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Ursache weiter unklar: Kölns Kapitän Ümit Özat nach seinem Kollaps beim Spiel in Karlsruhe © getty

Nach seinem noch immer ungeklärten Zusammenbruch schließt Kölns Kapitän Ümit Özat auch ein Karriere-Ende nicht mehr aus.

Köln - Der Fall Ümit Özat lässt weiter Fragen offen: Noch immer wird der Abwehrspieler des 1. FC Köln nach seinem Zusammenbruch vor einer Woche im Herzzentrum der Kölner Uni-Klinik untersucht. Nach wie vor ist die Ursache für den Kollaps auf dem Rasen während der Partie beim Karlsruher SC unklar.

Der Kapitän will so schnell es geht wieder spielen, wird aber auch von Sorgen über seine Karriere-Ende geplagt. Der türkischen Nachrichten-Agentur "DHA? sagte Özat: "Bisher wurde nichts Ernstes festgestellt. Aber wenn sie am Herzen etwas finden sollten, wird man noch mal genauer in das Herz schauen. Wenn ich wirklich etwas am Herzen haben sollte, werde ich mit Fußball aufhören."

Und weiter: "Meine Gesundheit und Familie gehen vor. Ich liebe Fußball, aber meine Familie liebe ich noch mehr. Ich darf aber auch nicht vergessen, dass ich mit Fußball meinen Lebensunterhalt bestreite.?

Ümit sprach auch mit dem türkischen TV-Sender "Kanal 24?, der das Spiel in Karlsruhe live übertragen hatte: "Im Moment werde ich detailliert von A bis Z untersucht. Es kann mir niemand sagen, was ich überhaupt habe und was zu diesem Kollaps geführt hat. Medizinisch gibt es dafür noch keine Antwort. Es mag sein, dass es vielleicht ein Zufall war, ich möchte aber auf jeden Fall zum Fußball zurück kehren.?

Ümit äußerte sich auch zur Bitte seiner Frau Nurdan, er solle mit dem Fußballspielen aufhören: "Der Druck meiner Familie ist sehr groß. Dafür habe ich großes Verständnis. Wenn es gesundheitlich ein Problem geben sollte, wenn auch nur ein Prozent unklar bleibt, werde ich mich mit meiner Familie zusammen setzen und darüber diskutieren, wie ich weiter verfahren werde.?

Womöglich zu türkischen Ärzten

Özat erwägt gar, sich in die Hände türkischer Mediziner zu begeben: "Wenn ich in Köln keine Antwort auf meinen Fall bekomme, werde ich weitere Fachärzte in Deutschland besuchen und vielleicht auch in die Türkei fliegen und mich dort untersuchen lassen. Wenn etwas gefunden werden sollte, werde ich nicht gleich auf dem OP-Tisch liegen, sondern weiter Empfehlungen einholen.?

Im türkischen Programm der "Deutschen Welle? erklärte er zudem: "Seit Tagen wird mein Herz und Gehirn untersucht. Mit einer Computertomographie, dazu werden alle Blutwerte überprüft. Festgestellt hat man nur, was ich vorher schon wusste: Ich habe ein größeres Herz als üblich.?

Ministerpräsident Erdogan besorgt

In der türkischen Zeitung "Sabah? wurden derweil es neue Details vom Abend des Zusammenbruchs in Karlsruhe bekannt. Bei der Fahrt ins Krankenhaus kam Özat zu Bewusstsein und fragte nach dem Spielstand.

Özat: "Bevor ich in die Röhre der Computertomographie eingeführt wurde, rief Ministerpräsident Erdogan auf einem Handy an. Er sagte: Ümit, ich küsse dich auf beide Augen. Die ganze Türkei betet für dich. Was kann ich für dich tun? Ich bin dein großer Bruder.?

Nach dem Gespräch brach Ümit in Tränen aus. Auch der türkische Nationaltrainer Fatih Terim meldete sich, sagte: ?Ümit, mein Kapitän, mein Sohn, mein Löwe. Du wirst wieder aufstehen und spielen."

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