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Jean-Marie Pfaff stand von 1982 bis 1988 im Bayern-Tor, holte drei Meistertitel © imago

Jean-Marie Pfaff schwärmt vom neuen Trainer Louis van Gaal und weiß genau, was der FCB mit Ribery machen sollte und warum.

Von Martin Hoffmann

München - Mit Sepp Maier und Oliver Kahn gehört Jean-Marie Pfaff zu den Legenden im Bayern-Tor.

Seine offene Art brachte dem Belgier in den achtziger Jahren in der Bundesliga viele Sympathien ein und ein kurioses Tor lässt die Fans noch heute schmunzeln.

Ein Einwurf des Bremers Uwe Reinders glitt Pfaff in seinem ersten Bundesligaspiel 1982 durch die Hände.

Mit Sport1.de spricht Pfaff über den neuen Bayern-Trainer Louis van Gaal, das Geschäftsgebaren mancher Klubs in der Champions League und natürlich das Wettbieten um Franck Ribery.

Der frühere belgische Nationaltorwart hat dazu eine klare Meinung.

Manuel Neuer könnte er sich indes als neuen Bayern-Keeper vorstellen (Pfaff: "Der Stress bei Bayern ist ein anderer")

Sport1.de: Herr Pfaff, wie halten Sie sich in Belgien über die Bundesliga auf dem Laufenden?

Jean-Marie Pfaff: Ich verfolge die Bundesliga immer über das Fernsehen, schaue samstagabends. Ich bin ein großer Fan der Bundesliga. Klar, wenn du sechs Jahre bei Bayern gespielt hast. Und per Satellit kann ich alles von Bayern sehen.

Sport1.de: Was glauben Sie ändert sich unter dem neuen Bayern-Coach Louis van Gaal?

Pfaff: Ich habe schon vor Jahren gesagt, dass Louis van Gaal ein großer Trainer ist, mit eigenen Ideen und Visionen. Er ist ein Mensch, der die Fußball-Welt kennt, war selbst Fußballer, nicht der größte. Aber ich habe immer in ihm einen Menschen gesehen mit einer Organisation. Er kann über alles auf Niveau mitreden. Und er war bei Barca, bei Ajax und bei Alkmaar. (Der Sommerfahrplan des FC Bayern)

Sport1.de: Was zeichnet van Gaal aus?

Pfaff: Das ist ein Trainer, mit dem man arbeiten kann. Er ist ein Mann mit großem Potenzial. Ich kann über Bayern nur positiv sprechen, ich glaube, mit Louis van Gaal und mit den ganzen Anderen wird man wieder die Erfolge wie mit Ottmar Hitzfeld haben können.

Sport1.de: Passt der Niederländer menschlich nach München? Er gilt ja als etwas kauzig.

Pfaff: Menschen müssen erst Menschen kennen lernen. Ohne Vorurteile. Ich mag es nicht, wenn man über Menschen vorher urteilt. Louis ist ein Individualist. Er kümmert sich um seine Spieler, damit sie besser werden. Wenn der Erfolg da ist, dann kann es sein, dass er jedes Jahr wie Manchester United im Finale der Champions League steht. Aber man braucht das Glück, dass die Spieler fit bleiben.

Sport1.de: Sollte der FC Bayern seinen Superstar Franck Ribery gehen lassen?

Pfaff: Gehen lassen! Gehen lassen! Ich würde nie weggehen für das Geld, aber wenn er weggeht, dann vielleicht wegen einer anderen Umgebung. Man weiß nicht, was gut tut. Andererseits braucht Bayern München ihn, sie haben keinen Ersatz. Aber Geld ist wichtig in der Krise. Wenn man so viel Geld bekommt, sollte man es machen. 115098(DIASHOW: Zu- und Abgänge des FC Bayern)

Sport1.de: Trauen Sie Bayern den Gewinn der Königsklasse zu?

Pfaff: Es ist unverständlich, dass manche Klubs so viel Geld ausgeben angesichts der Wirtschaftskrise. Diese Vereine spielen auch in der Champions League: Barcelona, Madrid, Chelsea, Manchester usw. Bei uns braucht man eine Lizenz. Wenn es mit der nicht klappt, dann darfst du nicht spielen, egal, wer du bist. Dort geht man über Millionen und das geht alles. Das ist eigentlich nicht gerecht. Andere müssen es mit weniger Geld schaffen. Und diese Klubs können sich einfach mit viel Geld alles kaufen. Da wird es nicht leicht, ohne das große Geld an den Erfolg zu kommen. Aber man muss auch zum richtigen Moment in Form sein, darf im richtigen Moment keine verletzten Spieler haben.

Sport1.de: Also ist der ganz große Triumph für die Münchner möglich?

Pfaff: Champions-League-Sieger ist man nicht von heute auf morgen, das ist wie eine Liga. Es wird nicht einfach sein, aber die Möglichkeit ist da. Die Bayern gehören mit Madrid, Manchester, Liverpool etc. zu den Kandidaten. Jedoch darf man die Russen nicht vergessen, die auch wieder da sind. Aber ich bin immer stolz, wenn Bayern gewinnt.

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