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Hermann Gerland arbeitet seit 2001 als Trainer beim FC Bayern © imago

Bayern-Co-Trainer Hermann Gerland spricht bei Sport1.de über den Kampf um die Plätze und seinen neuen Chef Louis van Gaal.

Von Mathias Frohnapfel

München - Der Trainingsstart ist am 1. Juli, das erste Testspiel gegen Red Bull Salzburg folgt neun Tage später.

Hermann Gerland kennt diese Termine ganz genau (Der Sommerfahrplan des FC Bayern). Und er weiß auch, was den Kader, inklusive der sieben Neuzugänge, vom ersten Tag an erwartet.

"Konkurrenzkampf, das ist doch normal beim FC Bayern", sagt Bayerns Co-Trainer im Gespräch mit Sport1.de.

Unter anderem kommen Stars wie Mario Gomez, Anatoliy Timoschtschuk und Ivica Olic - und werden von Anfang an Ansprüche anmelden. (115098DIASHOW: Die Neuzugänge des FC Bayern München)

Tim Borowski, Christian Lell und Andreas Ottl haben die Vereinsverantwortlichen bereits trotz laufenden Vertrags einen Wechsel nahegelegt. (93065DIASHOW: Die Baustellen des FC Bayern München)

Ottl will sich durchbeißen

Doch Andreas Ottl will bleiben, der Jungstar will sich dem härtesten Ausscheidungskampf der Liga um die Mittelfeldplätze stellen.

"Ich nehme diesen Konkurrenzkampf an. Ich habe 2008 bis 2011 unterschrieben, nun kommt ein weiterer Schritt", sagt Ottl im "kicker".

Der 24-Jährige ergänzt: "Es ist meine Aufgabe, am 1. Juli zum Training zu erscheinen und den neuen Trainer zu überzeugen, dass ich der Richtige bin. Zudem möchte ich noch ein Gespräch mit dem Trainer führen."

"Gefahr, dass er weniger spielt"

Gerland registriert die Ansage des Mittelfeldmanns, erklärt aber auch: "Als ich Spieler war, wollte ich spielen. Ich glaube, es gibt genug Klubs in der Bundesliga, bei denen Andi absoluter Top-Leistungsträger wäre."

Und weiter: "Wenn er sich das Ziel gesetzt hat, sich bei Bayern durchzusetzen, läuft er Gefahr, dass er weniger spielt."

Laut "Bild" soll der gebürtige Münchner Ottl Angebote von mehreren Bundesliga-Klubs vorliegen haben, unter anderem von Eintracht Frankfurt. 115098(DIASHOW: Die Transfers des FC Bayern)

Tymoschtschuk und van Bommel rangeln um die Pole

Natürlich, so Gerland, sei es letztlich Ottls Entscheidung, ob er bleibe oder nicht.

Aber der 55-Jährige warnt und weist darauf hin, dass auf der Position im defensiven Mittelfeld auch Anatolyi Tymoschtuk und Mark van Bommel um die Pole-Position rangeln.

"Wenn Andreas Ottl meint, er kann sich durchsetzen, dann muss er hierbleiben."

Heftiger Run auf die Startelf-Plätze

Ob der Run auf die Plätze in der Startelf insgesamt noch heftiger werde als in der Vergangenheit?

"Das denke ich", antwortet Gerland.

Kommt Neuer doch?

Ob es auch um den Platz im Bayern-Tor einen Kampf geben wird, hängt davon ab, ob die Münchner vielleicht doch noch Manuel Neuer von Schalke 04 verpflichten.

Laut "tz" soll es am Wochenende Gespräche der Verantwortlichen geben. (Neuer schon bald ein Bayer?)

"Van Gaal ist der Chef"

Seinen neuen Chef, Louis van Gaal, kennt Gerland auch schon. Kurz nach der Verpflichtung gab es ein erstes Gespräch. "Er kann gut deutsch", berichtet Gerland über den Niederländer.

Und skizziert sachlich das künftige Verhältnis: "Louis van Gaal ist der Chef, er wird mir sagen, was ich zu tun und zu lassen habe, so sieht es aus, wenn man Co-Trainer ist."

Mit van Gaal dürfte sich einiges ändern für die Münchner Profis.

Der ehemalige holländische Nationalcoach, während seiner Zeit bei Barca auch die "eiserne Tulpe" genannt, schwört auf Disziplin und Strenge.

Görlitz wird es nicht leicht haben

Werte, die auch Gerland enorm wichtig sind, genauso wie klare Ansagen.

Dem Rückkehrer vom KSC, Andreas Görlitz, etwa prophezeit er keinen leichten Start in München und erkundigt sich rein rhetorisch, ob der Verteidiger denn "in Karlsruhe Bäume ausgerissen" habe.

Bayern-Nachwuchs spielt um den Titel

Die Tage bis zum Trainingsstart nutzt Gerland, um seinen Roten nach Möglichkeit beim Gewinn des nächsten Titels zuzuschauen.

Am Samstag spielen die Münchner B-Junioren gegen den VfB Stuttgart um die Deutsche Meisterschaft.

In engem Kontakt mit Scholl

Derweil hat Gerland auch die Drittliga-Mannschaft des FC Bayern im Blick, die er bis Ende April trainierte.

Mit Mehmet Scholl, dem neuen Coach, steht er im engen Kontakt, sieht sich als "Bindeglied zwischen Profi und Nachwuchsabteilung".

"Wenn ich bei den Profis frei habe, bewege ich mich zu den jungen Spielern und schaue, wie die Leute sich weiterentwickeln."

Herausforderer für den Konkurrenzkampf von morgen gibt es da gewiss einige.

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