vergrößernverkleinern
Josip Simunic soll in der kommenden Saison die Hoffenheimer Abwehr stabilisieren © getty

Josip Simunic spricht im Interview mit Sport1.de über seinen Wechsel von Hertha BSC zu Hoffenheim und die Ziele beim neuen Klub.

Von Sebastian Hrabak

München - Er ist bislang einer der Top-Transfers dieses Sommers:

Josip Simunic, in der abgelaufenen Saison der beste Verteidiger, wechselt überraschend für sieben Millionen Euro von Hertha BSC zu 1899 Hoffenheim.

Am Dienstag wird der Kroate offiziell vorgestellt und erstmals mit seiner neuen Mannschaft trainieren. (der Sommerfahrplan von 1899 Hoffenheim)

Vorher sprach Simunic mit Sport1.de über die Gründe für seinen Wechsel, seine hohen Ziele in Hoffenheim und die WM-Chancen der Kroaten.

Sport1.de: Was hat Sie zum Wechsel nach Hoffenheim bewegt und was erwarten Sie sich davon?

Josip Simunic: Ich bin sehr gespannt, zu sehen, wie sich die junge Mannschaft weiterentwickelt. Ich glaube, ich kann mit meiner Erfahrung mithelfen, die großen Ambitionen zu verwirklichen, die der Klub hat.

Sport1.de: Wie lauten die Ziele?

Simunic: Es ist noch etwas früh, sich bestimmte Ziele zu setzen. Ich bin allerdings davon überzeugt, dass wir um die ersten fünf Tabellenplätze mitspielen können. Das wäre für mich ein Erfolg.

Sport1.de: Sie gehen also davon aus, dass Hoffenheim schon in dieser Saison um die Meisterschaft mitspielen kann?

Simunic: Im Fußball ist einfach alles möglich. Ich denke, wenn das Maximum aus der Mannschaft herausgeholt wird, können wir sehr viel Erfolg haben. Dies wird Ralf Rangnick schaffen, denn die Mannschaft arbeitet sehr hart unter ihm für den Erfolg.

Sport1.de: Glauben Sie, dass Sie mit ihrer Erfahrung das notwendige Puzzleteil sind, um Stabilität in die junge Mannschaft zu bringen?

Simunic: Ich hoffe, dass genau dies der Fall ist, dass ich mit meinen 31 Jahren die Mannschaft entscheidend verbessern kann. Und ich bin auch davon überzeugt, dass ich mich hier noch weiterentwickeln kann.

Sport1.de: Sie kommen als der beste Abwehrspieler der letzten Saison. Ist das eine Bürde für Sie?

Simunic: Für mich ist eine solche Auszeichnung Quatsch. Es stehen elf Leute auf dem Platz, die alles für einander geben. Ich habe mit meinen Teamkollegen gespielt, deswegen ist Fußball auch ein Mannschaftssport.

Sport1.de: Sie haben auch lange Zeit mit der Premier League geflirtet. Warum ist daraus nichts geworden?

Simunic: Ein Wechsel ins Ausland kam nach den ersten zwei, drei guten Gesprächen mit Ralf Rangnick für mich nicht mehr in Frage. Alles, was er sagte, war sehr positiv. Das hat mich davon überzeugt, dass diese Entscheidung richtig ist. In meinem Alter lässt man sich einfach nicht mehr von Geld oder ähnlichen Dingen lenken. Für mich zählt die Perspektive und die konnte mir der Trainer vermitteln.

Sport1.de: Welche Rolle spielte Rangnicks Offensiv-Philosophie?

Simunic: Die Art und Weise, wie Hoffenheim in der letzten Saison größtenteils Fußball gespielt hat, war wirklich unglaublich. Das ist einfach sehr modern. Das gefällt mir außerordentlich gut.

Sport1.de: Also ist der Stil nicht zu vergleichen mit der defensiven Spielweise, die letzte Saison bei Hertha BSC unter Lucien Favre gespielt wurde?

Simunic: Jeder Trainer hat seine eigene Art, Fußball spielen zu lassen. Und jeder Trainer versucht, das Beste aus der Mannschaft herauszuholen. Aber ich will jetzt nicht mehr über Berlin reden. Ich möchte nach vorne blicken und alles dafür geben, dass Hoffenheim erfolgreich ist.

Sport1.de: Wie fällt Ihre Bilanz nach neun Jahren in Berlin aus?

Simunic: Es war eine sehr schöne Zeit. Ich habe alles für die Hertha gegeben, habe mich mit dem Verein identifiziert. Ich bin einfach so als Mensch. Egal wo ich spiele, ich gebe immer alles für die Mannschaft. 115107(DIASHOW: Hoffenheims Neuzugänge)

Sport1.de: Ist es für Sie nicht ein Kultur-Schock aus der Hauptstadt in den beschaulichen Kraichgau umzuziehen?

Simunic: Ich habe mit dem Umzug überhaupt keine Bedenken. Ich bin 31 Jahre alt und bin nach Hoffenheim gewechselt, um Fußball zu spielen. Es ist manchmal schöner, in einer kleineren Stadt zu wohnen. Dort hat man seine Ruhe und kann sich auf die Arbeit konzentrieren. Als ich aus Australien nach Deutschland gekommen bin, das war für mich damals ein Kultur-Schock. Aber nach ein paar Monaten war ich auch akklimatisiert.

Sport1.de: Sie haben bis 2012 unterschrieben. Wird Hoffenheim Ihre letzte Station?

Simunic: Das ist schwer zu sagen. In erster Linie will ich die nächsten drei Jahre gesund bleiben, das ist das Wichtigste. Aber natürlich möchte ich so lange wie möglich Fußball spielen.

Sport1.de: Wie sehen Sie Ihre Chancen, mit Kroatien bei der WM 2010 in Südafrika dabei zu sein?

Simunic: Wir haben eine sehr schwierige Situation. Wenn wir nicht die nächsten beiden Spiele gegen Weißrussland gewinnen, haben wir kaum noch die Chance dabei zu sein.

Sport1.de: Werden Sie auch über 2010 hinaus der Nationalmannschaft zur Verfügung stehen?

Simunic: Wenn mich der Nationaltrainer braucht, bin ich auf jeden Fall da. Sollte er sich gegen mich entscheiden, dann soll er möglichst einen jüngeren Spieler nominieren.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel