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Von 1976 bis 1986 stand Felix Magath für den Hamburger SV 306 mal auf dem Feld © getty

Nach den ersten Testspielen ist Felix Magath mit seinem Vorgänger unzufrieden. Positiv dagegen: Aachens Top-Talent kommt endlich.

Von Matthias Becker

München - Nach dem Ärger über die Arbeit seines Vorgängers gibt es endlich positive Meldungen für Schalkes neuen Coach Felix Magath:

Am Dienstag wurde endlich das wochenlange Hickhack um Supertalent Lewis Holtby beendet.

Die Königsblauen einigten sich mit Alemannia Aachen auf einen sofortigen Wechsel des Offensivspielers, dessen Ablöse zwischen 2,5 und drei Millionen Euro liegen soll.

"Schalke ist ein Top-Verein"

"Schalke ist ein Top-Verein mit Top-Stadion und einem Top-Trainer. Ich habe ein gutes Gefühl dort anzufangen", erklärte der 18-Jährige nach der erfolgreichen sportmedizinischen Untersuchung.

Auch sein neuer Chef zeigte sich zufrieden. "Lewis ist eines der größten Talente im deutschen Fußball. Ich freue mich, dass er zu uns gekommen ist, denn er hatte auch die Möglichkeit, zu anderen Vereinen in der Bundesliga zu gehen", sagte Magath.

"Ich bin mir sicher, dass er einen guten Weg einschlagen, zu einem Leistungsträger bei uns werden und irgendwann auch an die Tür zur Nationalmannschaft klopfen wird."

Kommt Lincoln zurück?

Trotz aller finanziellen Sorgen dürfte das aber nicht der letzte Transfer der Gelsenkirchener sein. Vor allem auf der Spielmacher-Position hat Schalke noch Bedarf.

Die bisherigen Kandidaten im Kader der Schalker sind entweder zu jung (Jan Moravec, Lewan Kenia) oder konnten auf dieser Position bislang nicht überzeugen (Ivan Rakitic).115100(DIASHOW: Die Schalker Transfers)

Und deshalb wird immer heftiger über eine Rückkehr von Lincoln spekuliert. Der Brasilianer steht bei Galatasaray Istanbul auf dem Abstellgleis.

"Wir schwimmen nicht im Geld"

Magath gibt sich zurückhaltend: "Lincoln ist keine Personalie, die passen kann. Wir schwimmen nicht im Geld und müssen vorsichtig damit umgehen."

Allerdings könnte sich womöglich noch etwas zum Ende der Transferperiode tun - die Preise fallen dann bekanntlich.

Magath soll schon vor längerer Zeit Interesse an den Künsten Lincolns gehabt haben, auch wenn der mit seinen Eskapaden wieder Unruhe in den Schalker Kader bringen könnte.

Harte Kritik am Vorgänger

Derzeit sorgt aber nur der neue sportliche Alleinherrscher für Unruhe - und zwar mit seiner massiven Kritik am Fitness-Zustand des Teams und der Arbeit von Ex-Trainer Fred Rutten.

"Die Mannschaft spielt zu langsam nach vorne. Es wird eine große Aufgabe für uns, das zu ändern", sagte Magath, nachdem die Schalker am Samstag gegen eine Sponsorenauswahl mit 6:2 gewonnen hatten.

Dabei hatte Magath in Hälfte eins einen Großteil der bisherigen Stammelf auf den Platz geschickt. Mit deren Auftritt war er alles andere als zufrieden.

Seine neuen Spieler hätten es noch "verinnerlicht, klein-klein zu spielen", erklärte Magath: "Was vorher war, muss nun aus den Köpfen."(Sommerfahrplan Schalke)

Mannschaftsfoto im Bergwerk

Magath weiß als erfahrener Trainer, dass es neue Reize braucht, um die Spieler aus ihrem gewohnten Trott herauszuholen.

Und weil ihm die Arbeitermentalität rund um die "Knappen" gut gefällt, spricht der neue Trainer/Manager auch auffallend oft von "harter Arbeit".

Für das offizielle Mannschaftsfoto bat er seine Profis zudem nach Bottrop in die Rohkohlenhalle des Bergwerks Prosper-Haniel.

Nach dem Zusammentreffen mit den "Kumpel" sinnierte Magath über die Arbeitsbedingungen im Bergwerk und darüber, dass Profifußballer es im Vergleich dazu "ein Stück weit einfacher" hätten.

Zweites Trainingslager in "Schmerzlake"

Der 55 Jahre alte Meistercoach ist aber offensichtlich nicht gewillt, seinen Profis dieses Privileg zu lange zu gewähren ? denn schon am Montag ging es zum zweiten Trainingslager nach Herzlake.

Ein Ort im Emsland, der von ehemaligen Magath-Spielern den Namen "Schmerzlake" verpasst bekam.

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