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Lucio wechselt 2004 von Bayer Leverkusen zum FC Bayern © getty

In den nächsten zwei Wochen will der Brasilianer Angebote sondieren. ManCity, Inter Mailand und der HSV sollen interessiert sein.

Von Martin Volkmar

München - Noch ist es nicht perfekt, aber die Tendenz ist eindeutig: Lucio steht vor dem Abschied beim FC Bayern.

Die fehlende Einsatzgarantie durch den neuen Trainer Louis van Gaal hat das Fass offenbar endgültig zum Überlaufe gebracht.

Zumal die Münchner dem Brasilianer nach der Saison mitgeteilt haben, dass sie den in einem Jahr auslaufenden Vertrag nicht mehr verlängern wollen.

"Danach war mir klar, dass das auch von meiner Seite spätestens 2010 das Kapitel Bayern für mich beendet ist", erklärte Lucio der "Sport Bild".

"Wenn ich noch für Bayern spielen muss, bin ich Profi genug, das zu tun. Auch wenn das nicht einfach sein würde. "

Entscheidung in den kommenden zwei Wochen?

Daher läuft es alles auf eine sofortige Trennung hinaus, denn nur jetzt würden die Münchner noch eine Ablöse erhalten.

"Mein Berater wird in den kommenden zwei Wochen deshalb auch mit anderen europäischen Topklubs sprechen", sagte Lucio.

Top-Kandidaten für den 31-Jährigen sind Inter Mailand und Manchester City.

Darüber hinaus ist laut "Bild" auch der Hamburger SV interessiert, der noch Verstärkungen in der Innenverteidigung sucht..

Bei der Ablöse ist von sieben Millionen Euro die Rede, doch Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge macht auch deutlich: "Bei Bayern gibt es keine Schnäppchen zu holen. Jeder unserer Spieler hat seinen Preis."

Keine Einigung mit ManCity

Eine Einigung mit ManCity, wie vom TV-Sender "Sky Sports" am Dienstag berichtet, gibt es daher noch nicht.

Der FC Bayern bestritt sogar eine offizielle Anfrage, obwohl es bereits Gespräche zwischen beiden Klubs gegeben haben soll.

"Manchester City gewinnt den Kampf gegen Inter Mailand um Brasiliens Verteidiger Lucio", hatte die "Daily Mail" bereits getitelt. (Lucios Zukunft wieder offen)

"Es liegt an den Bayern, was passiert", wurde Lucio zitiert. "Ich bin glücklich in Deutschland. Aber ich wäre an einer neuen Herausforderung in einem anderen Land interessiert."

Zumindest Louis van Gaal legt allem Anschein nach keinen gesteigerten Wert mehr auf den Weltmeister von 2002, der seit fünf Jahren beim FCB spielt.

Van Gaal: "Nur ein Rechtsfuß spielt"

"Ich bevorzuge es, auf der rechten Innenverteidiger-Position einen Rechtsfuß und auf der linken Verteidiger-Position einen Linksfuß spielen zu lassen", hatte der Niederländer in der "Bild am Sonntag" erklärt. (der Sommerfahrplan des FC Bayern)

Und weiter: "Wir haben mit Lucio, Demichelis, Van Buyten und Breno viele Innenverteidiger, die einen starken rechten Fuß haben. Aber ich sehe nur diese eine Position für diese Spieler."

Womit sich für Lucio, der in der Vergangenheit auch schon öffentlich mit dem FC Barcelona und Real Madrid liebäugelte, die Konkurrenz-Situation deutlich verschärft hat.

Lucios Vorwürfe

Schon in der Sommerpause hatte der Verteidiger öffentlich über einen Wechsel gesprochen, da er sich beim FCB zurückgewiesen fühlte:

"Ich habe bei meinem Klub eine böse Überraschung erlebt, mit der ich nicht gerechnet hatte. Dass ich nicht mehr bei Bayern erwünscht bin, war ein Schock für mich", hatte er gesagt.

"Deshalb ist ein Wechsel sinnvoll, wenn es ein tolles Angebot gäbe."

Auch das Dementi von Manager Uli Hoeneß kam für Lucio zu spät: "Ich war immer offen und ehrlich. Das hätte ich mir auch von Bayern-Seite gewünscht."

Bayern-Führung verärgert

Das wiederum verärgert die Bayern-Führung.

"Lucio hat sich keinen Gefallen getan, auf Gerüchte zu reagieren. Niemand von Bayern hat ihn infrage gestellt", monierte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge in der "Sport Bild".

"Mit seiner Reaktion hat er das nun aber selbst. Auf diesen Zug wäre er besser nicht aufgesprungen."

Nun aber scheint der Zug nicht mehr aufzuhalten.

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