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Lucio (r.) wechselte 2004 von Bayer Leverkusen nach München © getty

Die zu späten Dementi des FC Bayern hinterlassen ihre Spuren: Abwehrchef Lucio spricht offen von einem Abschied aus München.

Von Rainer Nachtwey

München - Bayern-Manager Uli Hoeneß hat den Wechselabsichten von Abwehrspieler Lucio einen Riegel vorgeschoben und entschieden bestritten, wonach der neue Trainer Louis van Gaal den Kapitän der brasilianischen Nationalmannschaft abgeben wolle.

Es handele sich dabei um "Gerüchte ohne jegliche Hintergründe. Von unserer Seite und von Louis van Gaals Seite ist in dieser Richtung nie was gesagt worden", sagte der zum Jahresende scheidende Manager am Mittwoch nach dem Trainingsauftakt des FC Bayern.

Damit reagierte der Weltmeister von 1974 auf die von Lucio getätigten Aussagen in der "tz", in dem der Abwehrspieler seinem Frust über die Berichterstattung freien Lauf ließ.

Zu spät Partei ergriffen

Der 3:2-Siegtorschütze der "Selecao" scheint mit dem Interview seinen Abschied aus der bayrischen Landeshauptstadt zu forcieren.

Die Dementi täten gut, kämen aber etwas zu spät.

"Bayern hätte früher Partei für mich ergreifen sollen. Nach unserem Triumph und meinem Tor ist das keine Kunst", sagte ein frustrierter Lucio (Toni bleibt Bayern treu - Lucio schockiert)

Vom Verein enttäuscht

Aus seinen Aussagen sprach Verbitterung.

"Das, was über meine Zukunft bei Bayern verbreitet wurde, war hart. Ich spiele nun fünf Jahre bei Bayern. In einer solch langen Zeit lernt man die Menschen schätzen und mögen und irgendwann liebt man auch die Farben die man mit diesem Trikot repräsentiert", führte Lucio aus.

"Wenn dann solche Nachrichten auftauchen, die besagen Bayern wäre nicht weiter an meinen Diensten interessiert, macht das traurig", zeigte er sich vom FCB enttäuscht. (Der Sommerfahrplan des FC Bayern)

Wechsel bei einem "tollen Angebot"

Der 31-jährige Kapitän der brasilianischen Nationalmannschaft spricht nun offen von Abschied. Bei einem "tollen Angebot", halte er einen Wechsel für sinnvoll, denn "Bayern und die Berichte über mich haben eine Situation kreiert, die alles andere als schön ist."

Demnach wäre für ihn ein Wechsel "das Beste, um wieder zur Ruhe zu kommen" (115098DIASHOW: Zu- und Abgänge des FC Bayern).

In den kommenden zwei Wochen kann Lucio dies beim Heimaturlaub in Brasilien, ehe er nach München zurückkehren wird.

"Müsste noch den Spind ausräumen"

Ob er dann auch das Training dort wieder aufnehmen wird, steht indes in den Sternen.

"Kann sein, dass das nicht mehr vorkommt", führte er aus, meinte aber dass er auf jeden Fall an die Säbener Straße zurückkehren werde, schließlich "müsste ich ja noch meinen Spind ausräumen".

Die ersten Angebote seien bei seinem Berater bereits eingegangen. Ob auch das "tolle" dabei ist, das ihn zum Wechseln veranlassen würde, ließ er sich nicht entlocken.

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