ein Transfer, den wir refinanzieren konnten", sagte Meier.

7,5 Millionen Euro sollen sofort über den Tisch gegangen sein, der Rest wurde mit dem Verkauf von Poldi-Pixeln im Internet oder mit einem Ablösespiel am 25. Juli gegen die Bayern anlässlich der Saisoneröffnung zusammengekratzt.

Der Verkauf des Trikots wird die Einnahmen mit dem Star potenzieren.

Eingedenk dieser Zahlen muss der Druck auf und die Erwartungen in den Spieler doch immens sein?

"Der Verein hat Potenzial"

"Ich kenne die Stadt, ich kenne das Umfeld. Die Mannschaft hat sich verändert, das Vereinsheim auch ein wenig. Ich gebe Gas in der Vorbereitung, dann wirds auch klappen. Da habe ich keine Sorge", sagte Podolski. Wie herrlich einfach das Leben doch sein kann!

Zu den Zielen äußerte sich der Spieler genauso vorsichtig wie die Verantwortlichen.

"Ich will mit der Mannschaft Erfolg haben und eine bessere Platzierung als in der Vorsaison erreichen. Der Verein hat Potenzial", sagte er.

Podolski mischte in den zehn Tagen seit der Ankuft in Köln schon ordentlich bei der Planung mit: "Ich habe den einen oder anderen Tipp gegeben, wen man holen kann. Vielleicht kommt ja einer davon."

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