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Mario Basler spielte von 1996 bis 1999 beim FC Bayern München © imago

Mit Sport1.de spricht Mario Basler über Nerlingers Karrierestart in verantwortlicher Position. Ein Stürmer könnte Großes leisten.

Von Mathias Frohnapfel

München - Alle Augen werden am Mittwoch zum Trainingsauftakt (Der Sommerfahrplan des FC Bayern) auf den neuen Bayern-Trainer Louis van Gaal gerichtet sein. Einen anderen Entscheidungsträger des FC Bayern werden die Fernsehkameras deutlich weniger einfangen.

Dabei wirkt Christian Nerlinger ab 1. Juli als Sportdirektor des Rekordmeisters.

Manager Uli Hoeneß und der 36-Jährige werden bis Jahresende gemeinsam arbeiten, ehe Hoeneß, der personifizierte "Mister FC Bayern", in den Aufsichtsrat wechseln wird.

"Natürlich traue ich ihm den Job zu, sonst hätte ihn Uli Hoeneß nicht dazugenommen", sagt Mario Basler im Gespräch mit Sport1.de.

Basler spielte von 1996 bis 1998 mit Nerlinger bei den Roten, erlebte den Mittefeldspieler damals als jungen Mann, der zurückhaltend war und "sich auf seine Arbeit konzentriert" hat.

"Er wird den Job gut machen"

Charaktereigenschaften, die Nerlinger auch heute noch zeigt.

Dabei ist Nerlinger auch einer, der seine Meinung sagt, in der vergangenen Saison sprach er etwa im internen Kreis bei der Trainersuche klar aus, was er dachte.

Mario Basler geht davon aus, dass Nerlinger auch weiterhin "kontrovers mitsprechen" wird. "Ich glaube, dass er den Job gut machen wird." Klar, denn Nerlinger habe in Hoeneß auch den besten Lehrmeister.

"Er muss nur darauf achten, dass er von Uli Hoeneß noch etwas lernt, sich da reinarbeitet, das geht nicht von heute auf morgen."

Derweil sind vom neuen Sportdirektor immer häufiger in den Medien Einschätzungen zum Tagesgeschäft zu hören ("Müssen Ribery Perspektive bieten").

Bayern-Kader noch zu groß

So machte Nerlinger in der "Bild" auf den (über-)großen Bayern-Kader aufmerksam.

"Auf der einen Seite wollen wir einen großen Konkurrenzkampf, auf der anderen Seite einen vernünftigen Trainingsbetrieb", sagte Nerlinger. "Dafür ist der Kader, so wie er sich jetzt darstellt, zu groß."

Und im "kicker" beschrieb er die Qualitäten von Neu-Trainer Louis van Gaal. "In der kommenden Saison werden wir klare Ansagen haben. Wichtig ist ihm der Begriff Mannschaft", wird die Auffassung des Niederländers von Nerlinger skizziert. (Mehr Geld für Ribery?)

Sein früherer Teamkamerad Mario Basler arbeitet heute als Trainer von Eintracht Trier in der Regionalliga West, kennt das Geschäft als Profi und Coach.

"Man muss erstmal sehen"

Auch er geht davon aus, dass mit van Gaal "der Richtige für den FC Bayern" gefunden wurde. "Er ist ein sehr erfahrener Trainer, der sehr viel vorzuweisen hat, er geht keine Kompromisse ein", berichtet Basler.

Ob denn mit van Gaal auch neue Titel kommen? Basler wägt seine Antwort ab, schließlich müsse man erst sehen, wie die vielen neuen Spieler zusammen funktionierten.

Dennoch glaubt "Super-Mario", wie ihn einst die Medien tauften, dass der Vizemeister in jedem Fall "vorne angreifen wird".

"Impulse sind wichtig"

Den Umbruch mit sieben Neueinkäufen 115098(DIASHOW: Zu- und Abgänge des FC Bayern), darunter Mario Gomez und Anatolyi Timoschtschuk, wertet der 40-Jährige als wichtigen Anreiz für die Startruppe.

"Impulse braucht jede Mannschaft, das ist auch beim FC Bayern wichtig. Deshalb wird der FC Bayern jedes Jahr neue Impulse setzen", berichtet Basler.

Und aus seiner eigenen Profizeit, veredelt mit zwei Meistertiteln und zwei Pokalsiegen, hat der heutige Trainer die Erkenntnis gezogen: "Konkurrenz belebt das Geschäft, das wird auch beim FC Bayern so sein. Das kann nur gut sein."

Die Situation beim Vizemeister, für Basler ganz klar leistungsfördernd. Das gelte auch für 30-Millionen-Einkauf Mario Gomez.

Lobende Worte für Mario Gomez

Basler, selbst Bundesliga-Torschützenkönig 1995, geht ziemlich sicher davon aus, dass sich der Nationalstürmer bei den Roten durchsetzt. Der Grund: "Mario ist ein hervorragender Stürmer". Er könne Großes leisten.

Und vom Umstand, dass das Team "vorne super gut besetzt" sei, könnten letztlich nur alle profitieren.

Immerhin ist mit Sicherheit davon auszugehen, dass die Kameras beim Trainingsauftakt auch Mario Gomez bei jeder Aktion ganz genau im Fokus haben werden.

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