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Zieht's ihn auf die Insel? Lucio wird angeblich von Manchester City gejagt © imago

Bayerns Abwehrmann steht auf der Insel hoch im Kurs. Ist van Gaal am Ende froh, seinen französischen Superstar loszuwerden?

Von Christian Paschwitz

München - Nicht nur Franck Riberys Wechsel-Theater hält den FC Bayern auf Trab: (der Sommerfahrplan des FC Bayern)

Nun gibt es an der Säbener Straße wieder Spekulationen um die Zukunft von Lucio.

Wie die französische Sportzeitung "L'Equipe" berichtet, buhlt Manchester City um die Dienste des Brasilianers. Allerdings will der Scheich-Klub angeblich nur sieben Millionen Euro Abösesumme zahlen.

Laut der italienischen "Tuttosport" ist auch Inter Mailand am Weltmeister von 2002 interessiert. Dafür bietet der Klub von Jose Mourinho den Argentinier Nicolas Burdisso zum Tausch.

Nicht mehr unumstritten

Was die Wechsel-Gerüchte stützt: Der 31 Jahre alte Abwehrspieler ist in München unter Neu-Trainer Louis van Gaal kein unumstrittener Stammspieler mehr.

"Ich bevorzuge es, auf der rechten Innenverteidiger-Position einen Rechtsfuß und auf der linken Verteidiger-Position einen Linksfuß spielen zu lassen", sagte der Niederländer in der "Bild am Sonntag".

Konkurrenz-Situation verschärft

Und weiter: "Wir haben mit Lucio, Demichelis, Van Buyten und Breno viele Innenverteidiger, die einen starken rechten Fuß haben. Aber ich sehe nur diese eine Position für diese Spieler."

Womit sich für Lucio, der in der Vergangenheit auch schon öffentlich mit dem FC Barcelona und Real Madrid liebäugelte, die Konkurrenz-Situation deutlich verschärft hat.

"Genau das habe ich bei den Gesprächen mit Bayern gesagt", ergänzt van Gaal.

Hat van Gaal genug von Ribery?

Ohnehin scheint der Niederländer wenig Rücksicht zu nehmen, wenn es darum geht, sich einen Kader nach seinen Vorstellungen zu basteln.

Das zeigt sich auch beim Wechsel-Theater um Ribery. ("Ich will weg. Es wird Real sein - oder gar nichts")

Ob der Franzose in der neuen Saison noch zum Bayern-Kader zählen wird, wollte die "Bild" von van Gaal wissen.

"Das kann ich nicht beantworten", gab der 57-Jährige zurück - und brachte damit zum Ausdruck, nur noch bedingt Wert auf eine weitere Zusammenarbeit mit Ribery zu legen.

Ribery: Anpfiff vom Berater?

Der hatte am Wochenende vorherige Aussagen zwar abgeschwächt (auch er wenn ein klares Bekenntnis an die Münchner erneut verweigerte).

Dass der 26-Jährige zurückruderte, ist laut der spanischen Sportzeitung "AS" aber auch Alain Migliaccio geschuldet: Der Berater soll Ribery nach einem Anruf von Real-Präsident Florentio Perez bedeutet haben, seine Wechselgelüste doch etwas defensiver zu formulieren.

Ist van Gaal, der vom Poker des Superstars zusehends genervt ist, am Ende sogar froh, wenn er Ribery los ist? (Ribery-Theater hat Folgen)

Beckenbauer versteht den Coach

Bayern-Präsident Franz Beckenbauer widerspricht dem Niederländer zumindest nicht:

"Aus Sicht des Trainers ist es sicher richtig, eine schnelle Lösung zu fordern. Von daher machen van Gaals Aussagen Sinn." (van Gaals erster Machtkampf)

Angesichts des schon vor Monaten verhängten Wechsel-Verbots für Ribery durch die Klub-Bosse relativiert der "Kaiser" indes: "Aber aus Sicht des Vereins kann es natürlich nicht darum gehen, nun voreilig zu handeln."

Was auch finanzielle Gründe haben mag: Schließlich dürfte bis zum Ende der Wechselfrist (31. August) die Ablösesumme für Ribery (Vertrag bei Bayern bis 2011) noch mal kräftig steigen.

Und je länger die Bayern dabei ihre Blockadehaltung aufrechterhalten, umso tiefer dürfte Real die Kriegskasse öffnen. (van Gaal fordert Ende des Ribery-Pokers)

Ein Angebot schon in dieser Woche?

Laut spanischen Medienberichten wird sich Madrids Unterhändler Pedro Lopez Jimenez wohl schon bald bei den Bayern melden - und ein Angebot für Ribery abgeben, "das die Bayern nicht ausschlagen können".

Im Gespräch ist ein 64-Millionen-Euro Paket, darin enthalten als "personellen Ausgleich" sollen auch Wesley Sneijder und Arjen Robben sein.

Auch deren niederländischer Landsmann Rafael van der Vaart steht auf Reals Abschiebeliste - und soll laut "AS" ebenso ein Thema für die Münchner sein.

Nicht zuletzt deshalb, weil der 26-Jährige die Bundesliga aus seiner Zeit beim HSV bestens kennt.

Badstuber der erste Gewinner

Einen Gewinner der Saison-Vorbereitung gibt es dennoch bei den Bayern:

Holger Badstuber überzeugte als linker Innenverteidiger, empfiehlt sich bislang als Alternative in der Vierer-Abwehrkette.

Van Gaal ließ den 20-Jährigen im Training bereits mehrfach in der A-Elf ran.

Auch Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hält große Stücke auf den Youngster: "Er ist ein Spieler, der sich sehr gut entwickelt hat."

Worte, die Lucio genauso wenig schmecken dürften wie van Gaals Philosphie über Links- und Rechtsfüßer...

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