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Lucien Favre (l.), Jaroslav Drobny (M.) und Michael Preetz beim Trainingsauftakt © imago

Durch den Sparzwang stockt bei der Hertha 43 Tage vor dem Saisonauftakt die Kaderplanung, die Rückkehr ins Mittelmaß droht.

Berlin - Pünktlich zum Trainingsauftakt wurde der Sponsorenvertrag mit einer Fluggesellschaft verlängert, doch ein erneuter Höhenflug von Hertha BSC Berlin ist fraglich.

Durch den verordneten Sparzwang stockt beim Bundesliga-Vierten rund eineinhalb Monate vor dem Saisonauftakt die Kaderplanung, die Rückkehr ins Mittelmaß droht.

Unter Druck steht auch Trainer Lucien Favre.

Der Coach muss beweisen, ob er das durch den Rücktritt von Manager Dieter Hoeneß entstandene Machtvakuum wie erhofft ausfüllen kann.

Bislang nur ein Neuzugang

"Die vergangene Saison war super. Jeder weiß, dass es schwierig wird, das zu wiederholen. Es ist eine große Herausforderung für uns", sagte Favre nach der ersten Trainingseinheit mit seiner Mannschaft.

Der Schweizer konnte dabei in Christoph Janker (ablösefrei von 1899 Hoffenheim) nur einen Neuzugang begrüßen, bleibt aber gelassen: "Wir haben viel zu tun, aber wir haben auch noch viel Zeit."

Die Fakten aber sprechen für eine Herkules-Aufgabe.

Der Personaletat wird von 33,6 auf 28 Millionen Euro gesenkt, zudem muss ein Transferüberschuss von 5 Millionen Euro erwirtschaftet werden.

Drei Spieler sollen noch kommen

"Das ist eine Herausforderung, der wir uns stellen müssen. Das Verhältnis zwischen sportlicher Qualität und finanzieller Machbarkeit muss stimmen", erklärte Manager und Hoeneß-Nachfolger Michael Preetz.

Er will Transfers künftig nur noch in enger Absprache mit dem Trainer tätigen.

Drei Spieler sollen noch kommen, oberste Priorität hat dabei nach den Abgängen von Andrej Woronin (zurück zum FC Liverpool) und Marko Pantelic (Ziel unbekannt) die Suche nach einem Stürmer.

Simunic drängt auf Wechsel

Um auf dem Transfermarkt zuschlagen zu können, muss jedoch zunächst ein Star verkauft werden.

Ein Kandidat ist Josip Simunic, der gemäß einer Ausstiegsklausel bis zum 30. Juni für 7 Millionen Euro wechseln kann.

"Ich will gern was Neues ausprobieren und kann mir auch einen Wechsel in der Bundesliga gut vorstellen", sagte Simunic, an dem zuletzt der Hamburger SV, Hoffenheim und einige englische Klubs Interesse gezeigt hatten, dem "kicker".

Simunic forciert offenbar seinen Abgang, zumal er laut Trainer Favre keinen seiner Anrufe beantwortet habe. "Ich habe ihm sogar eine SMS geschickt, aber da kam nichts zurück."

Favre: "Simunic ein wichtiger Spieler"

Der Trainer dementierte ein Gerücht, er habe intern Zweifel geäußert, ob der kroatische Nationalspieler noch einmal so überragend wie in der abgelaufenen Saison spielen könne:

"Das wurde falsch geschrieben. Er ist ein wichtiger Spieler für mich."

Doch Simunic ist nicht der einzige Führungsspieler, mit dem Favre ein Problem hat. Spätestens am 1. Juli, wenn Nationalspieler Arne Friedrich ins Training einsteigt, muss der Coach den Konflikt mit seinem Kapitän lösen.

Friedrich als verlängerter Arm

Friedrich wurde von Favre im Saisonendspurt nicht mehr in die Startelf berufen und hatte sich anschließend beschwert.

Eine Aussprache zwischen den beiden soll die Wogen wieder glätten.

"Arne ist Favres verlängerter Arm auf dem Platz, die beiden sind aufeinander angewiesen", mahnte Preetz.

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