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Christian Nerlinger (l.) wird Uli Hoeneß am Ende des Jahres als Manager beerben © getty

Sportdirektor Nerlinger hält den Kader für zu groß - und ist darauf eingestellt, dass es bald mehrere Abgänge geben wird.

Von Martin Hoffmann

München - Gomez, Timoschtschuk, Olic, Pranjic, Braafheid, Baumjohann - die Liste der Verstärkungen beim FC Bayern ist lang.

Und anscheinend ist sie auch komplett, glaubt man dem soeben aus dem Urlaub zurückgekehrten Manager Uli Hoeneß (Der Sommerfahrplan des FC Bayern).

"Im Moment sieht's so aus", antwortet in der "tz" auf die Frage, ob die Kaderplanung abgeschlossen ist.

Allerdings gilt das nur für die Einkaufsseite. Sportdirektor Christian Nerlinger macht nämlich deutlich, dass eine Reihe von aktuellen Spielern keine Zukunft mehr beim Rekordmeister hat. 115098(DIASHOW: Zu- und Abgänge des FC Bayern)

"Dafür ist der Kader zu groß"

"Auf der einen Seite wollen wir einen großen Konkurrenzkampf, auf der anderen Seite einen vernünftigen Trainingsbetrieb", erklärt der designierte Hoeneß-Nachfolger in der "Bild".

Das Problem: "Dafür ist der Kader, so wie er sich jetzt darstellt, zu groß." Aktuell ist er 26 Mann stark.

Nach den ersten Trainingswochen werde sich "für den einen oder anderen Spieler herauskristallisieren, dass es für ihn schwierig wird. Dann wird man sehen, wie die Spieler reagieren."

Kein Wegmobben

Wegmobben wolle man niemanden, so Nerlinger: "Wir respektieren laufende Verträge und behandeln alle Spieler sauber."

Die Bayern warten stattdessen darauf, dass einige Akteure von sich aus erkennen, dass es nicht weitergeht.

Spätestens dann, wenn der neue Coach Louis van Gaal einige Zeit mit dem Team trainiert haben wird: "Dann wird er mit den Spielern entsprechende Gespräche führen und ihnen ihre Perspektive aufzeigen."

Borowski ohne Perspektive

Einige wissen schon jetzt, dass ihre Perspektive nicht gut aussieht.

Tim Borowski hat bereits übermittelt bekommen, dass er sich einen neuen Verein suchen kann.

Auch Andreas Ottl, Breno, und Christian Lell werden immer wieder als Streichkandidaten gehandelt.

Hoeneß hofft auf Toni-Verbleib

Prominentere Akteure wie Lucio und Luca Toni haben auch schon laut über einen Abgang nachgedacht, nachdem kolportiert wurde, dass sie es im Konkurrenzkampf schwer haben würden.

Toni will Hoeneß nach eigenem Bekunden allerdings nicht abgeben: "Es wäre schön, wenn er bleibt und um seinen Platz kämpft."

Die jüngsten Abwanderungsgedanken des Stürmers nimmt Hoeneß nicht für bare Münze: "Schmarrn. Wer sagt denn, dass er das so meint?"

"Am 1. Juli steht Franck auf dem Trainingsplatz"

Fest entschlossen ist Hoeneß auch weiterhin, Franck Ribery zu halten: "Am 1. Juli steht Franck bei uns auf dem Trainingsplatz", ist er überzeugt ("Müssen Ribery Perspektive bieten") .

"Hatten Sie jemals das Gefühl, dass wir da nachgeben?", fragt der Manager rhetorisch: "Haben wir jemals Schwäche gezeigt?"

Die Gerüchte, dass die Bayern dem Franzosen mit einem Acht-Millionen-Gehalt zum Bleiben bewegen wollen (Mehr Geld für Ribery?) , lässt Hoeneß unkommentiert: "Ich rede nie über Geld."

Kein Alternativkandidat zu Neuer

Endgültig geklärt ist nach Hoeneß' Angaben die Torwartfrage: "Das Thema Neuer ist erledigt. Und es gibt auch keinen Alternativkandidaten."

Die Bayern werden also mit Jörg Butt und Michael Rensing in die neue Saison gehen.

Das hört Butt gerne, der im "kicker" zugibt, dass ihn die Entscheidung "letztlich etwas gefreut hat".

Im Konkurrenzkampf mit Rensing sieht der 35-jährige Routinier sich vorn: "Natürlich spricht einiges für mich."

Altintop gibt wohl den Rechtsverteidiger

Auch auf der Rechtsverteidiger-Position sieht Hoeneß keinen zwingenden Handlungsbedarf mehr.

"Hinten rechts machen wir nur noch was, wenn wir Besseres finden, als das, was wir haben", so der Manager.

Ansonsten würde wohl Hamit Altintop die Rolle bekommen, "der das problemlos erledigen kann".

Ganz ausschließen will Hoeneß einen weiteren Transfer aber nicht: Manchmal sei er nämlich "selbst überrascht, weil uns noch etwas einfällt, mit dem wir gar nicht gerechnet haben".

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