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Jean-Marie Pfaff stand 1987 mit Bayern im Finale des Landesmeisterpokals © getty

Ex-Bayern-Torwart Pfaff glaubt, dass Neuer dem FCB helfen könnte. Rensings Probleme hätten auch klubinterne Ursachen.

Von Martin Hoffmann und Mathias Frohnapfel

München - Jörg Butt, Michael Rensing oder doch Manuel Neuer?

Die Frage, wer in der nächsten Saison Bayerns Keeper Nummer eins wird, bleibt spannend, selbst wenn derzeit aus Schalke unterschiedliche Signale zu Neuer kommen. (Neuer schon bald ein Bayer?)

Aufsichtsratschef Clemens Tönnies deutet einen möglichen Verkauf an, während Coach Felix Magath dies kategorisch ausschließt.

"Wenn Bayern einen deutschen Torwart haben will, dann kann ich nur sagen, dass der Keeper von Schalke nur über einen längeren Zeitpunkt gekauft werden darf", kommentiert Jean-Marie Pfaff im Gespräch mit Sport1.de.

Van Gaal auf Torwart-Suche?

Der Belgier holte mit den Bayern in den achtziger Jahren drei Meistertitel, gewann zudem zweimal den DFB-Pokal.

In seiner Heimat ist er noch immer ein Fußball-Idol.

Dass Bayern sich so vehement nach einem Torwart umschaut, liegt aus Pfaffs Sicht an den Forderungen des neuen Coachs Louis van Gaal. (Der Sommerfahrplan des FC Bayern)

Der Niederländer gehe mit den höchsten Ansprüchen in seinen neuen Job, kämpfe darum, "vielleicht die Champions League zu gewinnen".

Pfaff: "Neuer kann noch wachsen"

Auch die Meisterschaft steht wie schon in den Vorjahren auf der Wunschliste des FC Bayern. Unternehmungen, bei denen Manuel Neuer helfen könnte.

"Neuer kann noch wachsen für die Zukunft", meint Pfaff. 93065(DIASHOW: Die Baustellen des FC Bayern München)

Er warnt aber: "Neuer hatte bei Schalke schon Stress, aber bei Bayern ist der Stress definitiv ein anderer."

Gemeinsam mit Rene Adler von Bayer Leverkusen zählt Pfaff den deutschen U-21-Torwart zu den besten Keepern des Landes.

Keine Weltklasseleute in Sicht

Allerdings sagt er auch: "Für mich gibt es gerade keinen Schlussmann mit der Ausstrahlung, dass ich sagen würde, ja das ist ein Topper."

Weltklasseleute wie es zuvor Oliver Kahn oder Toni Schumacher waren, müssten erst noch entwickelt werden.

Sollten die Bayern im August mit Jörg Butt und Michael Rensing in die neue Bundesliga-Spielzeit starten, sieht er einige Arbeit auf den Klub und Rensing zukommen.

"Vielleicht war Rensing einfach zu brav", spielt Pfaff rückblickend auf mögliche Autoritätsprobleme des jungen Torstehers an. 115098(DIASHOW: Die Neuzugänge des FC Bayern München)

Andererseits findet er, dass Rensing in der Vorsaison zu wenig Unterstützung aus den eigenen Reihen erfahren habe.

Vorwurf an FCB-Torwarttrainer

Die Startschwierigkeiten, der ständige Fokus der Öffentlichkeit, die harte Realität des Torwartjobs ("Druck und Verantwortung", zudem die Kahn-Nachfolge), auf all das hätte man Rensing noch besser vorbereiten müssen.

Der Belgier leitet aus all diesen Punkten folgenden Vorwurf ab: "Dass es auch mal schlechter laufen könnte, muss man schon vorher ansprechen. Ein Torwarttrainer hätte es vorher wissen müssen."

Worte, die Bayerns Torwarttrainer Walter Junghans nicht gefallen dürften.

Lehmann nennt Rensing WM-Kandidaten

Ob Rensing - "ein talentierter junger Torwart" - wieder an Jörg Butt vorbei den Sprung zurück ins Bayern-Tor schaffen kann, vermag Pfaff nur schwer einzuschätzen.

Coach van Gaal könne ihm dabei helfen. Doch leicht werde das gewiss nicht, denn wenn "einmal Glas zerbrochen ist, dann ist es nicht mehr wie vorher".

Derweil erhält Michael Rensing Unterstützung aus einer ungeahnten Richtung.

"Wer ein großer Torhüter sein will, muss in seiner Karriere auch einmal durch ein tiefes Tal gehen. Das ist Rensing gerade passiert", sagte Stuttgarts Keeper Jens Lehmann der "Bild".

Lehmanns Schlussfolgerung: "Wenn Rensing da gestärkt herauskommt, ist er prädestiniert für die WM." Und auch Pfaff hat noch einen aufbauenden Satz für den Youngster: "Er kann es, aber man muss ihn unterstützen."

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