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Liegen fußballerisch und auch sonst auf einer Linie: Mark van Bommel (l.) und Louis van Gaal © imago

Der Kapitän sagt der Konkurrenz deutlich, dass es für ihn nur einen Meister geben kann. Zudem lobt er Rivale Timoschtschuk.

Von Christian Paschwitz

München - Nicht mal eine Woche steckt der FC Bayern in den Vorbereitungen auf die neue Saison.

Da lassen die Münchner schon die erste Kampfansage vom Stapel:

"Bayern ist der Topfavorit - und so gehört sich das auch", sagt Mark van Bommel (Porträt).

Einen guten Monat vor dem Ligastart am 8. August bei 1899 Hoffenheim sind für den Kapitän die Rollen in punkto Meisterschaft klar verteilt. (der Sommerfahrplan des FC Bayern)

An sich eigentlich nichts Neues angesichts des Selbstverständnisses des 21fachen nationalen Champions.

Nach "nur" Rang zwei in der Vorsaison ist die Situation trotzdem eine andere.

Nichts gewonnen - noch hungriger

Weil man zuletzt "ja nichts gewonnen hat", so van Bommel. "Da muss man noch hungriger sein als normalerweise."

Bayerns Kapitän strotzt jedenfalls schon vor Selbstbewusstsein. Wen er als die ärgsten Konkurrenten im Titelkampf sieht? "Das ist mir egal, wer hinter uns ist", meint van Bommel dazu nur lapidar.

Im mannschaftsinternen Wettstreit schlägt der 32-Jährige dagegen sanftere Töne an - und geht mit Anatoli Timoschtschuk fast schon auf Schmusekurs.

Nicht bloß, weil er den 30-Jährigen nach dessen Ankunft in München "zufällig vom Flughafen an seinem Hotel abgesetzt habe" und dabei offensichtlich bereits nette Gesprächsthemen fand.

Van Bommel und Timoschtschuk

"Wir können auch zusammenspielen", sagt van Bommel. "Im Training hat Anatoli vor der Abwehr gespielt und ich rechts. Es ist nicht so, dass nur einer spielen muss."

Das jedoch würde bedeuten, dass die Bayern unter Neu-Trainer Louis van Gaal ihr Spielsystem auf eine Mittelfeldraute umstellen.

"Man kann aber auch mit zwei Sechsern spielen. Es gibt viele Lösungen im Mittelfeld", ergänzt van Bommel, der sich allerdings nicht ausschließlich im Konkurrenzkampf mit dem ukrainischen Neuzugang sieht.

Loblied auf van Gaal

Was den Niederländer ebenso forsch macht in Sachen Meisterschaft sind die ersten Trainingseindrücke unter der Leitung seines Landsmanns van Gaal:

"Er sagt klipp und klar, was er will und was nicht. Jeder weiß, was er zu tun hat. Es gibt keinen Hühnerhaufen auf dem Platz."

Womit van Bommel durchblicken lässt, dass für ihn die mit acht Mann verstärkten Bayern taktisch bereits bestens dastehen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum unter Jürgen Klinsmann.

Dass es dank van Gaal bereits richtig gut läuft ("Ich bin das aus Holland ja gewöhnt"), sei umso wichtiger wegen der sehr kurzen Vorbereitungszeit.

"So etwas wie der Confed-Cup kommt den Vereinen ja nicht gerade entgegen", spielt der "Aggressive Leader" an auf die erst später zu den Bayern stoßenden Luca Toni (Italien) und Lucio (Brasilien).

Alles in allem aber meint der bisherige Kapitän: "Ich habe ein gutes Gefühl. Die Mannschaft weiß, was sie machen muss auf dem Platz. Auch wenn es mal nicht läuft."

Ribery-Poker belastet angeblich kaum

Und auch, dass die Transfer-Spekulationen um Franck Ribery ("Ich will weg. Es wird Real sein - oder gar nichts") die gesamte Saison-Vorbereitung überschatten könnten, sieht van Bommel gelassen:

Am liebsten" wäre es ihm und der Mannschaft natürlich, wenn die Zukunft des mit Real Madrid pokernden Franzosen "so schnell wie möglich" geklärt wäre.

"Aber das können wir nicht ändern und gehen locker damit um. Das Thema muss Franck mit dem Trainer und dem Vorstand klären." (van Gaal fordert Ende des Ribery-Pokers)

In diesem Zusammenhang allgemein nervt van Bommel nur, dass das Transferfenster bis Ende August geöffnet ist: "Das ist Wahnsinn. Da spielen wir schon längst wieder."

Nach Hoffenheim nämlich gegen Bremen, Mainz und Wolfsburg. Mit dem Ziel, die Rolle des selbsternannten Topfavoriten dann bereits unter Beweis gestellt zu haben.

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