vergrößernverkleinern
Mike Büskens coachte von Ende März bis Juni zum zweiten Mal Schalke 04 © getty

Mike Büskens hält trotz der Ausmusterung seinem Klub die Treue. Mit Sport1.de spricht er über verpasste Zeitpunkte.

Von Mathias Frohnapfel

München - Mike Büskens hätte nur zu gerne unter Trainer Felix Magath als Assistenztrainer auf Schalke gearbeitet.

Doch Magath und die Königsblauen planten anders.

Büskens wurde lediglich der Posten als Trainer der Zweiten Mannschaft angeboten, was er aber ablehnte. (zum Artikel: Magath räumt auf)

Gegenüber Sport1.de schildert "Eurofighter" Büskens seine Enttäuschung und blickt auch auf seine zweite Amtszeit als Schalker Interimscoach zurück.

Zudem spricht er auch über die Angebote anderer Klubs und verrät, warum er eine Anstellung auf Lebenszeit habe.

Sport1.de: Herr Büskens, wie enttäuscht sind Sie nach der Entscheidung, dass Sie nicht unter Felix Magath als Assistent arbeiten können?

Mike Büskens: Dass ein Trainer sein Team mitbringt, ist vollkommen normal. Darüber bin ich nicht enttäuscht. Ich hätte mir nur ein solches Gespräch schon vor Wochen gewünscht.

Sport1.de: Und warum gab es dieses Gespräch nicht?

Büskens: Keine Ahnung, woran das gelegen hat, vielleicht an der Endphase der Meisterschaft. Felix Magath hat ja auch gesagt, dass der Zeitpunkt nicht ganz glücklich war. Es hätte uns auch jemand anderes informieren können, der von den Ideen von Felix Magath wusste.

Sport1.de: Was haben Sie nun für die Zukunft geplant?

Büskens: Entschuldigen Sie, bis vor 24 Stunden habe ich gedacht, ich bekomme die Gelegenheit, Felix Magath über die Schulter schauen zu können, um mich als Trainer weiterentwickeln zu können. Ich wollte hospitieren, das System Magath kennenlernen, weil es in den vergangenen Jahren immer für Erfolg sprach. Jetzt ist es zu früh für mich zu sagen, wie sieht die Zukunft aus.

Sport1.de: Wie bewerten Sie im Rückblick Ihre zweite Amtszeit als Coach beim FC Schalke 04?

Büskens: Ich glaube, auch die zweite Amtszeit war sehr positiv. Wir sind mit vier Siegen gestartet, man kann deutlich sehen, dass ein Bruch kam, als es hieß: "Es kommt ein neuer Trainer. Danke für eure Arbeit, wir werden schon irgendwie einen Platz für euch finden".

Sport1.de: Aber Sie sind sicher davon ausgegangen, unter Felix Magath weitermachen zu können?

Büskens: Ja, deshalb habe ich auch bei dem ein oder anderen Verein, der angefragt hat, gesagt, dass ich im kommenden halben Jahr bis Jahr anders plane.

Sport1.de: Wird es in Zukunft weiter das Dreierteam mit Youri Mulder und Oliver Reck geben oder plant nun jeder auf eigene Faust seine Karriere?

Büskens: Das wird man sehen. Youri und ich haben noch einen Vertrag auf Schalke, Oli aber nicht.

Sport1.de: Sie haben gesagt, Sie hätten bei Schalke eine Lebensanstellung. Wie hat man das zu verstehen?

Büskens: Clemens Tönnies hat nach der Inthronisierung von Felix Magath gesagt, dass für uns immer ein Platz auf Schalke sein wird.

Sport1.de: Aber das Fußballgeschäft ist schnelllebig.

Büskens: Ja, aber Fakt ist, ich habe noch ein Jahr Vertrag und Fakt ist auch, dass sich die Situation seit Dienstagnachmittag verändert darstellt. Jetzt muss ich abwarten. Eigentlich habe ich mir für die Saison vorgenommen weiterzulernen, um meinen Weg als Trainer weitergehen zu können. Es ist schade, dass man dieses Gespräch mit uns nicht schon vor Wochen geführt hat, denn dann hätte sich jeder von uns normal auf dem Arbeitsmarkt umsehen können.

Sport1.de: Ist Ihr Verhältnis zu Schalke nun insgesamt getrübt?

Büskens: Ich war 17 Jahre bei diesem Klub und werde diesen Klub immer in meinem Herz tragen. Das ist doch normal. Meine Einstellung zu den Leuten, zu den Fans, die für den Klub stehen, werde ich nicht abhängig machen von Zeitpunkten und Entscheidungen, die mir vielleicht nicht so gefallen haben.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel