vergrößernverkleinern
Felix Magath holte als Trainer bislang drei Meistertitel © getty

Der neue S04-Coach ledert zum Trainingsauftakt ab: Er spricht von miesen Trainingseindrücken und versetzt auch der Führung Hiebe.

Gelsenkirchen - Er drohte den Spielern, sprach ein Machtwort im Fall Manuel Neuer und rechnete gnadenlos mit dem "alten" FC Schalke 04 ab.

Felix Magath begann beim Trainingsauftakt der Königsblauen vor 4000 Zuschauern in bemerkenswerter Deutlichkeit mit dem Großreinemachen.

Eine von Magaths ersten Amtshandlungen: Er pfiff Clemens Tönnies wegen Manuel Neuer zurück.

Nachdem der Schalker Aufsichtsratsvorsitzende die Gerüchte über einen möglichen Wechsel des Nationaltorwarts neu angefacht hatte, bremste der Trainer ihn zum Trainingsauftakt direkt wieder ein. 120999(DIASHOW: Die Bilder des Trainings)

Kategorisches "Nein" zu Neuer

"Es interessiert mich nicht, was in irgendwelchen Zeitungen steht. Ich habe den besten deutschen Torwart in der Mannschaft, und der kommt auch noch aus der eigenen Jugend. Er ist der allerletzte Spieler, über den man nachdenken könnte", sagte Magath.

Er wiederholte sein kategorisches "Nein" zu einem Transfer Neuers: "Ich glaube, auch er wird lieber mit Schalke Deutscher Meister als mit den Bayern."

Womöglich zielte Magath auch auf Tönnies neueste Aussagen ab, als er zur Grundsatzkritik am Status quo bei seinem neuen Klub ausholte.

"Es war ein Problem des Vereins, dass zuviel geredet und zu wenig gearbeitet wurde. Ich bin hier, damit mehr gearbeitet und weniger geredet wird", sagte Magath.

Streit und Grossmüller bekommen auf den Deckel

Nur aufgrund der Eindrücke aus der ersten 90-Minuten-Einheit am Donnerstagvormittag drohte er bereits einigen Spielern unverholen.

"So, wie sie es heute gemacht haben, sollten sie es besser nicht weiter versuchen", sagte Magath, nannte Rückkehrer Albert Streit und den zuletzt suspendierten Carlos Grossmüller in diesem Zusammenhang namentlich, schloss aber "einige weitere" ausdrücklich ein.

Der Boulevard würde hier schreiben: "Rumms!"

Magath kündigte an, die Trainingsintensität "in den nächsten Tagen langsam zu steigern" und auch mal "im schönen Wald" am benachbarten Schloss Berge "zu verschwinden".

"Entspricht nicht meinen Vorstellungen"

Trainingspläne werde es keine geben. Nach der letzten Einheit des Tages müssen sich die Profis erkundigen, wann sie am nächsten Tag wieder anzutreten haben.

Ausgeschlossen ist auch nicht, dass sich einige Spieler künftig auf dem eigenen Vereinsgelände verlaufen werden. "Das Gelände ist zu weitläufig, zu unübersichtlich. Das entspricht nicht meinen Vorstellungen. Ich finde es vernünftig, daran etwas zu ändern", sagte Magath.

Bauliche Maßnahmen am Trainingsgelände unweit der Arena sind in Planung.

Neue Impulse angekündigt

"Es muss sich etwas tun. Es war hier zu eingefahren in den letzten Jahren. Neue Impulse sind notwendig", sagte Magath.

Aus jedem von Magaths Sätzen sprach das riesige Selbstvertrauen eines Meistercoaches, der genau weiß, was er will.

Dies hatten zuletzt auch die ehemaligen Interimstrainer Mike Büskens, Youri Mulder und Oliver Reck zu spüren bekommen. Die "Eurofighter" müssen Schalke verlassen (Magath stellt Trainer-Trio ins Abseits).

Indirekte Zustimmung für Büskens

Magath, der trotz der Maßnahme gegen die königsblauen Helden von den Fans freundlich aufgenommen wurde, verteidigte die Vorgehensweise - und schloss sich indirekt der Kritik von Büskens an, dass die Schalker Verantwortlichen ihn und seine Kollegen früher hätten einweihen sollen (Büskens im Sport1.de-Interview).

"Es waren ungewohnte und schwierige Gespräche, aber ich habe immer deutlich gemacht, dass ich mein Umfeld mitbringen werde", sagte Magath. Die Betroffenen "hätten darauf eingestellt sein müssen".

So leitete Magath mit seinem vierköpfigen Erfolgsgespann um Co-Trainer Seppo Eichkorn die erste Einheit - und war nicht nur von den Spielern enttäuscht: "Die Stimmung der Spieler und auch im Umfeld war mir noch zu verhalten."

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel