vergrößernverkleinern
Grafite (r.) war letzte Saison mit 28 Toren Torschützenkönig der Bundesliga © imago

Armin Veh hält die Titelverteidigung für "utopisch" und stapelt tief. Torschützenkönig Grafite verlängert vorzeitig seinen Vertrag.

Westerland/Hamburg - Der 54-Tore-Sturm der vergangenen Spielzeit bleibt dem deutschen Meister VfL Wolfsburg auch in der kommenden Saison erhalten - doch der neue Trainer Armin Veh stapelt bei seinen Zielvorgaben trotzdem tief.

"Die Meisterschaft war verdient, aber es kann doch keiner ernsthaft fordern, den Titel zu verteidigen. So etwas geht vielleicht beim FC Bayern München, aber doch nicht in Wolfsburg. Nein, die Titelverteidigung als Ziel wäre utopisch und vermessen", sagte der 48-Jährige der Tageszeitung "Die Welt".

Dabei hatten die Niedersachsen am Dienstag eine weitere wichtige Weiche für die Zukunft gestellt. (Der Sommerfahrplan des VfL Wolfsburg)

Grafite bleibt bis 2012

Nachdem der vom AC Mailand umworbene Starstürmer Edin Dzeko bereits am vergangenen Wochenende von den Klubverantwortlichen nachdrücklich an die Laufzeit seines bestehenden Kontraktes bis 2011 erinnert worden war, konnte der VfL die vorzeitige Vertragsverlängerung mit Torschützenkönig Grafite vermelden.

Der Brasilianer bleibt bis 2012 und steigt bei den Wolfsburgern zum Top-Verdiener auf.

"Grafite ist ein Stürmer mit Klasse. Er ist enorm wichtig für die Mannschaft. Umso mehr freue ich mich auf die langfristige Zusammenarbeit", kommentierte Veh den erfolgreichen Abschluss, der Grafite in den kommenden drei Jahren exklusive Prämien insgesamt 7,5 Millionen Euro netto bescheren soll (Spielerporträt).

In ähnliche Dimensionen stößt beim VfL sonst nur der italienische Weltmeister und Abwehrchef Andrea Barzagli vor.

"Wolfsburg ist eine zweite Heimat für mich"

"Ich bin glücklich über meine Vertragsverlängerung. Wir fühlen uns sehr wohl. Wolfsburg ist wie eine zweite Heimat für mich", meinte Grafite, der in der vergangenen Spielzeit in nur 25 Einsätzen 28-mal ins Schwarze traf.

"Ich freue mich auf die Bundesligasaison und die Champions League. Die Mannschaft hat viel vor, und ich möchte meinen Teil dazu beitragen, dass wir weiterhin Erfolg haben", erklärte Grafite.

Dzeko muss bleiben

Sein kongenialer Sturmpartner Dzeko, der in der zurückliegenden Saison 26 Tore erzielte, dürfte seinen eigenen Verbleib bei den Niedersachsen hingegen nicht ganz so euphorisch bewerten.

Zu groß war der Wunsch, zu seinem "Traumverein" AC Mailand wechseln zu dürfen.

Veh äußerte für solches Begehren zwar "Verständnis", erteilte dem bosnischen Nationalstürmer aber keine Freigabe für den Transfer.

Veh will unter die ersten Fünf

"Ein Verkauf würde derzeit überhaupt keinen Sinn machen. Ich müsste mir für das Geld einen neuen Spieler ähnlicher Qualität kaufen, den ich kaum bekommen dürfte", sagte Veh.

Der 48-Jährige strebt in der kommenden Saison einen Platz unter den ersten Fünf und die damit verbundene Qualifikation für das internationale Geschäft an: "Es wäre ein schlechtes Zeichen für die Mannschaft, wenn ich einen Spieler wie ihn abgeben würde."

Dzeko wirkte aufgrund dieser Entscheidung zwar zunächst geknickt, scheint sich aber zunehmend mit der Situation abzufinden und reagiert professionell.

Dzeko will trotz allem wieder angreifen

"Ich will in der Meisterschaft wieder angreifen und freue mich auf die Champions League. Milan war zwar mein Traum, aber ich wollte nicht dort hin, weil es mir beim VfL nicht mehr gefällt", sagte der 23-Jährige, mit dem der VfL nun ebenfalls Gespräche über eine vorzeitige Vertragsverlängerung aufnehmen will.

Die Mailänder haben im Transferpoker zwar offenbar immer noch nicht endgültig aufgegeben, kündigten aber bereits an, sich ab Donnerstag um andere Spieler zu bemühen.

Dzeko versucht derweil, nach vorn zu blicken: "In der kommenden Saison wird es für Grafite und mich schwieriger. Wir sind deutscher Meister. Da zeigt jeder Gegenspieler noch mehr Einsatz."

Benaglio muss pausieren

Torhüter Diego Benaglio muss derweil bei der Vorbereitung auf Sylt vorerst mit dem Training aussetzen.

Der Nationalkeeper der Schweiz wird von Problemen an der Patellasehne geplagt.

"Es ist schwierig abzuschätzen, wie lange seine Genesung dauert", sagte Armin Veh.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel