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MATTHIAS GINTER (ab 90.): Kommt für seinen verletzten Dortmunder Teamkollegen noch zu einem Kurzeinsatz. Ohne Bewertung
Allmählich muss er sich Franck Ribery entscheiden - für oder gegen Bayern © getty

Hoeneß und Co. langt's offenbar: Angeblich muss sich der wechselwillige Franzose bald entschieden haben. Und auch Real muss nun handeln.

Von Christian Paschwitz

München - Die Geduld des FC Bayern im Wechseltheater um Franck Ribery ist offenbar zu Ende.

Nach Angaben der "Bild" sollen die Verantwortlichen des Rekordmeisters dem Franzosen ein Ultimatum gestellt haben.

Demnach hat der Mittelfeld-Star neun Tage Zeit, um seine sportliche Zukunft und einen möglichen Wechsel zu Real Madrid zu klären.

Spätestens bis zum Trainingslager-Start am 16. Juli in Donaueschingen wollen die Bayern das Dauerthema zu den Akten gelegt haben.

Klärung bis zum Trainingslager

Ungeachtet der sich noch bis 31. August hinziehenden Transferperiode. (der Sommerfahrplan des FC Bayern)

Heißt übersetzt: Entweder bekennt sich Ribery (Porträt) bis dahin zu den Bayern, bei denen er noch bis 2011 unter Vertrag steht.

Oder der 26-Jährige bewegt Real dazu, die Ablösesumme zu zahlen, die den Bayern eine Freigabe schmackhaft macht.

Dem Vernehmen nach soll es sich dabei um 80 Millionen Euro handeln - mit weniger dürften sich die Münchner um Manager Uli Hoeneß kaum zufrieden geben.

80 Millionen Euro im Raum

Auch deshalb nicht, weil Madrid für seine jüngsten Investitionen bereit war, insgesamt 220 (!) Millionen Euro hinzublättern.

Davon allein 94 Millionen für Ronaldo und 65 Millionen für Kaka.

Nun soll es in dieser Woche angeblich ein enorm verbessertes Angebot durch Madrids Unterhändler Pedro Lopez Jimenez geben.

Reals Oranje-Trio blockt ab

Als "personellen Ausgleich" darin enthalten sein sollen auch Arjen Robben und Wesley Sneijder oder Ex-HSV-Kapitän Rafael van der Vaart.

Im "Telegraaf" blockt Snejder das Thema jedoch ab: "Ich habe den Klub so verstanden, daß ich nicht verkauft werden soll. Ich sehe daher keinen Grund zu gehen."

Auch van der Vaart will sich bei den "Königlichen" durchsetzen. "Ich weiß, dass es angesichts der Zugänge schwierig für mich wird", sagte er.

"Aber falls ich keine Chance haben sollte, ist immer noch genug Zeit, um über einen Wechsel nachzudenken."

Und Robbens Vater und Berater Hans meint: "Wir müssen erstmal abwarten, was passiert."

Angeblich auch Metzelder "Verrechnungsware"

Weiterer Bestandteil eines Verrechnungsgeschäfts soll laut "AS" der bei Real angeblich ebenfalls vor der Ausmusterung stehende Christoph Metzelder sein.

Noch aber mauern die Münchner öffentlich. Während Hoeneß und Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge zu dem Thema seit Tagen schweigen, wiederholte Christian Nerlinger im "Blickpunkt Sport" den bekannten Standpunkt.

"Im Moment müssten wir uns jeden Tag dazu äußern. Aber Franck hat noch Vertrag, es gibt keinen Diskussionspunkt", sagte der Sportdirektor.

Und weiter: "Wir gehen davon aus, dass Franck auch in Zukunft beim FC Bayern spielen wird."

Ähnlich hört sich auch Markus Hörwick an.

Bayerns Mediendirektor erklärte: "Es gibt kein Ultimatum, es gibt keinen neuen Stand, es gibt keine neuen Zahlen. Das interessiert uns alles auch gar nicht."

Van Gaal will schnelle Lösung

Louis van Gaal allerdings fordert ein rasches Ende des Pokers. "Es muss bald vorbei sein. Wir müssen das Problem lösen", sagte der neue Trainer der "Bild am Sonntag".

Was dem Niederländer (zum Artikel) neben dem Verhandlungspoker aufstoßen dürfte, ist anscheinend Riberys Lustlosigkeit auf dem Platz.

In der vergangenen Woche hatte Ribery mehrere Trainingseinheiten gar nicht erst absolviert - wegen Achillessehnenproblemen sowie Blasen an den Fersen.

Mancher Beobachter bewertete das bereits als Versuch des Dribbelkünstlers, seinen Abschied zu provozieren.

Genau das soll Ribery bei seinen früheren Vereinen getan haben, als es dort nicht mehr nach seinen Vorstellungen lief.

Schon in Istanbul und Marseille im Streit geschieden

Bereits fünf Monate nach seinem Wechsel vom FC Metz geriet er 2005 mit Galatasaray Istanbul in Streit, weil er ablösefrei zu Olympique Marseille wechseln wollte und dabei behauptete, in der Türkei seit Monaten kein Gehalt bekommen zu haben.

Was der Klub vom Bosporus bestritt. Der Fall ging schließlich bis zum Internationalen Sportgerichtshof, der gab Ribery Recht.

Auch die Station in Marseille soll nicht wirklich harmonisch geendet haben: Der Klub erklärte den Nationalspieler für unverkäuflich.

Ribery und sein Berater setzen den Transfer zu den Bayern trotzdem durch, so dass Ribery mit 24 Jahren bereits sechs Stationen hinter sich hatte.

In München nun arbeitet Ribery auf die siebte hin ("Ich will weg. Es wird Real sein - oder gar nichts").

Ribery rudert leicht zurück

Auch wenn er seine Wechselgelüste in der "tz" abzumildern versuchte: "Ich habe nie gesagt, dass ich unbedingt weg will."

Allerdings sagte er auch: "Man muss jetzt einfach abwarten und falls es ein Angebot gibt, sich unterhalten."

Fraglich nur, wie viel Zeit die Bayern dafür noch ins Land gehen lassen wollen.

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