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Theofanis Gekas kam 2007 vom VfL Bochum nach Leverkusen © getty

Nach den Verletzungen von Helmes und Rolfes bleibt Leverkusen gar nichts anderes übrig, als dem Torschützenkönig 2007 zu vertrauen.

Von Felix Götz und Martin Volkmar

München - Mit gemischten Gefühlen kehrt Bayer Leverkusen aus dem Trainingslager auf Borkum zurück.

Einerseits zog Jupp Henyckes ein positives Fazit des ersten Kennenlernens.

"Die erste Etappe ist gut gelaufen. Die Mannschaft hat die Tage hier bei sehr guten Bedingungen mitgezogen und hart gearbeitet", sagte der neue Chefcoach. (Trainerportrait)

Andererseits hat der 64-Jährige gleich mehrere Personalprobleme.

Zahlreiche Ausfälle

Der als neuer Eckpfeiler für die Defensive verpflichtetete Sami Hyypiä aus Liverpool hat wegen Spielen in der WM-Qualifikation ebenso noch länger Urlaub wie der Chilene Arturo Vidal.

Gleiches gilt für die U-21-Europameister Gonzalo Castro und Daniel Schwaab, zudem fehlen der erkrankte Rückkehrer Stefan Reinartz (kam vom 1. FC Nürnberg) und der verletzte Pierre de Wit (VfL Osnabrück).

Und Routinier Bernd Schneider musste wegen einer Rückenmarksverletzung überraschend seine Karriere beenden. 122465(DIASHOW: Bernd Schneiders Karriere in Bildern)

Rolfes zum Saisonstart wieder fit

Entsprechend groß war der Frust über die Verletzung von Kapitän Simon Rolfes, der einen Anriss des Innenmeniskus erlitt und bereits operiert wurde. (Rolfes-Schock überschattet Sieg)

"Er hat den Eingriff ohne Probleme überstanden und wird bis zum Saisonstart Anfang August wieder fit sein", gab Sportdirektor Rudi Völler allerdings am Wochenende Entwarnung.

Zuletzt erlitt Lukas Sinkiewicz beim 3:3 im Testspiel am Sonntagabend gegen Wydad Casablanca einen Muskelfaserriss im linken Oberschenkel.

Auch Nationaltorwart Rene Adler fehlte wegen erneuter Schulterprobleme.

"Das ist nichts Wildes", meinte Völler aber. "Ich gehe davon aus, dass er am Mittwoch beim Spiel gegen Al-Ahli Kairo wieder im Kasten steht."

In der Summe machen die Ausfälle dennoch Kopfzerbrechen. "Es darf jetzt nichts mehr passieren", gibt Völler zu - und Heynckes fordert sogar unmisverständlich noch "ein, zwei Topspieler".

Helmes kaum zu ersetzen

Denn die schlimmste Hiobsbotschaft erreichte die Leverkusener bereits im Urlaub: Dort zog sich Torjäger Patrick Helmes bei einem Hobby-Kick einen Kreuzbandriss zu und fällt für die gesamte Hinrunde aus.

"Ich war regelrecht schockiert, als ich davon erfahren habe", erklärte Stumpartner Stefan Kießling. "Mal so ganz locker 21 Tore in einer Saison, das schaffen nur ganz wenige in Deutschland."

Damit erzielte der 25-Jährige in der vergangenen Saison mehr als ein Drittel aller Treffer der Leverkusener. "Er wird uns sicher sehr fehlen", glaubt auch Heynckes.

Jetzt ist Gekas gefragt

Nun müssen neben Kießling (vergangene Saison 12 Tore und neun Vorlagen) der zuletzt an den FC Portsmouth ausgeliehene Rückkehrer Theofanis Gekas und der Neuzugang vom FC Basel, Eren Derdiyok, in die Bresche springen.

Beim 20:0-Kantersieg gegen den Kreisligisten TuS Borkum im ersten Testspiel klappte das bereits ganz gut.

Kießling traf vier Mal. Gekas und Derdiyok steuerten jeweils drei Tore zum Erfolg bei.

Neuzugänge treffen auch gegen Casablanca

Und beim 3:3 gegen Casablanca, bei dem Bayer die fehlende Spitzigkeit nach dem Trainingslager deutlich anzumerken war, trafen erneut Gekas (2) und Derdiyok.

Die Treffer für Leverkusen erzielten Derdiyok und zweimal Gekas.

Wie sich der Sturm in der Bundesliga präsentiert bleibt hingegen abzuwarten.

Schließlich hat Gekas bei seinem Engagements in England nur eine einzige Minute Einsatzzeit vorzuweisen. Nicht gerade viel für einen Heilsbringer.

Dennoch glaubt Völler fest an die Qualitäten des Griechen.

"Wir sind überzeugt, dass Fanis seine alte Torgefährlichkeit wieder erreichen wird", sagte der 49-Jährige der "Bild" über den Torschützenkönig (20 Treffer) von 2007.

Wie schlägt Derdiyok ein?

Der 21-jährige Derdiyok konnte in der vergangenen Spielzeit mit Basel immerhin Erfahrungen in der Champions League sammeln - und schoss dabei in fünf Spielen sogar ein Tor.

"Der Junge macht einen ganz hervorragenden Eindruck", lobt Völler.

So ganz sicher, ob ohne Helmes das erklärte Ziel internationales Geschäft erreicht werden kann, ist sich der ehemalige DFB-Teamchef aber offenbar selber nicht.

Nachdem die Transferbemühungen zunächst für abgeschlossen erklärt worden waren, sagt Völler nun: "Wir werden die kommenden Wochen die Augen aufhalten."

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